ADB:Hauslab, Franz Ritter von

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Artikel „Hauslab, Franz Ritter von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), ab Seite 81, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hauslab,_Franz_Ritter_von&oldid=886685 (Version vom 25. Dezember 2009, 14:17 Uhr UTC)
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Hauslab: Franz Ritter von H., k. k. Feldzeugmeister, einer steirischen Adelsfamilie entstammend, am 1. Februar 1798 in Wien als Sohn eines höheren Officiers geboren, trat, 11 Jahre alt, in die Ingenieurakademie ein, aus welcher er im J. 1815 als Fähnrich in das Infanterieregiment Nr. 2 ausgemustert wurde. Nachdem er noch den Feldzug des Jahres 1815 gegen Frankreich mitgemacht hatte, wurde H. im Mai 1816 dem Generalquartiermeister- Stabe zugetheilt und vorerst bei der Militäraufnahme in Tirol und Vorarlberg verwendet. Schon seine im J. 1817 durchgeführte Aufnahme der Oetzthaler Gruppe erregte Bewunderung und lenkte die Aufmerksamkeit des Generalstabschefs auf ihn. Am 1. September 1819 zum Lieutenant im Geniecorps befördert, kam H. als Professor des Situationszeichnens und der Terrainlehre an die Ingenieurakademie in Wien. Hier lehrte er nun als erster in Oesterreich die früher nur in Frankreich bekannte, aber auch dort nur selten angewendete Methode der Bergzeichnung mit Horizontalschichten und Isohypsen und empfahl auch dem Marinedepartement des Hofkriegsrathes nachdrücklich die Aufnahme von Schichtenkarten für das adriatische Meer. Gleich nach seiner [82] Berufung zur Professur an der Ingenieurakademie wurde H. auch Mitglied der Commission zur Prüfung der lithographischen Versuche des Erfinders der Steindruckkunft, Senefelder, nach welchem Verfahren schon 1825 ein von H. entckzorfener Situationesseichnungsschlüssel in Kreidemanier ausgeführt wurde. Im J. 1827 arbeitete H. an der geognostischen Aufnahme des Erzberges bei Eisenerz in Steiermark, mußte jedoch diese Arbeit unterbrechen, da er zur Escadre in die Levante commandirt wurde. Hierauf der Gesandtschaft in Constantinopel zugetheilt, blieb H. in dieser Verwendung bis zum Jahre 1830 und benutzte die Gelegenheit,Oum die m?rgenländischen Sprachen und die Ver- ältnisse und Zustände im rient zu tudiren. Die gewonnenen neuen Anschauungen und Erfahrungen ergänzte und vertiefte er nach seiner Rückkehr in die Heimath durch c;tfrtges Studrum. an der Wiener Hochschule. In diese Zeit fällt auch der Begnßc1ls der AIagediener Privatbibliothek, Karten-, Stichund Kunstsammlung, we e nach 9 nor nung und Reichhaltigkeit in Anbetracht der bescheidenen Mittel des Gründers ihres Gleichen sucht und die nach dem Tode des Besitzers, leider erst, nachdem ein Theil veräußert worden war, von dem regjerenden Füxsten Joh(;nn zu.Liechtenstein erworben wurde. Nach Wien zurückgekehrt übernahm H. wieder fernen früheren Posten als Professor an der Ingenieurakademie und lsetzt–e a?1ch sei1xs bI:eits früher begonnene Kartfe von Steiermark in zwölf ättern ort. om „S. 1884 wurde H. dem Ho staate des Erzherzogs Karl zugetheilt und mit der Leitung des militärischen Unterrichtes der Erzherzoge Albrecht, Karl Ferdinand und Friedrich betraut. Im J. 1835 zum Major befördert, nachdem er acht Jahre früher Hauptmann geworden war, wurde H. dem AchMed Fethi Pascha also Dolmetsch zugetheilt, als dieser bei der Thronbesteigung Kaiser Ferdinand’s die Glückwünsche des Sulsans ül;ers rachte;l zw;iL?beTh?e MJätks;).;vuriX ö.I.tmit CIhesjhenken des Kchaitzrs an en o es Su tan u e t en en e , au eitete er na eendigungs dieser Mission den Unterricht von zehn nach Wien entsendeten türkischen Officieren, unter denen sich Abdul Kerim, der 1876 im serbischen Kriege siegreiche General, der spätere Commandant der Donauarmee während des russisch-türkischen Krieges befand. Am 22. Mai 1840 zum Oberstlieutenant, am 22. Februar 1844 zum Obersten befördert, leitete H. den Unterricht des Erzherzogs Wilhelm, sowie den der Prinzen Heinrich und Friedrich[1] von Baden, Ende 1843 aber wurde ihm auch die Leitung des Unterrichts in den Artilleriewissenschaften des Erzherzogs Franz Joxßf ;n;ds4ßessen B(Fudersl, des Er erso S Maximi ian anvertraut. m . ..zum zum enera major unLhBTisadier in Brünn befördert, kam H. schon am 30. August desselben Jahres in gleicher Eigenschaft nach Wien und nahm theil an der Einnahme der Hauptstadt. Dann wirkte er als Präsident der.Commission für den Bau des Arfenals, welches nach den Plänen der Archrtekten Van der Nüll und Siccardsburg ursprünglich zur militärischen Beherrschung von Wien bestimmt war. Am 4. Juni 1849 wurde H. zum Feldartilleriedirector der Armee in Ungarn ernannt und es gelang ihm durch gHtschickte Massenverwendung der Artillerie in den Ebenen Ungarns der katserltchen Armee das Uebergewicht über das ungarische Heer zu verschaffen. Dadurch entschied er die ausschlaggebenden Kämpfe bei Szörög und TemesV4r zu gunsten der kaiserlichen Waffen, wofür ihm Vom Orden-scapsel dJ) Ritterkreuz des Maria Theresienordens uerkannt wurde. Seinem azwi entreten ist es auch zu danken, daß ein ßroßer Theil der in die Türkei geflüchteten ungarischen Aufständischen die Waffen niede–rlegte und in die Heimath zurückkehrte, auch wußte er es beim Pascha von Widdin durchzusetzen, daß der Rest der Flüchtlinge jede Feindseligkeit einstellen mußte und nach den asiatischen Provinzen gebracht wurde. [83] Am 16. October 1849 rückte H. zum Feldmarschalllieutenant Vor, am 2. December desselben Jahres wurde er zum Artilleriedivisionär in Wien, ein Jahr später zum Artilleriedirector der 1. Armee ernannt. Mit voller Kraft widmete er sich nun der Hebung dieser Waffe und nahm thätigsten Antheil an der Schaffung wichtiger und bedeutsamer Einrichtungen. Die Errichtung der Artillerieakademie, der Artillerieschulcompagnien, des Equitationsinstitutes, die Vergrößerung des Corps und die Umwandlung des gesammten Artilleriemateriales fallen in diese Zeit. Am 21. Januar 1852 wurde H. die Juhaberschaft des 2. und bei der Neuorganisirung im J. 1854 jene des 4. Artillerieregiments verliehen; nach der Pensionirung des FZM. v. Augustin aber folgte ihm H. als Generalartilleriedirector, 20. Decbr. 1858, in welcher Eigenschaft er während des Feldzuges von 1859 den Kaiser auf den italienischen Kriegsschauplatz begleitete. Am 8. December 1860 wurde H. zum Stadt- und Festungscommandanten von Prag ernannt, doch konnte er diesen Posten wegen Kränklichkeit nicht mehr antreten. Nachdem H. am 14. Februar 1861 mit dem Titel eines Feldzeugmeisters in den Ruhestand versetzt worden war, wurde er am 29. December 1865 wieder in den activen Dienst übernommen, zum wirklichen Feldzeugmeister und zum Präses der Centralcommission der militärwissenschaftlichen Comitss und Anstalten ernannt und nach dem Feldzuge des Jahres 1866 auch in der Commission zur Durchführung der Heeresorganisation verwendet. In dieser Stellung erfolgte im J. 1867 seine Berufung in das Herrenhaus als lebenslängliches Mitglied und am 1. Mai 1868 seine Versetzung in den Ruhestand. H. starb am 11. Februar 1883 in Wien.

Acten des k. und k. Kriegs-Archivs. – Hirtenfeld, Maria Theresien- Orden. – Wurzbach, Lexikon d. Kaiserth. Oesterr. – Archiv f. d. Artillerieu. Ingenieurofficiere d. deutschen Reichsheerets. Berlin 1883. – Mitthlgn. über Gegenstände d. Artillerie- u. Geniewesens, Fly. Jahrg. – Teusfenbach, Neues Illustrirtes Vaterländisches Ehrenbuch, II. – Armeeblatt Nr. 8 vom 20. Febr. 1883. – Militärseitung Nr. 18 v. 16. Febr. 1883. – Oesterreichisch-ungarische Wehrzeitung, Nr. 13 V. 14. Febr. 1883.
Criste.

[Bearbeiten] [Zusätze und Berichtigungen]

  1. Hauslab, Franz R. v. L 82 Z. 20 v. u. l.: Ludwig und Friedrich (statt Heinrich u. Fr.). [Bd. 56, S. 397]
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