ADB:Adam (Malerfamilie)

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Artikel „Adam, Malerfamilie“ von Wilhelm Adolf Schmidt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 44–45, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Adam_(Malerfamilie)&oldid=1681037 (Version vom 16. September 2014, 19:32 Uhr UTC)
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Adam: Malerfamilie. Albrecht A., der älteste, geb. 16. April 1786 zu Nördlingen, † 28. Aug. 1862 zu München, sollte erst Conditor werden, kam noch 1803 als Lehrling nach Nürnberg; hier aber wandte er sich unter des Akademiedirectors Zwinger und seit 1806 unter des Augsburger Rugendas’ Einwirkung der Schlachten- und Pferdemalerei zu, worin er einer der besten neueren Meister wurde. Nachdem er dem österreichischen Feldzug von 1809 beigewohnt hatte, lebte er eine Zeit lang in Wien, wo seine Arbeiten Eugen Beauharnais’ Aufmerksamkeit erregten. Zu dessen Hofmaler ernannt, machte er den russischen Feldzug mit, der ihm zu einer Menge von Werken den Stoff bot. Vorzüglich bemerkenswerth ist das von 1815 an für Eugen ausgeführte Tagebuch des Feldzugs, welches, in Oel auf Papier, in 83 Bl. die Begebenheiten jenes denkwürdigen Krieges veranschaulicht. Es befindet sich jetzt in St. Petersburg. Bis 1815 hielt A. sich bei dem Vicekönig und meistens in Italien auf. Dann kam er nach München, wo er von Maximilian I., Ludwig I. und Maximilian II. reich beschäftigt ward. Aber auch König Wilhelm von Würtemberg, der Herzog von Leuchtenberg, der Kaiser von Oesterreich, für den er 1850 die Thaten der Radetzky’schen Armee malte, und andere hohe Herren wandten ihm ihre Gunst zu. Weit verbreitet und beliebt waren auch seine Pferdeportraits. Der unermüdliche Künstler war bis in sein hohes Alter thätig, an den letzten Arbeiten jedoch halfen ihm seine Söhne, so daß man kaum noch sagen kann, [45] was daran eigentlich seine Arbeit ist. Besonders hatte er das Pferdeleben studirt; in diesem Genre war er ohne Zweifel der bedeutendste Maler seiner Zeit. Außerdem lieferte er noch eine Menge Radirungen und Lithographien. Werke von ihm finden sich im k. Schlosse zu Tegernsee, in der neuen Pinakothek zu München, im Festsaalbau der k. Residenz daselbst, dann in Petersburg, Wien, Mecklenburg, Holstein u. a. Orten.

Heinrich A., sein Bruder, geb. zu Nördlingen 1787, † zu München 15. Febr. 1862, stand ihm an Talent weit nach. Er verlegte sich hauptsächlich auf die Landschafts- und Prospectmalerei; auch hat er Verschiedenes radirt und lithographirt.

Die Söhne Albrechts: Benno, geb. 1812, Eugen, geb. 1817 und namentlich Franz, geb. 1815, sind noch lebende Künstler von anerkanntem Rufe; auch Benno’s Sohn, Emil, geb. 1843, hat sich schon rühmlich hervorgethan. Julius, geb. 1821, † 1874, widmete sich der Lithographie; in seiner Kunstanstalt in München erschienen z. B. die erwähnten Erinnerungen an die Feldzüge der österr. Armee. –

(Vgl. Meyer’s Künstlerlexikon.)
W. Schmidt.