ADB:Cortüm, Karl Arnold

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Artikel „Cortüm, Karl Arnold“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), ab Seite 507, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Cort%C3%BCm,_Karl_Arnold&oldid=832931 (Version vom 23. Dezember 2009, 22:09 Uhr UTC)
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Band 4 (1876), ab Seite 507. (Quelle)
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Carl Arnold Kortum in der Wikipedia
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Cortüm: Karl Arnold C., Doctor der Medicin, Stadtarzt und Bergarzt zu Bochum (Provinz Westfalen), bekannter als Dichter der „Jobsiade“, jenes grotesk-komischen, noch jetzt gelesenen und lesenswerthen Heldengedichts, geb. den 5. Juli 1745 als Sohn eines Apothekers zu Mühlheim an der Ruhr, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung auf dem Gymnasium zu Dortmund, studirte dann zu Duisburg und Berlin Medicin und lebte von 1770 an seinem ärztlichen Berufe und seinen mannigfaltigen Liebhabereien (Bienenzucht, Botanik, Malerei, antiquarische Studien, hauptsächlich aber Poesie) zu Bochum bis zu seinem am 26. Aug. 1824 erfolgten Tode. C. hat sich auch in seinen eigentlichen Fachstudien durch Abfassung mehrerer Werke und Abhandlungen als Schriftsteller versucht; seine Thätigkeit ist überhaupt eine sehr vielseitige und zwar auch auf theoretischem Gebiet. Neben stattlichen Pflanzensammlungen und einer Inschriftensammlung legte er sich eine zwei Folianten ausfüllende Brustbildersammlung berühmter Männer an, schrieb „Grundsätze zur Bienenzucht“, 1776, legte seine Forschungen auf dem Gebiete vaterländischer Geschichte in verschiedenen Abhandlungen nieder, war selbst auf linguistischem Felde thätig und entfaltete in der Belletristik nach verschiedenen Seiten hin (Märchen, komische Lebensbeschreibungen, Satiren, z. B. „Die Märtyrer der Mode", 1778, eine selbstgegründete Zeitschrift „Die magische Laterne“, 1784-86) eine große Rührigkeit. Für die Nachwelt behält nur noch Werth das komische Epos vom Candidat Jobs (Münster 1784), der zweite und dritte Theil weniger als der erste. Die gutmüthige Schalkhaftigkeit, der treuherzige Spott über das Zopfthum damaliger Zustände und Anschauungen erscheinen hier, nach Versmaß und Ausdruck, in der adäquaten Form und wirken noch jetzt durch diesen glücklichen Verein höchst ergötzlich auf den Leser, wennschon vieles darin veraltet und unseren Begriffen von Komik nicht mehr entsprechend ist.

Vergl. Neuer Nekrolog der Deutschen von 1824, S. 832 ff.
Mähly.
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