ADB:Brastberger, Gebhard Ulrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Brastberger, Gebhard Ulrich“ von Edmund Pfleiderer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brastberger,_Gebhard_Ulrich&oldid=1784589 (Version vom 23. Mai 2013, 22:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Brätel, Ulrich
Band 3 (1876), S. 260. (Quelle)
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Mai 2010, suchen)
GND-Nummer 100053920
DNB: Datensatz, Rohdaten, Werke
Online-ADB/NDB, weitere Angebote
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für WP und WS  
* {{ADB|3|260|260|Brastberger, Gebhard Ulrich|Edmund Pfleiderer|ADB:Brastberger, Gebhard Ulrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100053920}}    

Brastberger: Gebhard Ulrich B., Magister der Philosophie, geb. 15. Nov. 1754 zu Hussenstadt[1] (Würtemberg), erzogen in den würtembergischen Klosterschulen und dem theologischen Stift, nach wissenschaftlichen Reisen Repetent daselbst, Diaconua in Heidenheim, Professor in Blaubeuren, gestorben 1813 als Rector des Gymnasiums in Stuttgart. Das Predigtbuch seines Vaters Immanuel genießt noch jetzt ob körniger Wärme hohes Ansehen bei den würtembergischen Pietisten. Die ziemlich lebhafte, aber etwas distracte und nicht fortgesetzte litterarische Thätigkeit des Sohnes Gebhard Ulr. B. bezog sich in größeren und kleineren Arbeiten gleichmäßig auf Theologie und Philosophie. In ersterer Hinsicht ist zu nennen eine echt im Geist der Zeit (1788) gehaltene Schrift über „Symbolzwang und künstliche Reunion“, die durchaus beide verworfen werden. Denn „fides est suadenda, non imperanda“! Philosophischer Natur sind außer kleineren Arbeiten, zwei Kritiken zu Kant’s Kritik der reinen und der praktischen Vernunft, während eine beabsichtigte Vornahme auch der „Urtheilskraft“ unterblieb. Scharfsinn im Einzelnen ist diesen oft etwas herben und für Kant’s damalige Verehrer zu derben Kritiken zweiten Grades nicht abzusprechen. Doch trifft sie wol das Wort Kant’s von denen, „welche einen Vortrag an Einzelheiten zwacken, ohne in den eigentlichen Geist des Ganzen einzudringen“. B. spricht nemlich als Resultat seiner Untersuchungen Kant ab, und (theoretisch) etwas genommen, (praktisch) auf der andern Seite etwas gegeben zu haben – d. h. es bleibe beim Alten und die bisherige, Leibniz-Wolff’sche Metaphysik bestehe immer noch trotz der Königzberger Revolution zu Recht. – Gradmann, Das gelehrte Schwaben, gibt ein vollständiges Verzeichniß von Brastberger’s Schriften.

E. Pfleiderer.

[Zusätze und Berichtigungen] [Bearbeiten]

  1. S. 260. Z. 24 v. o. l.: Gussenstadt (st. Hussenst.). [Bd. 11, S. 793]