ADB:Hassencamp, Johann Matthäus

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Artikel „Hassencamp, Johann Matthäus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), ab Seite 762, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hassencamp,_Johann_Matth%C3%A4us&oldid=685056 (Version vom 25. Dezember 2009, 13:05 Uhr UTC)
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Hassencamp: Johann Matthäus H., evangelischer Theologe, Orientalist und Mathematiker, geb. am 28. Juli 1748 zu Marburg sals Sohn eines dortigen Kaufmanns und Stadtraths, † am 6. October 1797. Er besuchte das Pädagogium zu Marburg und 1760 die Universität daselbst, studirte in den ersten Jahren griechische und morgenländische Litteratur, Philosophie, Mathematik, Staaten- und Kirchengeschichte, später die theologischen Disciplinen. [763] Schon 1765 veröffentlichte er die beachtenswerthe Schrift: „1)e 1suw.touOll0 I.XX i11torpretum“ (s. u.). Nachdem4er 1766 daß 1–!res.msn pro c:8mii(1atut–8. bestanden, ging er in demselben Jahre nach Göttingen, wo er bei Walch, Müller, Leß Theologie, bei Michaelis die morgenländischen Wissenschaften, außerdem auch Mathematik, Physik und alte Litteratur trieb. 1767 verließ er Göttingen wieder, um eine litterarische Reise durch einen Theil Deutschlands nach Holland, England, Frankreich zu machen, von welcher er 1768 nach Marburg zurückkehrte. Er habilitirte sich hier, wurde aber kurz darauf als ordentlicher Professor der Mathematik und der morgenländischen Sprachen nach Rinteln berufen, woselbst er auch 1777 das Amt des Universitätsbibliothekares und 1789 den Charakter eines Consistorialrathes erhielt. H. vertrat in der Theologie einen gemäßigt freisinnigen und toleranten Standpunkt und war allem Parteihader abhold. In diesem Geiste leitete er auch die von ihm mit anderen Gelehrten herausgegebenen „Annalen der neuesten theologischen Litteratur und Kirchengeschichte“, Jahrgang 1–8, 1789–96 (fortgesetzt von L. Wachler). Für die Geschichte der alten Bibelübersetzungen sind von Belang, wenngleich sie nicht allgemeine Billigung gefunden haben, seine Schriften: „00mments.tj0 (19?S11mtsu(:110 1.)c)e j11tOrpr9– tum 0rse(J0 non er ll9brs„e0 8O(j 8x-1.mm–jr9„110 t9:ctu 0011yers0“„ 1765. Ein zweiter- Theil erschien nach und nach in Programmen 1780. „Der entdeckte wahre Ursprung der alten Bibelübersetzungen“, 1775. Außerdem verfaßte er eine Reihe meist kleinerer Schriften zur Exegese, sowie auch zur Mathematik und Physik, unter welchen hervorzuheben: „Verfuch einer neuen Erklärung der 70 Wochen Daniels, 1772. „Kurze Geschichte der Bemühungen, die Meeres s – länge zu erfinden", 1769, 2. Aufl. 1774. Endlich gab er mit eigenen Zusätzen heraus;: „James Bruce’s Reisen in daß J1mere von Afrika", 2 Bde. 1791 und „Joh. Dav. Michaelis’ Lebensbeschreibung von ihm selbst abgefaßt“, 1798. Vgl. Strieder, Hessische Gel.- und Schriftst.-Geschichte 7- 333. Beyer, Allgem. Magazin für Prediger R’11, III. (Beides von Hassencamp selbst.) s

Redslob.
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