ADB:Herbinius, Johannes

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Artikel „Herbinius, Johannes“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 41, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herbinius,_Johannes&oldid=553773 (Version vom 24. Dezember 2009, 05:14 Uhr UTC)
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Herbinius: Johannes H., evangelischer Theolog in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert?-. Zu Pietschen in Schlesien alS Sohn eineS Rector8 ge- boren – wann, ist ungewiß – studirte er zu Wittenberg Theologie und Philologie, erwarb sich daselbst die Würde eines Magister?- der Philosophie und wurde bald nach vollendeten Studien in seinem Geburts-Horte an seines Vatet8 Stelle Rector, wofür ihn die Universität Wittenberg empfohlen hatte. Ju gleicher Eigenschaft kam er 1661 nach Wohlau in Schlesien, wo verschiedene junge Edelleute, angezogen durch feine gute Lehrmethode, seineS UnterrichteS sich be- dienten. Doch verweilte er hier nur zwei Jahre, worauf er 1663 nach Boja- nova in Großpolen sich begab mit der Absicht, daselbst eine evangelische Pro- vinzialfchule ins Leben zu rufen. Um vorerst die zur Erbauung eine-Z Schul- ha1;feS erforderlichen Gelder zufammenzubringen, machte er verschiedene Reifen the1lS nach Wittenberg, theil8 nach Holland, fak) sich aber nach seiner Heimkehr durch Streitigkeiten mit seinen evangelischen GlaubenZgenossen veranlaßt, fein Schulamt in Bojanova niederzulegen und Rector der deutschen Schulen zu [42] Stockholm zu werden. Aber auch hier war feines BleibenS nicht lange, weil er 1674 nach Wilna in Litthauen als erster Prediger der lutherischen Kirche be- rufen ward. Mit feinen dortigen AmtSb1üdern in Zwiftigkeiten wegen deS FlacianiSmuS verwickelt, wurde er 1675 seine-? Amtes entsetzt, hielt sich hierauf amtlo8 eine Zeit lang zu Königsberg und Danzig auf, bi8 er 1676 eine Pfarr- stelle zu Graudenz erlangte, wo er jedoch schon 1679 (nach anderen bereits den 14. Febr. 1676, 44 Jahre alt) starb. Ein sehr gelehrter und um die polnische evangelische Kirche wohlverdienter Mann »äjgnuS me1jo1–jbu8 k8tj8- 11jSj b8njg– 11jo1–em k0rtunem1 jnco11St9.11t,j 811jmo S8epjuS j1«1«jt8SSet«- machte sich H. durch viele Schriften bekannt, die zu ihrer Zeit in großem Ansehen standen. Außer einer 1J1o(1ue11tj8 a(:a(1e111jOa- p01jtjca- t1on1e8tjca- einer »0r8-ti0 A11 epj8(:opoS 1)811i8e pro eO(:1eSjjS 1’o1011j:-1.c–«» »cA.1–mj11a 1z–ricu« u. a. übersetzte er schon zu Pietschen Luther’ö kleinen KatechiSmuS ineS Polnische, dessen er vollkommen mächtig war und der lange Zeit bei den polnisch-evangelischen Gemeinden in Schlesien und Preußen in Gebrauch blieb und vielleicht noch jetzt ift. Ebenso übertrug er mehrere deutsche Kirchenlieder in dieselbe Sprache, welche in dem polnischen Gesangbuch-e (s.Vrieg 167Z«) mit einem bezeichnet sind und zu Wohlau gab er einen »(«1-u–jS :1(1 t’z(:j1jtztOm etuSu111 1ogjc:1e« (OelZ 1663) herauS, und zu Danzig wiederum ließ er die Aug8burgische Confession in daS Polnische übersetzt mit feinem neuverbesserten KatechiSmu§3 (’Danzig 1675) im Druck erscheinen. Seine letzte Schrift ift betitelt: »lie1igi0S:2e Iii»j0yjenSeS (’rz-pt.-1S S. lcj.jotz–j8 Subterr:111ea–* (Jena 1675, mit KuPfern), worin die unterirdischen Gänge und Begräbnisse vieler Heiligen bei der Stadt Kiew beschrieben und erklärt werden und worin der Verfasser im zweiten Capitol sich bemüßigt sieht zu erweisen, daß diese Stadt nicht daß alte Troja gewesen sei, auch denen wider- spricht, welche behaupten, daß der Dichter Ovid hier im Exil gelebt habe. Scheffler, S11e(–jA 1jte1–-1t21. Witte, l)j-11–. 11j0g1–. ll. 8(1 sum. 1676. Seelen, Bil-1. 1.uk-ec. 1s-. 64 Sammlung von alten und neuen theolog. Sachen, 1729. S. 1(»s99––1114. Jöcher I1, 1Ls25.

Franck.
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