ADB:Gohl, Johann Daniel

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Artikel „Gohl, Johann Daniel“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), ab Seite 327, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gohl,_Johann_Daniel&oldid=455740 (Version vom 11. Dezember 2009, 00:42 Uhr UTC)
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Band 9 (1879), ab Seite 327. (Quelle)
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Gol)l: Joh. Dan. G., Arzt, 1675 in Berlin geboren, hatte in Halle, besonders von Stahl angezogen, Medicin studirt und war daselbst 1698 promovirt worden. – Er habilitirte sich als praktischer Arzt zuerst in seiner Vaterstadt, erhielt im J. 1711 eine Anstellung als Badearzt in Freienwalde und siedelte 1721 als Kreisphysikus des Oberbarnim’schen Kreises nach Wrietzen über, wo er im J. 1731 gestorben ist. – G. gehört zu den eifrigsten Partisanen Stahl’s und seiner Lehre, welche er in mehreren der von ihm veröffentlichten Schriften, so namentlich in der „1)is. epjsto1zrjs (1S m0tus touj0j (1Smonscrztj011e per 1´syu18j011Sm St (1erjy8.tjo11Sm 78terum“ (Halle 1707) und in der pseudonym (unter dem Namen von Urfinues Wahrmund) erschienenen Schrift „Versuch patriotischer Gedanken über den von Vorurtheilen kranken Verstand, besonders in der Therapie" (1729, nach seinem Tode sehr erweitert von dem Stahlianer Juncker 1733 herausgegeben unter dem Titel: „Aufrichtige Gedanken über den von Vorurtheilen kranken Verstand, insonderheit in der Materie von den 8pjrjtus st11ims 1jbus) unter heftiger Bekämpfung iatromechanischer Grundsätze, besonders der Lehre von den Spirj“cus x-mimz188 und der Leibnitz’schen Monadologie und prä- stabilirten Harmonie, Geltung zu verschaffen bemüht gewesen ist – allein in einer so plumpen Weise und mit so weit gehender Verläugnung anatomischer und physiologischer Thatsachen, daß seine Bestrebungen ohne jeden Erfolg geblieben sind. Wie wenig durchdrungen übrigeus G. selbst von Stahl’schen Grundsätzen gewesen ist, geht daraus hervor, daß er, denselben entgegen, keinen Anstand genommen hat, den Gebrauch von Mineralquellen in einer besonderen Schrift („Instruction von der Tugend und dem Gebrauch des Freyenwalder Gefundbrunnens, 1716) zu empfehlen. – Von seinen litterarischen Arbeiten (vergl. daß vollständige Verzeichniß derselben in Haller, 13jb1jot11. mm. ll. p. 58- 13jb1. 011jrurg. ll. p. 39- Bibl. msc1.–przOts. IV. p. 245) hat seine Ansehen erregende Inaugural-Dissertation „1)S 1110rb01–um etstztum ku11äzmsnris pzr11o– 10gi0o–tberupeutjcjs (Halle 1698, in 2. Aufl. 1707), welche er unter Stahl’s Vorsitz vertheidigt hat und welche, wie angenommen wurde,.von Stahl selbst verfaßt ist, und seines „1spjsto18 (1S 8pi11z 7S11t08z“ (Halle 1727) am meisten Beachtung gefunden. G. ist der Begründer und Herausgeber der seit dem Jahre 1717 erschienenen „t40tz mz(1icorum 13(-r01i119nsju11r gewesen. .

A. Hirsch.
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