ADB:Buder, Christian Gottlieb

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Artikel „Buder, Christian Gottlieb“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), ab Seite 502, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Buder,_Christian_Gottlieb&oldid=569315 (Version vom 25. Dezember 2009, 11:07 Uhr UTC)
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Buder: Christian Gottlieb B., geb. 29. Oct. 1693 zu Kittlitz in der Oberlausitz, † 9. Dec. 1763. Er betrieb seine Studien zu Leipzig und Jena und ließ sich nach Vollendung derselben an letzterem Orte, wo er B. G. Struve’s Schüler geworden war und seine Gunst gewonnen hatte, dauernd nieder. Im Verlaufe von vierzig Jahren bekleidete er an der Universität Jena eine Reihe der wichtigsten Stellungen. Im J. 1722 wurde er Bibliothekar, 1730 außerordentlicher, 1734 ordentlicher Professor der Rechte, 1738 nach Struve’s Tode erhielt er die Professur des Staats- und Lehenrechtes und zugleich der Geschichte. Seine Lehrwirksamkeit in Jena war nach allem eine höchst fruchtbare und er fühlte sich darum daselbst in dem Grade gefesselt, daß er mehrfachen Berufungen an andere Hochschulen, selbst nach dem neugegründeten Göttingen, Widerstand leistete. Seine schriftstellerische Wirksamkeit war nicht unbeträchtlich und umfaßte zum größeren Theile die deutsche Staats- und Rechtsgeschichte, zum geringeren die historische Quellenkunde und die politische Geschichte selbst. Ein Verzeichniß seiner sämmtlichen, meist in lateinischer Sprache abgefaßten Schriften steht bei J. Chr. Adelung: Fortsetzung und Ergänzungen zu Chr. G. Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexikon, Bd. I. S. 2364–2367. B. war ein wirklicher Gelehrter und ein klarer systematischer Kopf. Von seinen verschiedenen kleinen, in den „Opusculis“ gesammelten Abhandlungen hat manche noch heut zu Tage einen mehr als blos litterarhistorischen Werth. Seine Bearbeitungen von Struve’s „Bibliotheca iuris selecta“ und der „Bibliotheca historica selecta“ desselben Verfassers kamen einem in jener Zeit höchst lebhaft gefühlten Bedürfnisse entgegen. Von seinen specifisch historischen Arbeiten mag sein „Kurzer Begriff der neuesten Reichshistorie von 1714–1730“ und seine „Biographie des Herzogs Moritz Wilhelm (von Sachsen-Zeitz) zu Naumburg“ († 1718) und des Papstes Clemens XI. erwähnt werden. Seine durch seltenen Reichthum in den publicistischen und historischen Fächern glänzende Büchersammlung hat B. der Universität Jena vermacht, wo sie noch jetzt, durch gesonderte Aufstellung inmitten der allgemeinen akademischen Bibliothek ausgezeichnet, das Gedächtniß des edlen Schenkers in stets frischem Andenken erhält.

J. Chr. Fischeri Memoria divis manibus Chr. G. Buderi dicata, Jena 1788. – Pütter, Litteratur des teutschen Staatsrechts Bd. I. S. 404 ff.
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