ADB:Hardegg, Ferdinand Graf zu

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Artikel „Hardegg, Ferdinand Graf zu“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), ab Seite 555, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hardegg,_Ferdinand_Graf_zu&oldid=667337 (Version vom 25. Dezember 2009, 12:46 Uhr UTC)
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Hardegg: Ferdinand Graf zu H. (Hardech, (geb. 1549, † 16. Juni 1595H). Dieser Abkömmling der niederösterreichischen Adelsfamilie Brüschenk (Prueschenk, Prüschinth, welche seit 1-1.95 Güter und Namen der alten Hardegger, Burggrafen v. Maidburg Cd. i. Magdeburg), als kaiserliche Schenkung erhielt (s. A. d. Viogr. 3. Bd. S. 455 Art. Brüschenth, war der jüngste Sohn des Grafen Julius 1. und der Gräfin Gertraud von Eberstein; Besitzer bedeutender Herrschaften und seit jungen Jahren Kriegsmann in der kaiserlichen Armee, unter anderm Oberst in Szatmstr, 1592 k. k. Hofkriegsrath, kaiserlicher Feldoberster, General und Commandant der Festung Raab, des wichtigsten Waffenplatzetz Westungarns. Er und David v. Ungnad werden zum J. 1594 von dem Magnaten und Chronisten JllesheXzy als Ohr und Auge des kaiserlichen Oberfeldherrn im damaligen Türkenkriege, Erzherzogs Mathias – und zwar nicht zum Bortheile der Sache bezeichnet. MOchte nun auch in diesem Urtheile magyarischer Antagonismus daß Wort führen, so bewies doch bald der Hardegger durch die vorschnelle Uebergabe Raabs an die Türken unter Sinan-Pascha nach fünftägiger Belagerung (29. September 1594), daß er kein echter und rechter Soldat an solchem Platze sei. Denn der allerdings freie Abzug der Besatzung: 1000 welsche, .5000 deutsche Söldner und 140 Husaren –, wog die übergroßen Nachtheile der Uebergabe Raabs nicht auf; überdies war die starke Festung mit Lebensmitteln und Kriegseug gut versehen. Man verfuhr denn auch gegen den Pflichtvergessenen mit der ganzen Schwere des Kriegsgesetzes und verurtheilte ihn zum Tode mit dem Schwerte, verschärft durch Abhauung der rechten Hand. Daß Urtheil wurde am 16. Juni zu Wien auf dem „Hof“ vollzogen. Gleiche Strafe erlitt der Kriegsbaumeister Nic. Perlin. Güter und Vermögen HardHegg’s, welcher außer seiner Gattin, A. S. Gräfin von Thurn, nur zwei verehelichte Töchter hinterließ, verfielen der Confiscation.

D. Genealog. b. Wißgrill, Schaupl. des lands. nied.-öst. Adels, 4. Bd., 1800, S. 134, u. Wurzbach, Biogr. Lex., 7. Bd. Ueber s. Militärleben u. Ende daß Chronistische b. Isthv:jnffi, Ic)(k?III., Jlleshe Tzy z. J. 1594;– vgl. die Exz. b. Katona FILM. Bd. z. J. 1594. Besonders wichtig die Geständnisse der Raaber Hauptleute in dem b. Hatvani (Mich. Horv:jth), 13rü82S1j o1(mü11zstAr h. m. d. ung. Akad. (I1011um. bist. bung.) III. 68 s. abgedr. Actenstücke. Fessler, neu bearb. von Klein, 4. Bd. S. 23.

Krones.
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