ADB:Heraeus, Karl Gustav

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Artikel „Heraeus, Karl Gustav“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 15, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heraeus,_Karl_Gustav&oldid=553752 (Version vom 25. Dezember 2009, 14:13 Uhr UTC)
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Heraeus: Carl Gustav H.. deutscher Dichter, geb. 1671 zu Stockholm von deutschen Eltern, kam 168t5 nach Stettin inS Gymnasium und besuchte als- dann die Universitäten Frankfurt a. O., Gießen und Utrecht. Mit besonderer Vorliebe beschäftigte er sich mit der Münzen- und Medaillenkunde und gab sich 1m Zusammenhang mit diesen Studien auch der damalS so beliebten Spielerei [16] mit Emblemen und Sinnfprüchen hin. Sein poetifcheS Talent war äußerst dürftig; er steht darin selbst hinter seinen Zeitgenossen Canitz und Besser, deren nüchterne Correctheit er sich zum Muster genommen hat, weit zurijck. Sein Ehr- geiz ging dahin, an einem Hof Unterkommen zu finden, an welchem er, ähnlich wie Besser in Berlin und später König in Dresden, bei feierlichen Gelegenheiten seine Talente nutzbar machen könne. Der Schwarzburg-SouderShausen’sche Hof, an welchem er sich mit dem Titel eineS HofrathS eine Zeitlang aufhielt, bot ihm einen zu beschränkten Wirkung?-kreis dar, er trat wie mehrere andere Protestanten der damaligen Zeit in Wien zum KatholiciSmuS über, um bessere Carriere zu machen (1709H), wenigstens zeigt sich in seiner DenkungSart, soweit wir sie aus seinen Dichtungen zu beurtheilen vermögen, nichtZ, waS un?- auf eine innerliche Neigung zur katholischen Kirche schließen ließe. Kaiser Joseph 1. ernannte ihn zum Antiquitäten-Jnfpector. Unter Karl R’1. erhielt er den Titel eineZ kaiser- lichen Ratheö und seine Dienste wurden für Jnfchriften aufMedail1en, bei Jllu- minationen, Trauergerüften 2c. mehrfach in Anspruch genommen. Auch hat er einige StaatSactionen in seinen wässerigen Reimen befungen; die meisten seiner Schriften handeln indeß Von numiSmatischen Dingen. Nicht uninteressant ift seine Tht–ilnahme an den Bemühungen, die in Vergessenheit geratht–nen Be- strebungen der Sprachgesellschaften neu zu beleben; seine »unvorgreiflicl)en Ge- danken" über diesen Gegenstand hat er al8 Anhang zu seinen Gedichten veröffent- licht. Der materielle Lohn für feine Arbeiten soll indeß nach einer Tradition, die unS Reinwald in einem Artikel überH. im Leipziger allgemeinen litterarifchen Anzeiger (–18«0 Nr. 1?2;) aufbewahrt hat, kein sehr glänzender gewesen sein. H. starb in Wien 173O. Seine Grdichte erschienen gesammelt in Wien 1715, am verbreitetsten ist jedoch die Nürnberger A11-Sgabe von 1721 ,,Gedichte und Latei- nische J11schriften deS .. . Hcräus5«; in demselben Verlage erschienen zugleich auch seine lateinischen »111S(–1–jptj01–1eS et Sz–1111z01:1–s mit Abbildungen der von ihm er- funde11en Embleme. Besondere Erwähnung verdient sein ,,Versuch einer neuen deutschen )1keimart nach dem Metro dez sogenannten lateinischen Ht-xametri und Pentametri, in einem Glückwunsci)e bei Caroli R’1. weltcrkreulichem GeburtS- tage, :11111o 171Z«, ein Gedicht in clegifchen Diftichen, in welchem jeder Hexa- meter aus den folgVnden Hexameter und jeder Pcntamrter auf den folgenden Pentameter reimt. Man hielt diese Gedichte längere Zeit hindurch fälschlich für den ersten Versuch in deutschen Hexametern (vgl. Wackeruagel, Kleinere Schriften, Bd. 1l. S. 59 f.s). Die numiSmatifchen Schriften dez HeräuS find bei Adelung-Jöcher auf- gezählt. Die Litteratur über H. bri J–ördcn-Z; Koberfteiu.

Creizenach.
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