ADB:Adrianus, Cornelius

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Artikel „Adrianus, Cornelius“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), ab Seite 124, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Adrianus,_Cornelius&oldid=797251 (Version vom 11. Dezember 2009, 09:42 Uhr UTC)
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Band 1 (1875), ab Seite 124. (Quelle)
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Adrianus: Cornelius A., eigentlich Adriansen, ein Franciscaner, im Volksmunde Bruder Cornel von Brügge genannt, geb. zu Dortrecht 1521, † 13. Juli 1588. Er trat frühzeitig in den Orden, war im Hebräischen und den classischen Sprachen wohl bewandert, auch Lector derselben. Weit mehr aber galt er als mächtiger Kanzel- und Volksredner, namentlich in Brügge, wo er, zuletzt als Guardian, an 30 Jahre lebte und wirkte. Durch seine Vorträge in deren Bereich er mit Vorliebe die Vorgänge des kirchlichen und politischen Lebens zog, schuf er sich ebenso begeisterte Anhänger, wie bittere Feinde. Ein wider ihn zuerst 1569 gedrucktes Pamphlet, die: „Historie van C. Cornelis Adriansen van Dordrecht“, welches sein Verhältniß zu seinen Beichtkindern schwer verdächtigte, ihn aufreizender Reden gegen die Obrigkeiten von Brügge und Flandern, gegen die Generalstaaten und die verbündeten Edelleute, sowie der Blasphemien gegen Gott und Natur und blutdürstiger Reden wider die Reformirten bezichtigte, ist selbst noch nach seinem Tode immer von neuem wieder aufgelegt worden (neuerdings in deutscher Uebersetzung erschienen), so daß sogar seine in Wadding’s „Scriptores ord. Minorum“ mitgetheilte Grabschrift darauf anspielt. Er war eben durch und durch ein politischer Parteimann. Seine Anhänger im Volke ließen sich aber durch jene Angriffe nicht beirren, er konnte seinem Predigeramt bis an seinen Tod ungestört fortleben. – Seine „Conciones“ und sein Werk „De septem sacramentis“ gehören zu den litterarischen Seltenheiten.

Ruland.
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