ADB:Helmold von Bosau

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Artikel „Helmold von Bosau“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 702, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Helmold_von_Bosau&oldid=553603 (Version vom 5. Dezember 2009, 13:39 Uhr UTC)
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Helmold, Pfarrer zu Bosau am Plöner See im 12. Jahrhundert, war ein Schüler Gerolds, des ersten Bischofs von Lübeck, welcher früher der Schule in Braunschweig vorgestanden hatte und hat in dem Augustinerkloster Neumünster unter Vicelins Leitung gelebt. Veranlaßt durch Gerold beschrieb er die merkwürdigen [703] Ereignisse, die er großentheils selbst erlebt hatte: die Wirksamkeit des Vicelin; die harten Kämpfe mit den Wagriern und die Stiftung der Oldenburger, bald nach Lübeck verlegten Kirche; die Berufung fremder Colonisten in das entvölkerte Land. Vorzüglich hierüber sind seine Nachrichten von hohem Werth; auch in weiterem Umfange sind sie lange sehr geschätzt gewesen, jetzt aber hart angegriffen als unglaubwürdig. Ungenauigkeit in der Benutzung älterer Quellen und in Berichten über entferntere Vorgänge, Parteilichkeit in der Darstellung der ihm näher liegenden Ereignisse sind ihm unzweifelhaft nachgewiesen, doch bleibt immer seine Chronik der Slaven ein Werk von hervorragendem Werthe. Sie reicht bis 1170; er selbst wird 1177 zuletzt erwähnt. Ueber seinen Fortsetzer Arnold s. Bd. I. S.582.

Ausg. v. Bangert 1659, von Lappenberg, Mon. Germ. SS: XXI. Uebers. von Laurent 1852. C. Schirren: Zur Kritik älterer holst. Geschichtsquellen, 1876. Entgegnung von Wigger im Jahrb. d. Vereins f. Mecklenb. Gesch. 1877.
Wattenbach.
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