ADB:Herberstein, Johann Graf von

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Artikel „Herberstein, Johann Graf von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 34, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herberstein,_Johann_Graf_von&oldid=553764 (Version vom 25. Dezember 2009, 21:42 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Herberstein, Georg Sigmund Freiherr von
Band 12 (1880), ab Seite 34. (Quelle)
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Herberstein: Johann Karl H., Graf, geboren zu Graz am 7. Juli 1719 als vo1«letzter Sohn dez Grafen Johann Ernst von H. (geb. am 5. Juni 1671, f 1746), wurde zu Ende deS 1769 Coadjutor und nach des Grafen Petazzi am 28. November 1772 erfolgtem Tode wirklicher Fürstbischof zu Lai- bach am December 1772. Ju dieser Würde that er sich durch seinen rück- haltlosen Eifer als Vntfchiedener Anhänger der kirchlichen Reformen JosefS ll. hervor. Rühmte einerseits der Kaiser den ergebenen Rcgierungsmann und tole- ranten Kirchenfürsten, den er in seinen Erlassen den übrigen Bischöfen der Monarchie alS nachahmen8wertheZ Muster vorstellte, so erntete dieser andererseitS die gchässigsten Angriffe der Gegner dez Josefinifchen System-S, die ihn mit Spott und Verläumdung verfolgten. Papst PiuS V1. selbst ergriff die Gelegenheit, da – er auf der Reise nach Wien bei H. am 16. März 1782 übt–rnachtete, demselben offen die Mißbilligung über seineHaltung auSzusprechen. Doch ließ fichH. auch dadurch keineSwegi3 beirren. Die:- geht namentlich au3 seinem Hirtenbriefe vom Juli 178Z hervor, in welchem er seine kirchliche Gemeinde über die kaiserlichen Erlasse bezüglich der Toleranz, Klöfteraufhebung, Ehe u. s. w. belehrt. Er stellt ferner die Grenzen der landed5herrlichcn, der bischöflichen und endlich der päpftlichcn Gewalt fest und sagt u. A.: Die Macht aller Bischöfe sei gleich. Wohl sei der Papst als Nachfolger Petri der Erste unter ihnen. Toch habe sein Primat nur den Zweck, Spaltungcn vor- zubeugen und für die Einheit und Reinheit der katholischen Lehre zu sorgen. Er sei aber keine?-fallS dcr allgemeine Bischof. Jn die JuriSdiction der anderen Bischö?-z habe cr sich nicht zu mengen. Die MönchSorden seien keine göttliche Einricl,:ung, sondern nur eine menschliche Erfindung, dermalen sehr entartet und der Kirche entbehrlich. ––– Derartige Behauptungen waren allerdingS nicht nach dem Sinne dcS PapftcS Piu–S L1. –– A13 Josef 11. feinen Liebling H. zum Erz- bischofe von Laibach erhoben zu sehen wünschte, da bezeigte PiuS l’1. zwar die größte Bereitwilligkeit, den Wünschen dez Kaiser?- bezüglich der Errichtung eine?- Erzbi8thume3 zu Laibach mit zwei Suffraganbischöfen zu GradiSka und Zengg zu willfahren, weigerte sich jedoch entschieden, H. zum Erzbischof zu ernennen, um nicht durch diese Erhebung den Schein auf sich zu laden, alS billige er die von diesem gelehrten Jrrfätze. VergebenS versuchten Kaunitz und Hrzau zu ver- mitteln. Da Jofef11. weder von Ausstellung eincß- andern Candidaten, noch von einem Widerrufe der beanstandeten Sätze HerbersteinZ ctwaß5 wissen wollte, fo zogen sich die Verhandlungen resultatloß3 fort, biS der am 7. October 1787 erfolgte Tod HerberfteinS sie plötzlich beendete. Wurzbach, Biogr. Lex. R’111. (»Wien 1862) S. 844––346 und die dort angegebene Literatur. – Brunner (Sebaftian), Theol. Dienerschait am Hofe JofefS 1l. (Wien 1868). – Brunner (Sebaftian), Die Mysterien der Auf- klärung in Oesterreich (Wien 1869). –– Brunner (Sebaftian), Der Humor in der Diplomatie. 2 Vde. (Wien 1872). –– Hock und Bidermann, Der österreich. StaatSrath (Wien 1879). –– Krone-S, Gesch. OefterreichZ. 1V. (Berlin 1879s) S. 497.

A. B. Felgel.
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