ADB:Christian (Fürst zu Nassau-Dillenburg)

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Artikel „Christian, Fürst zu Nassau-Dillenburg“ von Ludwig Götze in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 171, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Christian_(F%C3%BCrst_zu_Nassau-Dillenburg)&oldid=1698843 (Version vom 23. April 2014, 17:02 Uhr UTC)
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Christian, Fürst zu Nassau-Dillenburg (Ottonischen Stammes), geb. am 12. August 1688 auf Schloß Dillenburg, † am 28. August 1739 als der letzte seiner Linie, welche mit dem Grafen Georg im Jahre 1606 begonnen hatte. Christians Vater war der Fürst Heinrich, seine Mutter die Prinzessin Dorothea Elisabeth von Liegnitz. Da er seine Eltern schon als Knabe verlor, so übernahm sein älterer Bruder Wilhelm die weitere Erziehung und sandte ihn unter anderen mit seinem Hofmeister Gustav v. Moltke nach der Universität Leyden, wo der junge Prinz namentlich mathematische Studien trieb. Im März 1708 trat er als Capitän in holländische Dienste, empfing 1711 das Patent als Oberst und focht im spanischen Erbfolgekrieg mit Auszeichnung gegen die Franzosen. Nach dem Frieden von Utrecht kehrte er nach Deutschland zurück und residirte meist zu Hadamar, wo im Jahre 1711 die besondere Fürstenlinie ausgestorben war, übernahm nach dem Tode seines Bruders Wilhelm 1724 die Regierung des Fürstenthums Dillenburg und vermählte sich 1725 mit Isabella Charlotte, Tochter des Fürsten Heinrich Casimir von Nassau-Diez und Erbstatthalters der Niederlande, welche Ehe kinderlos blieb. Im Jahre 1731 starb die siegensche reformirte Linie aus, im Jahre 1735 der Administrator der siegenschen katholischen Lande Immanuel Ignaz, Stiefbruder des schon im Jahre 1707 vom Kaiser der Regierung entsetzten und in Spanien weilenden Fürsten Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen, dessen kinderloser Tod ebenfalls binnen kurzem zu erwarten war, so daß dann von fünf Linien des Ottonischen Stammes nur noch die von Dillenburg und Diez übrig blieben. Fürst Ch. ergriff daher zugleich mit dem Haupte der Diezer Linie Wilhelm Karl Heinrich Friso, Prinzen von Oranien, von den siegenschen Landen vorläufig Besitz, der ihnen aber durch einen Prätendenten Maximilian Wilhelm Adolf (s. d.), angeblichen Sohn des Immanuel Ignaz und dessen Gemahlin, der Marquise Catherine de Mailly de Nesle, bestritten wurde. Indeß wurde der Prätendent nach kurzem Verfahren als unrecht erkannt und hierauf die beiden Fürsten als Administratoren der siegenschen Lande vom Kaiser bestätigt (1738). Das Zusammenwirken dieser Verhältnisse bewog den Fürsten Ch. als regierenden Senior des Ottonischen Stammes, mit dem Senior des Walramischen Stammes Karl-August von Nassau-Weilburg den Erbvertrag vom 25. bis 30. Mai 1736 abzuschließen, wodurch die Successionsverhältnisse beider Stämme bei etwaigem Aussterben des einen geregelt und der Zerstückelung und Entfremdung der Lande vorgebeugt wurde. Ch. starb an der Wiederholung eines Stickflußanfalles im Amtshause zu Straßebersbach, wohin er sich der Jagd wegen begeben hatte.

Nach handschriftlichen Quellen im Staats-Archiv zu Idstein.
Götze.