ADB:Gunther von Pairis
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GUnthetus ist der Name, welcher, wir wissen nicht mit welchem Recht, dem Verfasser des Epos 1.jgurj11us in der ersten Ausgabe von 1507 gegeben ist. Dieses mit großer Formgewemdtheit verfaßte Heldengedicht feiert die Thaten Friedrichs I. bis 1160; die Thatsachen sind ganz den (3ests„ k’rj(il9rjoj von Otto von Freising und RagewinsEntnommen, doch finden sich hin und wieder Stellen, welche die Kenntniß des Verfassers von Land und Leuten zeigen und für di Zustände und Verhältnisse der Zeit Belehrung gewähren. Verfaßt ist das Werk 1187, um die Gunst des Kaisers und seiner Söhne zu gewinnen, als: eben die Vermählung Heinrichs VI. mit Constanze von Sicilien neue glänzende Aussichten eröffnete. Schon vorher hatte der Verfasser dem Prinzen Konrad ein anderes Epos unter dem Titel 801zsmzrjus über den ersten Kreuzzug überreicht; von diesem haben sich nur Fragmente erhalten. Im Mittelalter nirgends erwähnt, zuerst von Conrad Celtis im Kloster Ebrach in Franken gefunden, wurde der früher hochgeschätzte 1.jgurj11us 1787 von Senckenberg für unächt erklärt, und galt seitdem nach der herrschenden Ansicht für eine humanistische Fälschung. Erst in neuester Zeit wurde diese Ansicht siegreich widerlegt von A. Pannenborg in den Forschungen zur deutschen Geschichte )(l, 161–300, und gleichzeitig von Gaston Paris in den 00mptes KCsn(1us (1(eseszr.11(:98 C19 1’1z(J8c1(5mjs ä(es ll180rjp– tj0118 St 13enS8–1Sttr08 von 1871. Pannenborg hält den Verfasser für identisch mit Gunther, Mönch im Kloster Pairis im Elsaß, welcher auf den Wunsch seines Abtes Martin einen Bericht über den vierten Kreuzzug verfaßt hat und später noch ein ascetisches Werk „1)S 0rsti0118- J9„junjo er 01(zm0S)si18.“ geschrieben hat. Vgl. Wattenbach, Deutschl. Geschichtsqu. (4. Aufl.) I1, 218–21.