ADB:Baier, Johann Wilhelm (lutherischer Theologe)

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Artikel „Baier, Johann Wilhelm (lutherischer Theologe)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), ab Seite 774, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Baier,_Johann_Wilhelm_(lutherischer_Theologe)&oldid=882732 (Version vom 10. Dezember 2009, 20:53 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Bahrdt, Carl Friedrich
Band 1 (1875), ab Seite 774. (Quelle)
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Johann Wilhelm Baier (1647–1695) in der Wikipedia
PND-Nummer 116040149
(Datensatz, Rohdaten, Werke)
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Baier: Johann Wilhelm B., geb. zu Nürnberg am 11. Nov. 1647, † zu Weimar 19. Oct. 1695; studirte in Altorf Philosophie und widmete sich dann in Jena der Theologie mit großem Eifer. Hier übernahm er 1674 die Professur der Kirchengeschichte, schloß sich aber hauptsächlich an Johann Musäus an und wurde dessen Schwiegersohn. Im J. 1694 folgte er einem Rufe als Professor primarius nach Halle, wo er sich dem Einfluß des dortigen Pietismus nicht ganz entziehen konnte, und ging im folgenden Jahre als Stadtpfarrer, Oberhofprediger und Generalsuperintendent nach Weimar, starb aber gleich darauf. B. war ein achtungswerther Vertreter der gemäßigten lutherischen Orthodoxie oder genauer der jüngeren Jenenser Schule. Friedlich in der Gesinnung, weniger scholastisch in der Form, sorgfältig in der Benutzung der Hülfsmittel, konnte er dem Standpunkt seines Meisters Musäus einen angemessenen Ausdruck geben. Sein Lehrbuch „Compendium theologiae positivae“, Jen. 1686, oft wiederholt und sogar commentirt, zuletzt 1757 mit Anmerkungen von Reusch herausgegeben[1], hat seiner Brauchbarkeit wegen bis gegen Ende des Jahrhunderts Leser gefunden. Auch seine erst nach seinem Tode veröffentlichte Moral und andere Schriften wurden geschätzt. Ihm selber galt der Nachruf: Tu vivam illius (Musaei) expressisti imaginem in docendo aeque ac in agendo; atque sic Musaeus in te vixit et tu cum Musaeo nunquam non vives. Er hat auch einige geistliche Lieder gedichtet.

G. Frank, Gesch. d. prot. Theol. II. S. 31. Desselben Schrift über die Jenaische Theologie.
Gaß.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 774. Z. 26–27 v. o. l: commentirt, 1750 mit Anmerkungen v. R. h., zuletzt Berlin 1864 (mit einer Vita von Preuß); die beste Ausgabe ist die seltene 4° 1698. [Bd. 2, S. 798]
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