ADB:Haug, Lorenz

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Artikel „Haug, Lorenz“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 54, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Haug,_Lorenz&oldid=553206 (Version vom 10. Dezember 2009, 17:13 Uhr UTC)
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Haug: Lorenz H., Taubstummenlehrer, wurde den 6. August 1818 zu Wurmlingen bei Rottenburg a. N. geboren. Nachdem er den Unterricht in der Elementarschule seines Geburtsortes genossen hatte, besuchte er mehrere Jahre die lateinische Schule zu Rottenburg, entschied sich dann aus innerer Neigung für daß Lehrfach und wurde nach dreijähriger Vorbereitung ins Seminar zu Gmünd aufgenommen, wo er durch seine Intelligenz und Kenntnisse, wie durch sein sittlich-männliches Betragen die Achtung aller seiner Mitzöglinge und die seines obersten Vorgesetzten in so vollem Maße sich erwarb, daß jene seinem mahnenden Worte wie dem eines Lehrers folgten, dieser ihn kurz nach seinem Eintritte ins Seminar zum Censor ernannte. Im J. 18.37 erfolgte seine Anstellung als Unterlehrer im genannten Institute und eine weitere ehrenvolle Anerkennung fand er darin, daß er mit namhafter Staatsunterstützung die bedeutendsten Taubstummenanstalten Deutschlands bereisen durfte. Die letzte ehrende Auszeichnung erhielt er 1856 durch Verleihung einer Oberlehrerstelle an demselben Seminare, in welchem er seine erste Ausbildung sich erworben hatte. Als solcher starb er, erst 38 Jahre alt, am 21. Januar 1856. Einer der verdientesten Lehrer der neueren Zeit auf dem Felde des Taubstummenunterrichts wirkte H. mit unermüdlicher Thätigkeit bis zu seinem Tode in seinem schweren Berufe. Seine pädagogisch-didactischen Erfahrungen veröffentlichte er in seiner ausgezeichneten Schrift: „Ausführliche Nachrichten über 20 der vorzüglichsten Taubstummen- und Blinden-Anstalten Deutschlands" (JAugtz-burg 184s), wie sich auch mehrere sehr gediegene Abhandlungen über diesen Unterricht in der „Allgemeinen Schulzeitung“ finden. Heindl, Biographien der berühmtesten Pädagogen, S. 178–80. Bechstein, Deutsche Männer in Lebensbeschreib., S. 78–79. Schmid, Gesch. der Pädagogik, S. 103–4.

J. Franck.
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