ADB:Heis, Eduard

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Artikel „Heis, Eduard“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 665, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heis,_Eduard&oldid=553565 (Version vom 24. Dezember 2009, 05:48 Uhr UTC)
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Heizs: Eduard H., Mathematiker und Astronom, wurde am 18. Februar 180(3 zu Köln geboren. Nachdem er das dortige Friedrich-Wilhelmsgymnasium absolvirt, besuchte er in den Jahren 1824–1827 die Universität Bonn und legte dort durch die Lösung zweier Preisaufgaben Zeugniß von seiner ungewöhnlichen Befähigung ab. Nach Vollendung seiner Studien wurde er Gymnasiallehrer in Köln, im J. 1837 wurde er als Oberlehrer an die Real- und Gewerbeschule in Aachen berufen. Nachdem er im J. 1852 von der Universität Bonn auf Anregung Argelanders zum Ehrendoctor der Philosophie promovirt worden, wurde er gleichzeitig auf Empfehlung Humboldts an die königl. Akademie zu Münster als ordentlicher Professor der Mathematik und Astronomie berufen. Am 30. Juni1877 schlummerte er von einem Schlaganfall getroffen, sanft und schmerzlos ein. Seine wissenschaftliche Thätigkeit war eine sehr umfassende und in den weitesten Kreisen hochgeschätzt. Da er mit einer ungewöhnlichen Sehkraft und Schärfe der Augen ausgerüstet war; lag seine Stärke in den Himmelsbeobachtungen mit bloßem Auge. Eine glänzende Frucht davon ist sein: -„-1t108 11os–us c0e1est.js. 8ten8.e per 111(sclj:1111 1Jur0pa111 801js 0(Ju1js 0o11Spi(:ue1„8 8(J(:unc1un1 ysiAS 1uOjs 1118g11jt11c1i11es 0 (J0e10 jvS0 c1S801–j1Jt–ue` Köln 1872. Besonders wandte er seine Studien den veränderlichvn Störnen, dem Zodiakallichte und den Steruschnuppen zu und der Tod überraschte ihn mitten im Druck des Werkes: „Refultate der in den 43 Jahren 1833–1875 angestellten Sternschnuppen-Beobachtungen“, in denen über 15 000 Beobachtungen mit sorgfältigster u Genauigkeit niedergelegt sind, während seine Zodiakallichtbeobachtungen als „Erste Veröffentlichung der Sternwarte zu Münster“ 1875 erschienen und die Beobachtungen von veränderlichen Sternen nur wenig im Detail bekannt sind. Ueber den veränderlichen Stern Mira im Wallfisch erschien 1859 eine besondere Abhandlung. Außerdem schrieb er eine überaus zahlreiche Menge von kleineren Untersuchungen und Aufsätzen über Astronomie, Meteorologie u. dergl. in verschiedenen Zeitschriften, Gymnasialprogrammen, Lectionsberichten u. s. w. 1858 bis 1877 war er Redacteur und Hauptmitarbeiter der in Halle erscheinenden „Wochenschrift für Astronomie, Meteorologie und Geographie“, mit besonderer Vorliebe arbeitete er für die von ihm mitbegründete Zeitschrift „Natur und Offenbarung.“ Außerdem hat er eine Reihe von Schulbüchern für den mathematischen und Rechen-Unterricht geschrieben, von denen die „Sammlung von Beispielen und Aufgaben aus der allgemeinen Arithmetik und Algebra für Gymnasien“ bereits die L20. Auflage erhalten hat und in mehrere neuere Sprachen übersetzt worden ist; auch seine akademische Thätigkeit fand ihren Schwerpunkt in der Heranbildung von Lehrern der Mathematik. Seine religiösen und politischen Anschauungen folgten der streng katholischen Richtung. Aus seiner sehr glücklichen Che hinterließ er mehrere Töchter. Vgl. Vierteljahrsschrift der astron. Gesellschaft. 12. Jahrgang. Leipzig 1877.

Th. Lindner.
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