ADB:Goltz, Wilhelm Bernhard Graf von der

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Artikel „Goltz, Wilhelm Bernhard Graf von der“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), ab Seite 353, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Goltz,_Wilhelm_Bernhard_Graf_von_der&oldid=667132 (Version vom 24. Dezember 2009, 00:02 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Goltz, August Graf von der
Band 9 (1879), ab Seite 353. (Quelle)
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Goltz: s ernhard v on der G., ca. 1730 geboren, der Heinrichsdorfer Linie des weitverzweigten Geschlechtes entsprossen, † am 6. Februar 1795 in Basel. Er trat in die preußische Armee, wurde 1762 Oberst, 1772 aber zum Gesandten in Paris ernannt. Hier mußte nach der Thronbesteigung Ludwigs K7!. sein Bemühen dahin gehen, den starken österreichischen Einfluß zu überwinden, eine schwierige Aufgabe, die ihm jedoch im Ganzen trefflich gelang. Nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms III. wurde er am 19. Novbr. 1786 in den Grafenstand erhoben, 1791 auch zum Generalmajor befördert. Als im Mai 1792 die diplomatischen Beziehungen mit Frankreich abgebrochen wurden, kehrte er in die Heimath zurück. Auf die Empfehlung des Prinzen Heinrich wurde ihm Anfangs Decbr. 1794 der Auftrag ertheilt, sich nach Basel zu begeben, um über einen Frieden mit Frankreich zu unterhandeln. Er verließ am 15. Dec. Berlin, wo ihm die letzten Instructionen ertheilt wurden, und kam am 28. an seinem Vestimmungsort an. Es verging Zeit, ehe die Unterhandlungen mit dem französischen Abgesandten Barthc:5lckmy in Gang kamen, und die Vollmachten, die.G. mitgenommen hatte, waren auch nicht geeignet, weiter als über die ersten Einleitungen zu führen. Wenigstens hatten aber die Eröffnungen, die er machte, zur Folge, daß Frankreich die Feindseligkeiten gegen die preußischen Truppen einstellte. Erst am 28. Jan. 1795 wurde in Berlin eine Instruktion für ihn ausgefertigt, die ihm in dem Punkte, der für einen Frieden der wesentliche war, in der Frage der Abtretung des linken Rheinufers, die einzunehmende Haltung vorschrieb. Davon aber sollte G. keinen Gebrauch mehr machen. Er war schon unpäßlich nach Basel gekommen, erkrankte Ende Januar ernsthaft an einem galligen Fieber, dem er nach wenigen Tagen am 6. Febr. 1795 erlag.

Sybel, Geschichte der Revolutionszeit, Bd. 1ll; Vivenot, Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen 1l, 2; Schöning, Die Generale der preußischen Armee.

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