ADB:Ammon, Friedrich August von

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Artikel „Ammon, Friedrich August von“ von August von Rothmund in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 406, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ammon,_Friedrich_August_von&oldid=1924713 (Version vom 26. November 2014, 07:41 Uhr UTC)
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Ammon: Friedrich August v. A., Arzt, geb. 10. Sept. 1799 zu Göttingen, wo sein berühmter Vater Christoph Friedr. v. A. damals Theologie lehrte; und † 18. Mai 1861. Er erhielt seine erste Erziehung auf den Gymnasien zu Erlangen und Schulpforte, und studirte Medicin in Leipzig und Göttingen. Schon seine erste Schrift: „Somni vigiliarumque status morbosi“ (Göttingen 1820), erhielt in letzterer Stadt den ersten Preis. Hierauf zum Doctor promovirt, schrieb er seine Inauguralthese „Ophthalmoparacenteseos historia“, eine jetzt noch schätzenswerthe Abhandlung (Göttingen 1821). Von seinen Reisen durch Deutschland und Paris zurückgekehrt, beschäftigte er sich seit 1823 in Dresden hauptsächlich mit chirurgischer Anatomie und Chirurgie, und 1823 erschien eine mit Unparteilichkeit geschriebene Arbeit: „Vergleich zwischen französischer und deutscher Chirurgie“. Bald darauf wurde er Assistent beim berühmten Leibchirurgen des Königs, Hedenus, und einige Jahre später Arzt am Augenhospital und Blindeninstitut in Dresden. Im J. 1828 erhielt er nebenbei noch die Stelle eines Professors der theoretischen Medicin, und wurde Director der medicinisch-chirurgischen Akademie in Dresden, wo er seine bekannte Schrift „De genesi et usu maculae luteae in retina oculi humani obvia“ (1830) veröffentlichte. – Ammon’s Verdienst besteht hauptsächlich darin, daß er, weit entfernt den Vorurtheilen seiner Zeit zu huldigen, und die Krankheiten für selbständige Existenzen zu halten, vielmehr dieselben möglichst zu localisiren und anatomisch festzustellen suchte, und so war sein Lehrstuhl, den er bis 1837 behielt, einer der besuchtesten. 1837 wurde er Leibarzt des Königs von Sachsen, und erhielt 1844 den Titel eines geheimen Medicinalraths. 1857 hatte er das Unglück den rechten Fuß zu brechen, und von da an wurde seine Gesundheit schwankend, indem sich starke Fettsucht in den verschiedenen Organen entwickelte. Sein wichtigstes und bekanntestes Werk ist: „Klinische Darstellung der Krankheiten und Bildungsfehler des menschlichen Auges, nebst Atlas“, in 3 Theilen, Berlin 1838–47. Für die Chirurgie ist sein Werk über „Die angeborenen chirurg. Krankheiten des Menschen“ (1839–42) und seine „Plastische Chirurgie“ (1842) besonders wichtig. Auch seine populären Schriften sind viel gebraucht; „Die ersten Mutterpflichten und die erste Kindespflege“, (von 1827–70 14mal aufgelegt); „Belehrungsbuch für junge Frauen und junge Mütter“ (bis 1864 11mal aufgelegt); „Brunnendiätetik“ (1825–54 in 5 Auflagen erschienen). Außerdem schrieb er noch eine Masse schätzenswerther Journal-Artikel, und redigirte 1831–37 die „Zeitschrift für Ophthalmologie“, (3 Bände) und 1838–40 mit Walther gemeinschaftlich die „Monatsschrift für Medicin, Augenheilkunde und Chirurgie“ 3 Bände.[1]

Rothmund.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ein Irrtum des Autors: Die „Monatsschrift ...“ hat Ammon allein herausgegeben; mit Walther arbeitete Ammon 1843 bis 1850 zusammen an den Bänden der neuen Folge des von Gräfe und Walther begründeten „Journals der Chirurgie und Augenheilkunde“.