ADB:Beer, Johann
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Bähr: Johann B. (Beer), Concertmeister des Herzogs von Weißenfels, geb 1652 [WS:1655] zu St. Georg in Oberösterreich, † 1700. Er kam im 10. Lebensjahre in das Benedictinerkloster zu Lambach, wo er Unterricht in Wissenschaften und Musik empfing, worauf er 20. Oct. 1670 nach Regensburg in das Alumneum und Gymnasium poeticum ging. Darauf setzte er in Leipzig seine theologischen Studien fort, doch gewann seine Liebe zur Musik die Oberhand, und da er ein guter Sänger, fertiger Componist, Violin- und Clavierspieler war, fand er Anstellung in Herzog Augusts Capelle zu Halle in Sachsen und wurde nach dessen Tode durch Johann Adolf nach Weißenfels als Concertmeister berufen. Bald hernach bei einem Vogelschießen ward er durch einen unglücklichen Schuß getödtet (Matthes. Ehrenpf. 14 f.). Er war ein origineller, scharfer Kopf, gut unterichtet, dabei munter und zur Satyre geneigt, der er in seinen Schriften mit aller Lustigkeit die Zügel schießen ließ. Herausgegeben hat er „Ursus murmurat etc.“ 1696, 1697, und „Ursus vulpinatur, List wider List oder musikalische [769] Fuchsjagd“, 1697, beide gegen den gothaischen Gymnasialrector Bockerodt, dem er auch noch mit zwei anderen Schriften, „Ursus saltat“ und „Ursus triumphat“ gedroht hatte, die aber nicht erschienen sind; „Bellum musicum“, 1701; „Musikal. Discurse, durch die Principia der Philosophie deducirt“; nebst einem Anhange: „Der musikal. Krieg zwischen der Composition und Harmonie“, 1719. Im Mspt. hat er hinterlassen: „Schola Phonologica, sive Tract. doctrinalis de Compos. Harmon. etc.“ in 45 Cap. (s. Matthes. Crit. mus. II. 74); „Kurze Beschreib. der Composition“ (Ehrenpf. 107); „Der Wohl-Ehren-Beste-Bier-Fiedler“; „Musikal. Discurse anderer Theil“. Verschiedene nicht musikal. Schriften s. Gerber’s N. Lex. Compositionen scheint er nicht hinterlassen zu haben.