ADB:Hirzel, Salomon (Staatsmann)

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Artikel „Hirzel, Salomon (Staatsmann)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 498, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hirzel,_Salomon_(Staatsmann)&oldid=554071 (Version vom 25. Dezember 2009, 07:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Hirzel, Ludwig (Hebraist)
Band 12 (1880), ab Seite 498. (Quelle)
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Hitze!: Salomon H., Staattzmann und Geschichtschreiber, geboren am 1J. Mai 1727, † am 15. Novbr. 1818. Der jüngere Bwder des Philanthropen Hans Kaspar H. (s. den Art.), wurde H. gleich demselben infolge dees Aufenthaltes des Vaters in Cappel bis 1740 auf dem Lande erzogen. Nachdem der ältere Bruder sich zum Studium der Theologie nicht hatte entschließen können, wandte sich auch H. auf Brcitinger’s und seines früheren Erziehers Simler Antrieb hin, gegen den anfänglichen Wunsch des Vaters, von der Vestimmung zur Theologie ab und den Staatsgeschäften zu, dem Vorgange des Vaters und Großvaters; folgend. H. studirte zu Halle zumeist unter Nettelblatt und Böhmer, machte dann eine Reise über Berlin und durch Frankreich und stieg, nach Zürich zurückgekehrt, in der Uebung der Canzleiarbeiten nach damals; gewohnter Weise zum Anspruch auf höhere Functionen empor. 1758 erhielt er alß unterer Rathssubstitut die erste Beförderung zum Get)ülfen des zweiten Staatsschreibers. Schon als Zögling der höheren Schulen war in einem wissenschaftlichen Vereine mit ähnlich strebenden Jünglingen zu Basel in Comsspondenz getreten, und dadurch, daß nunmehr 17(3CT) bei der dritten Säcularfeicr der Basler Hochschule mit dem Basler Staatssecretär Iselin (s. den Art.), die alte Freundschaft erneut-rte, dadurch, daß nach seinen eigenen spätcrn Worten ,;Von Freude über die neue Au3sicht einer freundschaftlichrn Tagsatzung die Herzen überströmtrn und unter diesem Gedanken mit wehmüthiger Zärtlichkeit von einander geschieden wurde", war der erste Grund zur l)elvtisch1–n Gesellschakt gelegt, deren (Sonstit11irung freilich dadJ Verdienst des älteren Bruders is. den Art. Hans Kaspar H.) war, 17sL, nachdem 17ti1 erst ein engerer Krriö- von Freunden zu „der Luftpartie im fokratischen Verstande“ in Bad Schiuznach sich eingefunden hatte. J–selins und Hir.zel´s Absicht, „Allem den Schein cinc–5 witzigen Mutt)willnL4 zu geben und unter dieser Bedeckt1ngEntwürft– zu machen, die dem Vaterlande gewiß nützlich sein müssen", ist bekanntlich in diesen Zusamnu–nkünften gleichstrebender Freunde erreicht worden, und VS bleibt Hirzc–l“5- Verdienst, zuerst von Zürich ans zu der Veranstaltung dieser Anregungen die Hand geboten zu haben. Seine damalige DenkenHart zeigt am tre-ffendsten sein 17ti1 erschit–11onci.5 politisches Drama im Bodiuer“schen Geschmacke: „Imiius Brutus, als Dichtung nicht gelungen, aber der rühmlicho Ausdruck jugt–ndlich feuriger opferbtreiter patriotischt–1´stimmung. 17H2 Vorsteher der Staatscanzlei, erwarb H. nun auch st–int– kür seine späteren historischen Studien unentbehrliche Kenntniß de:- Archives. 17tjs wurde er Mitglied des kleinen, 1773 des geheimen t)iathes und 178.’s erhielt er als Standesseckelmeister eine der höchsten Rangstuke1–1 seines heimischen Staatswesens. Einsicht, Redlichkcit, 11cberzeug11ugstreue, republika11ische Einfachheit zeichneten ihn als Staatsma1111 aus; dagegen trat zeitweise auch bei ihm daß dem Bruder anhaftende erregte Wesen zu Tage. Auch ihn entfernte daß- J. 1793 von den öffentlichen Geschäften, in die er erft 1803 mit der Mediation aliJ Niitglicd des Großen Rathes für einige Jahre wicder eintrat. Er beschäitigte sich nun nur noch mit eifrigen wissc1ischaftlichen, besonders historischen Studien, auch hierin krüheren Anregungen, vorzüglich von Bodmer’s Seite, folgend. Neben alljährlichen Beiträgen zu den allerdings nach der damaligen Bchandlungsweise wissenschaftlicher Bedeutung nahezu entbehrenden Neujathrsblättern – Deceunien hindurch verfaßte er bis 1790, wieder 1804–15, den Text der Gaben von der Stadtbibliothek –, welche er 1806 als „Cdle Züge aus der Schwei.zergeschichte“, gesammelt herausgab, waren von ihm biographische Arbeiten erschienen, 1782 „Denkmal Isaak Iselin-s“, 1804 [499] „Angedenken meines Bruders und meiner Freunde Ulrich und Schinz“ (Antiftes Ulrich, † 1795, war ein Altersgenosse und steter Jugendfreund des Verfassers,), 1805 „Denkmal Heinrich Kilchsperger’s, gewesenen Bürgermeisters in Zürich“ (sgestürzt 1798 durch die Revolution). Sehr ehrenvoll war für die eingehenden Studien des greisen Forschers daß lateinische Werk größeren Umfanges: „1)isqujsjtj0 C16 I18,gistratus ju urb8 `1’jgurj119„ ju rek01–mstjo11js opere 1zr21est.jt0 0kiicj0 von 1810. Allein nun sammelte der hochbetagte Mann früher zusammengebrachte Materialien noch zu einer zusammenhängenden historischen Darstellung, die als „Zürcherische Jahrbücher“ in 5 Bänden bis 1819 erschien. Nichts weniger als altersschwach, ist das Werk eine Leistung, die alle Anerkennung verdient. In der Einleitung kürzer gehalten, bietet dasselbe vom zweiten Buche, von 13I–35 an, eine nach Jahren geordnete, bis 1515 reichende Geschichte Zürichs, die, aus vielfach neuem ungedrucktem Material aufgebaut, allerdings durch für die Vaterstadt mitunter zu optimistische Auffassung der Kritik Blößen bietet. Am 92. Geburtstage dedicirte H., „der älteste Bürger der Stadt“, sein Werk der zürcherischen Regierung, sprach aber die Hoffnung darin aus, auch noch die Reformationszeit schildern zu können: „Der Trieb zur Arbeit, dieses Vergnügen mriues Lbens, ist noch nicht ausgelöscht". Aber mochte auch der Geist frisch bleiben, nur vier Monate später brach die körperliche Kraft. Ein ehrwürdiger Zeuge einer vergangenen Zeit, starb H. noch in diesem 92. Lebensjahre. Vgl. ein Neujahrsblatt der Stadtbibliothek von 1822, sowie H. Escher in der Allgem. Encytlopädie Ca. a. O. S. 41 u. 42).

Meyer von Knonau.
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