ADB:Anna Sophie (Landgräfin von Hessen-Darmstadt)

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Artikel „Anna Sophie (Landgräfin von Hessen-Darmstadt)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), ab Seite 469, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Anna_Sophie_(Landgr%C3%A4fin_von_Hessen-Darmstadt)&oldid=831321 (Version vom 10. Dezember 2009, 18:58 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Anna (Gräfin und Regentin von Ostfriesland)
Band 1 (1875), ab Seite 469. (Quelle)
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Anna Sophia von Hessen-Darmstadt in der Wikipedia
PND-Nummer 100011780
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Anna Sophie, Landgräfin v. Hessen-Darmstadt. Ihren Eltern, dem strenglutherischen Landgrafen Georg II. von Hessen-Darmstadt und der Sophie Eleonore, Tochter des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen, den 17. Dec. 1638 geschenkt, beurkundete sie frühe die geistliche Richtung ihres Wesens. „In Lesung der h. Schrift hat sie einen unermüdeten Fleiß bezeuget und in den Patribus hat sie so viel Connaissance gehabt, daß sie manchen Theologen hätte beschämen können, wobei sie die morgenländischen Sprachen eifrig betrieben und dadurch mit einem Geiste in die theologischen Geheimnisse einsehen gelernt, der keiner von den geringsten gewesen.“ – In zarter Jugend bethätigte sie auch schon ihr poetisches Talent, und gab 1658, nachdem sie 2 Jahre zuvor Pröpstin des Stiftes Quedlinburg geworden war, ein Andachtsbuch („Der treue Seelenfreund Christus Jesus“ etc.) heraus, in welchem 32 Lieder ihrer jungfräulichen Muse stehen. Von denselben bürgerten sich etliche in unsern evangelischen Gesangbüchern ein („Ach Gnad über alle Gnaden“, „Jesu stärke meinen Glauben“, „Mein Freund ist mein“, „Mein Jesu, der du allezeit“, „O heilge Fluth“, „Rede, liebster Jesu, rede“ etc.). Drei Jahre vor ihrem Ende, das sie von langen Leiden, „continuirlichem Husten“, den 13. Dec. 1683 erlöste, war sie noch als Aebtissin des Stiftes eingesegnet worden. Mehrmals waren ihr im Leben von außen und innen Versuchungen zum Rückfall in die römische Kirche genaht, schließlich jedoch ohne Erfolg. Daher die Stelle in ihrem Nachlaß: „Hiemit bekenne ich, daß leider Gottes, zwar durch des Satans Verblendung, ich in Irrthum gerathen und Holzwege gangen, indem die päpstliche Lehre ich für recht erkannt, welches ich auch von Herzen bedaure und wie Manasse bete: „Ich habe gesündiget, vergieb mirs!“ Jedoch mit Gottes Gnade, die Wahrheit der evangelischen Lehre wieder erkannt und dabey zu leben und zu sterben gedenke. Amen.“

Kettner’s Kirchenhistorie des Stiftes Quedlinburg p. 163 etc. – Schirk’s Geistliche Sängerinnen der christl. Kirche deutscher Nation Heft 2.
P. Pressel.
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