ADB:Hoffmann von Fallersleben, Heinrich

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Artikel „Hoffmann von Fallersleben, Heinrich“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 608, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoffmann_von_Fallersleben,_Heinrich&oldid=826097 (Version vom 1. Dezember 2009, 16:01 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Hoffmann, Ernst (Anatom)
Band 12 (1880), ab Seite 608. (Quelle)
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Hoffmann: August Heinrich H. von Fallersleben wurde am 2. April 1798 zu Faller?-leben an dcr Südoftgrenzc- dez KurfürftenthumLH Hannover geboren. Seine Kinderjahre waren meist heiter, obwol die aufregenden Wirrnissc dcr Zeit gerade ihm nicht verborgen und nicht ohne nachhaltige Eindrücke auf ihn blieben: sein Vater, der Kaufmann und Bürgermeister Heinrich Wilhelm H., war, ob- gleich deutsch gefinnt, doch wegen seiner strengen Rcdlichkcit auch von den Feinden geachtet und wurde am 1. October 1810 bei Bildung des Königreich?; West- phalen zum (–:1.11t0n–111:1i1–e ernannt. Deu ersten Unterricht genoß LJ. in der Bürgerschule zu Fal1erö1ebcn; am s. April 1812 kam Dr in daß Gymnasium nach Helmstedt und blieb dort, fleißigem und crfolgr(–ichem Studium hi11gcgrben, da8 jedoch 181Z durch einen scchsJmonatlichen Aufenthalt im Elternhaus?- unter- brochen wurde, bieS zum 1s). April 1814. WenigeTage darnach (sam 2H-. April) wurde er in die erste Classe deS CatharincumS zu Braunschweig aufgenommen. Schon in Helmstedt hatte sich PoetischesZ Streben in dem Knaben gerührt; mit der fleißigen Lectüre dcr deutschen Dichter verbunden sich eigne Versuche in der Poesie, welche durch die mißgünftige Aufnahme einzelner Lehu–r eher gemehrt wurden. Jetzt führte die- patriotische Bewegung dcr FrciheitL-kriege zur Lectüre Körner?- und zum vaterländischcn Dichten; daneben erwachte, alS nach der Niederlage Napoleons? dits früheren, vielfach vcrrottcten Zustände wieder ein- drangen, die Neigung zur Satire. Vier ,,deutscho Lieder" wurden im Mai1815 zu Braunschweig gedruckt. Mehrere GelcgcnheitL-gedichte folgten; masscnhafte poetische Versuche, bei denen verschiedene Muster, namentlich Kost-garten, vor- schwebtcn, blieben unveröffentlicht. JmFrühling181e3 verließ H. Braunschweig und bezog die Universität Göttingen, wo cr am 2C). April immatriculirt wurde. Nach dem Wunsche seines? VaterS hatte rr daß Studium der Theologie erwählt, wenn er auch, eben jetzt aueS feiner biSherigen ,,«lc–ichtsinnartige11 Unbekümmerthcit« zum Bewußtsein erwacheud, sich selbst bekennen mußte, daß ihm jede Neigung für diesen Be1«uffehle. Sein eigner Sinn trieb ihn vielmehr zur Philologie. Ein Besuch bei seinem Ohcim und Pathen, dem Pastor Heinrich August Hoff- mann zu Mühlhausen im Waldeckischcn lim September und October 1816) be- fiärkte ihn in diesem Hange, der Vater willigte in dit- Aenderung dez Studien- planeS und mit neuem Eifer gab sich H. seit dem Wintersemester 1816–.««17 den philologischen und litterarhistorifchcn DiSciplim–n hin. Größere A11Zflüge während der Ferien, der Erholung und der wissenschaftlichen Forschung gleichmäßig dienend, [609] unterbrachen zu verschiedenen Malen die Eintönigkeit deZ Göttinger Universitäts- lebenZ. Bedeutend wurde für H. die Reise im Herbst 1818. Damals gewann er fich zu Cassel die Freundschaft der Brüder Grimm, vornehmlich Jakobs, welcher daß volle Jnteresse des Suchenden auf die deutschen Studien lenkte, die ihm biZher zwar Theilnahme entlockt hatten, den griechischen aber weit nach- gestanden waren. Der häufige Verkehr mit Lorenz Oken zu Jena in dem folgenden Monat führte zum Abdruck zahlreicher, größtentheil-H politischer Epigramme in Oken’Z ,,JsiS oder encyclopädischer Zeitung" von 1818 und 1819. Die meisten dieser Sinngedichte sind poetisch unbedeutend, ohne treffende Spitze; der Witz ift plump oder in einem gesuchten Wortspiel enthalten, öfter künstlich gemacht al-z natürlich hervorfpringend. –– Für das Studium dez deutschen AlterthumS bot Göttingen wenig; allgemeinere litterarhiftorifche und philologifche Kenntnisse er- warb sich H. durch fleißige Benutzung der reichhaltigen Bibliothek und in den Vorlesungen Bouterwek’S, Disfen’S, Fiorillo’S und Welcker’s. Als letzterer an die neugeftiftete Universität Bonn berufen wurde, verließ H. im März 1819 die ihm auch durch die politischen Zustände verleidete hannoveranische Hochschule und folgte dem geschätzten Lehrer. Am 10. Mai 1819 wurde er, den eben auch der Tod seines VatereS (sam 2J. April) zu ernster, bestimmt dem Ziele zuftrebender Arbeit mahnte, in Bonn alS Stu(1. 1711j101. immatriculirt. Mehr alS auS den Vorträgen der Tocentcn der Universität lernte H. durch fein unermüdliche8 Sammeln in Truckwerken und Handschriften für deutsche Sprache, Litteratur- und Culturgeschichte, wobei ihm seine Stellung als- BibliothekSsecretär (feit dem 1Z. November 1819:) manchen Vorschub that. So konnte er im April 1821 die am 8. Januar entdeckten ,,Vonner Bruchstücke vom Otfried nebst andern deutschen Sprachdrnkmälern« herauiJgeben, seine erste wissenschaftliche Schrift, deren Vorrede brrritS den Ansatz zu einer Uebersicht der mittelniederländischen Poesie enthielt, an dcrH. zeitlebenS weiter arbeitete. Urberhaupt tratdi1– nieder- ländische Litteratur ihm immer näher. Ju die im März 1821 erschienene Samm- lung seiner ,,Licder und Romanzen« nahm er mehrere Uebersetzungen holländischer VolkSliedt–r auf; die Reisen, die 1–r suchend und samn1elnd von Bonn au8 in die benachbarten Provinzen TeutfchlandS und in die holländischen Grenzbezirke unter- nahm, gaben auch für diesen Zweck manchcrlei Ausbeute; nun verließ H. am 11. April 1821 Bonn und begab sich über Trier und Cöln nach Leyden, wo er im Hau-S eine-J deutschen ArztrS, 1.)r. G. Salomon aueS König8berg, im freund- ' schaftlichen Verkehr mit dem Dichter Willem Vilderdijk und anderen hervor- ragenden Gelehrten vom 22. Juni biS zum 6. October verweilte, rastlofen und mannichfachen Studien über die altnicderländische Litteratur hingegeben, deren Resultate theilZ erst nach Verlauf ei11eSJahrzehnte8 in den -»l–lo1«ste13S1gjc(t0« ge- druckt. theilS von Bilderdijk 1822––:2Z in seinen -.«1’:281– S11 e1jc11t.1cunc1jge11 Ver- Sck1eic1e11l1e(1e11« hOraue3gegeben, theilS von van Kampen inZHolländische übersetzt, im .(11ge1v. 1i0118t– en l.et.te1–b0(1e 1821–s!2 veröffentlicht wurden (0ye1– äe 0uc1e 110118m18(t11e 10tte1–15u11(1e). Ueber Amsterdam kehrte H. nach Deutschland zurück und langte am December 1821 in Berlin an. Herzliche Aufnahme und wahre Förderung nach allen Seiten feines-S wissenschaftlichen Streben?- fand er daselbst in dem Hause dez geheimen RatheßS K. Hartwig v. Meusebach; selbst zu mancher kleineren Publication (,,Die Schöneberger Nachtigall«, eine Liedetsamm- lung von 1822 u. a.) gab der beständig anregende Umgang mit dem unermüd- lichcn Sammler Anlaß. Der Versuch, an dcr Berliner Bibliothek eine Stelle zu erhalten, schlug fehl; auf zwei Eingaben vom 1. und vom 14. Januar 1823 wurde H. endlich am 4. März ,,bei der Centralbibliothek in Breslau alS CuftoS vorläufig und zur Probe auf ein Jahr gegen eine Remuneration von 300 Thalern« angestellt. Am 24. März kam er an dem neuen VestimmungSorte an. Die [610] Verhältnisse in Vreß’-lau gestalteten sich zum Theil durch die eigne Schuld Hoff- mann’S, der sich mit feinen Ansprüchen nur ungern den Anforderungen seiner Vorgesetzten fügte, theilweife durch die Jntriguen und Chicanen der letzteren von Jahr zu Jahr unerquicklicher. Zwar wurde H. am 8. August 1824 auf die Empfehlung dez OberbibliothekarS Professor Wachler definitiv zum CuftoS an- gestellt und im Mai 1825 in feinem Gehalt aufgebessert, durch die persönliche Gunst de8 Ministers Freiherrn v. Altenfteiu und des geheimen RatheZ 1)1–. Jo- hanneS Schulze auch gegen den Willen der Facultät am 18. März 18Z0 zum außerordentlichen Professor »für das Fach der deutschen Sprache und Litteratur mit einem jährlichen Gehalt von 200 Thalern« ernannt – am 28. Februar 1831 hielt er seine AntrittSrede über Luther’8 Verdienste urn die deutsche Sprache – und am 15. November 18;35 gleichfallS gegen daß Gutachten der Facultät sogar zum ordentlichen Professor befördert; aber erst mit dem völligen Austritt aus dem Bibliotheke5dienste, von dem er am 22. November 18Z8 auf wiederholte;; Anfuchen entbunden wurde, schienen seine amtlichen Beziehungen in VreSlau an- genehmer werden zu sollen. Neue auSgedehnte Reisen, theilweise mit Unter- stützung de8 StaateS unternommen (MPOso im Sommer 1827 und 18L34 nach Wien, 1836 und 18Z7 nach Dänemark und Holland) und zahlreiche Publicationen hatten indessen Hoff1nann’eS Namen in den wissenschaftlichen Kreisen dez Ju- und Au§landesS ehrenvoll bekannt gemacht. Schon am 14. Juni 182?–3 promovirte ihn die Universität Leyden, dcr er den erst 1830 alS HabilitationSsch1–ift gc- druckten ersten Theil der -.l1o1–8e l3e1gjc:te«– («(10 2111tj·.zuio1–il2uS 1301gz11––11111 1it.O1–j8MPO) gewidmet hatte, zum Doctor der freien Künste; holländische und deutsche gelchrte Jnftitute ernannten ihn zum Mitglied. –– Da?: gesellige Leben in Vre4-Blau suchte H. zu heben, indem er unter anderem am 2. September 1826 mit jungen Ge- lehrten, Künstlern und K-unstfreunden die auch litterarifch thätige »zwecklose Gesellschaft" gründete, für welche viele feiner dichterischen Versuche der folgenden Jahre (s,,Maikäferiade« 182t3, ,,Kirchho?2Jlieder« 1827, ,,Muckiade« 1Z28, »Jäger= lit-der« 1828, ,,Weiubüchlein« 1829 2c.) zunächst bestimmt waren. Ueberhaupt wurde die poetische Thätigkeit neu angeregt durch gelegentliche Anlässe des freund- fchctftlichen und geselligen Lebens wie durch den Einfluß einer unglücklichen Neigung zuCaroli11e o. Moufebach (y«»Rofegilge« und ,,Arlikona«), zu ,,Botheina«. vom 2. April 1881 biS EndeNovemberS 1832 mit H. verlobt, und endlich zu ' der ,,namenlosen"Sck)westcr einetz Freunde-S, die daß überall günstig a11fge11ommt–ne ,,Vuch der Liebe" von 18Z0 verherrlicht. Schon 1826 hatte H. die zum größten Theil 1821––2Z auS dcr Liebe zu der Leydener Freundin Elisabeth Kemper c»Mcieli«) und zu »Rosegilge« cutfprungcneu und bald wiederholt ausgelegten ,,allemannischen Lieder" herausJgegeben. Wahrhaft menschliche Empfindungen, schmerzliche und heitere, erklingen hier voll und rein, meist auch im schlichten Ton de?- Volk–SliedeS, ohne daß aber wie in Hoffmann’-Z Vorbild, den allemanni- schen Gedichten Hebel’S, der Dialect zum poetischen Colorit und zur localeu Charakteristik ctwasJ beiträgt; er wird ost bloße Spielerei, dieselbVnEmpfindunge11 ließen sich gewöhnlich ebenso gut mit den gleichen Worten hochdcutsch aussprechen Auch die in der hochdeutschen Schriftsprache abgefaßten Gedichte (seit 1827 wiederholt gesammelt, besonderS 184:3 und 185Zy) sind nicht frei von K«ünfteleicn wenigftenS in der äußeren Form deS Verst–4S und von fpitzfindigen Wendungen de8 Gedanken?- und des sprachlichen AuSdruckS. Jm Allgemeinen faßt H. in einfacher, prunkloser Form einen harmlos- bescheidenen, bisweilen auch recht trivialen Gehalt ohne Tiefe des Gedanken?- und der Empfindung. Wo ein u innigereß3 Empfinden zu Tage tritt, ist e5 meist wahr und wird eben durch jene Einfalt der durchauS glatten, aber nur seltex1 bedeutend herau8gearbeiteten Form gehoben. Ju den LiebeSliedern, namentlich in den kurzen, spruchartigen Gedichten [611] [Seite fehlt] [612] innigfte und kräftigfte Theilnahme brachte er der durch die Kunftdichtung ver- drängten und von den Holländern selbst verachteten VolkSpoefie entgegen. So ganz gab er sich ihrem Einfluß hin, daß er selbst (seit 1821) eine ziemliche An- zahl altniederländifcher Gedichte, »l.0Dser1:en8«- verfaßtr, fast durchweg Liebe-?- lieder, bald heiter, bald schwermüthig, stets aber innig und zum Herzen sprechend, wahre Poesie, im Ton der schönsten alten Volke3lieder gehalten, ähnlichen Charakter?- die lustigen, nie aber inS Bänkelsängerischc auSartenden Trinklieder. Eingeleitet wurde die ganze Sammlung der »liO1«8e Be1gjc8e« durch die dreimal (szuletzt 1857) überarbeitete und vermehrte Uebersicht der mittelniederländischen Dichtung, anfänglich chronologisch, später nach den DichtungSarten und alpha- betisch geordnet, zuerst von auZführlicheren Notizen über den Dichter und die Entstehung der einzelnen Werke begleitet, 1857, nachdem unter Anderem besonders Jonckbloet’Z Geschichte der mittelniederländischen Dichtkunst erschienen war, fast nur mit bibliographischen, in dieser Hinsicht aber erfchöpfenden Bemerkungen versehen. Während H. so die Liebe zur altholländischen Poesie mit glücklichem Eifer11eu zu erwecken suchte, lag ihm, dem Bret-5lauer Bibliothekar, zugleich daran, in der nächsten Nähe den Sinn für einheimische Geschichte, Cultur und Litteratur nach Kräften anzuregen. So gründete er 1829 die ,,Monatschrift von und für Schlesien", deren erster und einziger Jahrgang nicht nur zahlreiche Beiträge zur Kenntniß der schlesisch9n Litteratur und Mundart, sondern auch zur politischen, zur Kunst- und Culturgeschichte Schlesien-S aus- dt–r Feder dez kür feine Mühe schlecht belohntcn Herau-3geberS brachte. Doch bchiVlten die litterarhiftorischen Arbeiten immer dai5 Uebergcwicht. Theilweise dienten sie dem ausgesprochenen Zweck, al–5 Leitfaden bei den Vorlesungen benutzt zu werden, so die treffliche, 18J1 gedruckte Skizze ,,Handschriftenkunde für Deutschland" und das dem geheimen Rath Schulze gewidmete Werk ,.Tie deutsche Philologie im Grundriß" rBreZ1au 18:3t.3), wie e3 H. bezeichnet, ,,ei:1 bibliographischcr Umriß« de-S gesammten ger1naniftischcn Studium-S, ein halb ftofflich, halb chronologisch, freilich nicht immer übersichtlich geordneteS Verzcichniß aller Sammelwerke und Schriften zur deutschen Litteratur und Sprache, damals- eine höchst verdienstlichc Leistung, noch jetzt ein wohl zu brauchende-S Buch. Mit den Studien über schlesische Geschichte und Kunst hingen (mkS engftc die Biographien schlesischt–r Dichter des; 1tJ., 17. und 18. Jahrhundert-? zusammen CMartin Opitz biz zu seinem Jahr, Joh. Cl)rn. Günther, Daniel Stoppc, Barthol. Ringwaldt, Benjamin Schmolck u. a., 184–E im zweiten Bändchen der »Spenden zur deutschen Litteraturgeschichte« – daß erste enthielt Aphorismen und Sprichwörter au8 dem 16. und 17. Jahrhundert, meist politischen JnhaltS –– gesammelt). Die Mehr- zahl dieser gründlichen, durch umfangreiche Beispiele aus den Werken ill11strirten Biographien behandelte Vertreter der durch Luther angcrt–gten geistlichen Lieder- dichtung. Gleichzeitig 1Bre53lau 18::32) gab H. nun auch seine nach einer Vor- lesung im Sommersemester 183ss auiSgearbeitete »Gcschicl)tc des deutschen Kirchen- liedeS biS auf Luthers Zeit« hcrauS, einen auf sorgkältigeS Studium dervieliach zerftreuten und entlegenen Quellen gegründeten, übersichtlich geordneten und klar geschriebenen Nachweis der ältesten Entwicklung deeS deutschen KirchengcsangeZ aue3 dem lateinischen GotteSdienst unter dem Einfluß der mittelalterlichen Kunst- poesie, namentlich aber de8 wieder erwachenden Volk–Sgesange8 und de-Z tieferen und strengeren religiösen Sinnes5, der in der allgemeinen Trübsal dez 1–1. Jahr- hundert8 hervorbrach. Vollständig umgearbcitet erschien daß Buch zu Hannover 1854 in zweiter Auflage. Die schon der ersten AuSgabe eingefügten Beispiele von alten Liedern, au5S noch unbenützten Handschriften oder seltenen Drucken genommen, wurden jetzt um mehr alS daß Dreifache vermehrt und mit autz- giebigen bibliographischen Nachweisen versehen, der Text überall auf Grund [613] neuerer Forschungen erweitert, bereichert und gebessert, so daß da8 Werk in seiner neuen Gestalt eine gründliche und erschöpfende Geschichte des deutschen vor- lutherischen KirchenliedeS darbot, einen höchst bedeutenden Beitrag nicht bloß zur Litterarhistorie, sondern zur Culturgeschichte Deutschlands überhaupt. Eine größere Reise nach Oesterreich, der Schweiz und Frankreich im Früh- ling und Sommer 18Z9 lenkte Hoffmann? Aufmerksamkeit mehr als bisher auf das politische Leben. Eine Reihe von Gedichten entstand, die sich rückficht-3loZ gegen die ve1·rotteten Zustände im Staat und in der Gesellschaft au8sprachen, revolutionär gegenFürsten und Adel gerichtet, ohne des-halb aber demagogisch zu sein. Unter dem täuschenden Namen »Unpolitische Lieder« sandte sie H. 1840 auS dem Hamburger Verlag von Hoffmann F5 Campe in die Welt, sieben Sitzungen mit je 20 Gedichten und eine ,,vertrauliche Sitzung" alS Anhang. Auf der Rückkehr von einer Reise nach Helgoland schloß er (sam 26. September 1840') in Hamburg mit dem Verleger den Vertrag über eine sofort zu druckende zweite Auflage der ,,Unpolitischen Lieder" und über einen zweiten, bereitS wacker vorbereiteten Theil derselben, der im folgenden Sommer erschien, gleichfalls-s3 in sieben Gruppen von je 22 Liedern gegliedert, mit einem Anhang. Die revolu- tionäre Tendenz trat hier noch deutlicher alö bei dem ersten Theil zu Tage. Dem preußischen CultuSministerium, an dessen Spitze statt Altensteins5 seit 184O Eichhorn stand, erschienen diese Gedichte staatSgefährlich; e8 verbot in Preußen den gesammte11 Verlag Ca1npe’e3 und leitete gegen H. gerichtliche Untersuchung ein, welche am 9. April 1842 seine SuSpension Vom Amte und am 20. December fe-ine Entlassung ohne Gehalt zur Folge hatte. Am 25. Februar 18423 schied er au3«- Breslau. Hatte daß Reisen schon bi8her einen unwiderstehlichen Reiz auf H. außgeübt, so sah sich der Heimathlose, dem wenigftenS in Hannover und zeitweise auch in einigen Orten Preußens der Aufenthalt polizeilich verwehrt wurde, jetzt auch durch dir äußeren Verhältnisse zu einem wechselvollen Wander- leben durch daß ganze westliche und nördliche Deutschland veranlaßt. Am längsten und öftesten ve1«wcilt1– der durch zahllose Ooationen von den politischen Freunden geseierte Dichter in Mecklenburg, wo er 1845 da?- HeimathSrecht auf dem G11tBuchholz in Schwerin erhielt, und am Rhein. Die Jahre diese?: Wau- dernZ gehören fast ganz der volitischen Poesie. Zwar lieferte H. noch manche wissenschaftlichen Beiträge, namentlich zu de11--ll01–:10 13S1gicae–– und zu Haupt’ö:– Zeitfchrift für deutsche?- Altt–rthum; 1842 gab er zusammen mit Ernst Richter »Schlesische Volke?-lieder mit Melodien", 184:i3 ,,Politische Gedichte aui5 der deut- schen Vorzeit«, 1844 ,,Die deutschen Gescllschafttzliedet dei5 16. und 1s. Jahr- hundert?-" l18(;0 wieder aufgelegt) hera1.1ö.z; hauptsächlich wirkte er aber durch verschiedene Sammlungen volkSmäßiger Zeitgedichte, die, alle mit revolutionärer Tendenz, meist in dem von JuliuS Fröbel geleiteten litterarischen Comptoir in Zürich und Winterthur rasch hinter einander erschienen und großentheilS bald mrhrt–re Auflagen erlebten: 1843 »Dcutsche Lieder au?- der Schweiz" und ,.Deutscht– Gafsenliedcr«, 1844 ,,Deutsche Salonlieder« und »Maitrank«, 1845 »Hoffmann’sch1– Tropfen« und ,,Diavolini", 1847 ,,Schwefeläther«. Während die Zeit unaufhaltsam fortschritt, tragen alle diese Gedichte noch den gleichen Charakter wie die »Unpolitischen Lieder". CS sind volkSmäßige Lieder, für den Gesang geschrieben und ohne die Melodie, die schon durch ihren scheinbaren Con- trast zu dem Text epigrammatisch wirkt, oft formal höchst unbedeutend, trocken, nüchtern, alltäglich-niedrig in Sprache und Ausdruck, theilS vortrefflich volks- thümlich gerathen, thei«lS zum Bänkelsängerton herabgesunken, trotz det-z auch ihnen eigenen epigrammatischen Schlußrefraine.z mit Herwegh’8 formvollendeten ,,Ge- dichten eineS Lebendigen« dem poetischen Werthe nach nicht zu vergleichen. Dagegen waren in ihnen zuerst, bereits drei Jahre vor Ht-rwegh’8 Auftreten, die [614] politischen und socialen Zustände der Gegenwart mit ihren vielen veralteten und drückenden Einrichtungen einer bald fchalkhaft-witzigen, bald scharf einschneidenden satirischeu Besprechung unterzogen, nicht im großen Stil, wie es Herwegh hcrnach unternahm, sondern mehr nach ihrem Zusammenhang mit dem gemeinen Leben. Unerquickliche Prosa tönt oft genug au8 allen diesen Liedersammlungen, nicht zum wenigsten auZ den »Diavolini«, die ihren Ursprung einer im Herbst 1844 unternommenen Reife nach Jtalien verdankten. Während H. in den auf der Reise nach Frankreich (18Z9) entstandenen Gedichten seiner Sehnsucht nach–dem Vaterland einen wahren und innigen lyrischen AueSdruck zu verleihen gewußt hatte, führte ihn jetzt der beständige parteiische Vergleich deutscher und italienischer Zustände zu kleinsinnig nergelnden Spottversen über daß »Land der Esel"; dem poetischen Zauber italienischer Natur und Kunst vermochte er sich nicht hinzu- geben vor Widerwillen gegen die focialen Verhältnisse und gegen die übertriebene Bewunderung alleS Römischen durch kritiklose Ausländer, zu denen er freilich auch Goethe zu rechnen sich nicht scheute. Jndessen begann etz im politischen Leben Frankreichs und Deutschland?- immer heftiger zu gähreu. H. schürte auch durch profaische Schriften die Be- wegung. 1847 veröffentlichte er Auszüge aus Kant’S Werken: »Jmmanue1 Kant über die religiösen und politischen Fragen der Gegenwart"; im Anfange dez verhängnißvollen Jahrt-Z 1848 erschien, von der gleichen Tendenz politischer Opposition durchdrungen, seine Biographie Adam v. Jtzstein’L:5 im fünften Bande des von Eduard Duller herausgegebenen Sammelwerke-J ,,Die Männer deS Volk?- dargestellt von Freunden de–S VolkS«. AlS die Revolution im März 1848 in Deutschland los-brach, betheiligte sich H. wenig an derselben, fast nur, indem er »Die zwanzig Forderungen deS mecklenburgischen VolkeLS« abfaßte. Auf die Nachricht von dem preußischen Amnestieerlaß von1 20. März kam er sogleich Cam 15. April,) um Wiedercinsetzung in feine Professur ein. Nachdem er daß Gesuch am September wiederholt hatte, wurde ihm am 2s). October 1848 ein Wartegeld von Z75 Thalern zugesichert. Gleichwol au-z Berlin ausgewiesen, ließ sich der sich eben (am L8. October 1849) zu Braunschweig mit seiner Nichte Jda zum Berge C«geb. am 11. April 1831 zu Bothfeld bei Hannover) verheirathet hatte, dauernd am Rhein nieder, zuerst (’seit dem 30. Novbr. 1849) in Bingerbrück, dann (Z(). April 1851–––22. April 1854) in Neuwied. Hoffmann’5S politische Dichtung erftarb allmählich in diesen Jahren der Reaction, über die cr sich 1849 namentlich in drei Dutzenden von »Zeitliedern« und in den ,,Spitzkugeln, Zeitdistichen« klagend und spottend auS-sprach. Erft nach einem vollen Jahrzehnt gab er wieder »zeitgemäße Lieder", doch ohne erhebliche Wirkung, ht–rau;H: ,,Teutfchland über allci5« (18Zs)), ,,SchleZwig-Holstein" (1864') 2c. Jetzt widmete er die ersten Jahre deß glücklichsten FamilienlebenS, da?- freilich durch den baldigen Tod eine?- TöchterleinS herb gestört wurde, wieder der reinen Lyrik und der wissenschaftlichen Arbeit. So erschienen 1851 »LsiebeS- lieder", ,,Rheinleben«, ,,Heimathklänge« und ,,Soldateulebcn«, unter letzterem Titel ein zweite?- Liederbuch 1852. Kinderlieder hatte fast jedeS Jahr gebracht, namentlich 184–8 (,,37 Lieder für das junge Deutschland", ,,10() Schullieder«); eine neue Sammlung (,,Die Kinderwelt in Liedern«) erschien 1853, 1855 folgte »Kinderleben«, 1859 »FränzchenS Lieder", 186() ,,Die vier Jahre8zeiteu«, 1868 und 65 frische Sammlungen, endlich 1873 ,,Alte und neue Kinderlieder«. Eine vollständige AuSgabe sämmtlicher Kinderlieder besorgte nach Hoffmann’Z Tode 1877 1)r. Lionel v. Donop. Eine Fülle meist harmloser Witze und humo- ristischer Anecdoten vereinigte H. 1850 in dem »Parlament zu Schnappel«, einer dialogisirten Darstellung der alltäglichen Zusammenkünfte einer heiteren Abendgesellschaft. Jn den ersten Monaten 1852 dichtete er die erst 1868 ge- [615] druckten Opern »Jn beiden Welten" und ,,Der Graf im Pfluge«, dramatisch unbedeutend mit leicht geichürzter Handlung, aber in einer edlen und anmuthigen Form dargestellt, reich an bunt wechselnden äußeren Bildern und an den ver- schiedenartigsten Gesängen für den (nie gefundenen) Componisten. Schon 1843 hatte H. durch fein »BreSlauer Namenöbüchlein« die Specialforschung über deutsche Familiennamen zu fördern gesucht, indem er die Namen der Einwohner einer Stadt nach ihrer Bedeutung ordnete und sprachlich erläuterte; dieselben Grund- sätze leiteten ihn 1852 bei der Herau5’-gabe eineZ ,,Hannoverfchen NamenöbüchleinS«, dem cr 1868 eineS für Cassel und 1867 für Braunschweig folgen ließ. Mehr noch alS diese Arbeiten führte ihn die neue Auflage des »Reineke VoS« (1852) und die HerauSgabe dez SchauspielZ ,,TheophiluS« (185sz) und seiner zwei Fort- setzungen (1854) auf daß niederdeutfche Sprachgebiet. Die Vorstudien zur zweiten Auflage der »Geschichte deS deutschen Kirchenliede8« (1854) gaben Anlaß zu der Heraus-gabe deS ältesten katholischen Gefangbuchi3 aus dem J. 15Z7 von Michael Vehe (s1858) und zu einer nunmehr von der Geschichte deeS KirchenliedeZ loS- getrennten und bedeutend erweiterten selbständigen Abhandlung über die lateinisch- deutsche Mifchpoefie (--lu (1u10i iubi10- nun finget und scid froh« 1854»), während gleichzeitig die niederländischen geistlichen Lieder dez 15. Jahrhundert?- in den -.k101–u9 13O1gjO8e« (1854) erschienen. Neu angeregt wurde diese wissen- schaftliche, namentlich die litterarhistorifche Thätigkeit Hoffmann?, al8 er (im Mai 1854s) nach Weimar überfiedelte, um dort mit Unterstützung de-ö Groß- herzogZ zusammen mit OScar Schade daS »Weimarische Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunst" zu begründen («6 Bde., Hannover 1854–57). Zahlreiche Aufsätze über deutsche Sprache und Litteratur spendete H. zu diesem Werk, in denen er viel handfchriftliche-S, oft aber auch nur au entlt-genen Orten gedruckteS Material veröffentlichte, schätzcn–Swerthe Arbeiten zur Lexikographie (über daß :)kothwälsch) und Bibliographie C,,U11scre volkZthümlichen Lieder«s) lieferte und verschiedene Schriftsteller der letzten drei Jahrhunderte (August Buchner, AngcluS SilesiuS, Leibniz im Verhältniß zur deutschen Sprache und Litteratur, Crduin JuliuS Koch Je.) nach ihrem Leben und Wirken einer ein- gehenden und gründlichen Betrachtung unterzog. Kleinere Beit1«ägezu Franz Pfeiffer’S »Germania« und zu G. K. Frommann’ß Zeitschrift »Tie deutschen Mundarten«, neue Auflagen mehrerer früheren gelchrten Arbeiten, daß 1858 aleS Vorläufer und Probe einer ,,Bücherkunde der deutschen Dichtung biS zum Jahr 1700« erschienene Verzeichnis; säm:ntlicher Drucke von Opitz’schen Gedichten und der stattliche Sammelband »Findlinge. Zur Geschichte deutscher Sprache und Dichtuug« (Leipzig 1860), reich an litterarhistorifchen Beiträgen aller Art, besonder8 an vielen zum ersten Mal gedruckten Briefen, zeugen von dem rast- lofeu Fle·iße Hoffmann’S in diesen Jahren, die, verschönt durch die th(–ilnehmende Achtung deeS Großherzoge3 und durch Franz Lifzt’ö Freundschaft, zu den zu- friedensten deS am 1E). Mai 1855 durch die Geburt eine?- Sohnes- Franz Friedrich Hermann beglückten Dichter?- gehörten. Diese innere Befriedigung sprachen die lieblichen, auch in der Form aufmerksam behandelten ,,Lieder aus Weimar« auS, die H. 1854 Liszt widmete (1856 vermehrt in dritter Auflage). Häufige Be- suche auZwärtiger Freunde und die wöchentlichen Zusammrnkünfte der einhei- mischen in dem (sim November 1854 gestifteten) Neu-Weimar-Verein erhöhten die Geselligkeit, während mannichfache Reifen zu wissenschaftlichen Zwecken (1855 Und L-6 nach Belgien und Holland) den Verkehr mit den entfernten Freunden und Arbeit-3gcnossen immer rege erhielten. A18 aber 1857 die großherzogliche Unterstützung für das Jahrbuch und damit daß Jahrbuch selbst aufhörte, störten wieder pecuniäre Sorgen die heitere Ruhe de8 FamilienlebeniS, biS nach einigen vergeblicheu Versuchen, wieder vom preußischen Ministerium angestellt zu werden, [616] eine Empfehlung der Prinzessin Maria von Wittgenstein-Sayn, der Tochter von Lifzt’S Freundin, dem Dichter ein letztes Asyl verschaffte. Am Z. März 1860 ernannte ihn Herzog Victor von Ratibor zu seinem Bibliothekar auf Schloß Corvey bei Höxter an der Weser; am 1. Mai trat H. die Stelle an, in der er bi8 zu seinem Tode am 29. Januar 1874 verblieb. Schmerzlich getrübt wurden ihm die ersten Jahre in der neuen Heimath durch den Tod seiner Gattin (am 28. Octbr. 1860s), der er 1861 den Nachruf »Meiner Jda« widmete. Wissen- schaftliche Arbeit und dichterische Versuche gingen auch hier neben einander her. Erftere galt wieder vornehmlich dem Niederdeutschen. So gab der bi?- zum letzten Augenblick Unermüdliche außer einigen Beiträgen zu den gt–rn1aniftischen Zeitschriften 1870 zwanzig Fabeln und Erzählungen au8 einer Wolfenbütteler Handschrift alS ,,Niederdeutschen AesopuS«, sowie die älteste niederdeutsche Sprich- wörtersammlung de-S Antonin?- Tunniciu43 heraue3, letztere mit hochdeutscher Ueber- setzung, Anmerkungen und Wörterbuch; 1872 folgte ein Abdruck des VolkZliedeS »Henneke Knecht« mit der alten lateinischen Uebersetzung und erklärenden Noten Hoffmann’S. Zwei Reisen nach Rauden bei Ratibor, der schlesischen Residenz deS Herzog?-, im Frühjahr 1861 und 64 führten zur Bekanntschaft mit JuliuS Roger, dem Sammler polnischer VolkSlieder in Oberschlesien, von denen H. unter dem Titel »Ruda« 1865 mehrere glücklich in deutsche Verse übertrug. 1868 gab er 40 ,,Licder der Land?-knechte unter Georg und Kaspar v. FrundS- berg" heraus, und 1872 wagte er sich noch ein Mal auf daß Gebiet der politischen und socialcn Satire mit den »Streiflichtern«. Mißvergnügt klagte er hier über die veralteten Anschauungen, die auS früherer Zeit sich erhalten, und über viele neue Erfindungen und Einrichtungen der letzten Jahre; die allergewöhnlichfteu Mißstäude de53 häuslichen und öffentlichen Leben-ß wählte er sich zum Thema. ES war der alte Kamp? gegen daß philisterhafte und undeutsche Wesen in der Familie und in der Gesellschakt, in Schule und Staat; aber H. wurde in diesem Kampfe hier selbst philiftröz. Prosaische Gedanken drückte er prosaisch aus, ohne daß Feuer der Begeisterung und ohne Witz, geradchin moralisirend, aber auch ohnealleMelodie; au die Stelle des früheren LiedeS zum Singen sind eintöuige und unbeholfene reimlost– Jamben ohne rhythmischen Schwung getreten. Hoffmann«i5 größtetz Werk auS dieser letzten Periode feine?- LebeuZ ift seine Autobiographie: »Mein Leben. Aufzeichnungen und Erinnerungen" (6 Bde., Hannover 1868,). Auch ihr fehlt die künstlerische Form. MasscnhafteL5 Material ist kritiklo53 zusammengetragen und lose an eiu- ander gcreiht: alle Vorgänge autz Hoffmann? Leben, auch die gleichgültigeren, werden wahrheitiSgetreu und auf daß auSführ1ichstc, aber bloß äußerlich be- sprochen; ihre innere Bedeutung für H. und seine Zeit wird kaum angedeutet. So giebt die Autobiographie trotz ihres übermäßigen UmfangeeB und ihreS nament- lich für die vormärzliche Periode im einzelnen oft werthvollen JnhalteS saft nur von dem menschlichen Charakter Hoffmann?; und etwa noch von seinem politi- schen Treiben ein anschauliche8 Bild, weniger von seiner Poesie und kaum von seiner gelehVten Thätigkeit.

Hoffmann von Faller-Sleben 1818–1868. Fünfzig Jahre dichterischen und gelehrten WirkenS, bibliographisch dargestellt von J. Wagner, Wien 1869. Dazu ein Nachtrag im neuen Anzeiger für Bibliographie und Bibliothek- wissenfchaft vom April 187O. – Rudolf Gottschall, Porträt-ö und Studien, Bd. l’, S. 1;31–170, Leipzig 1876. Zuvor schon 1874 gedruckt in ,,Unsere Zeit". Neue Folge. Bd. Z, 1, S. Z69 ff. –– Rudolf von Rau1ner, Ge- schichte der germanischen Philologie, vorzugZweise in Deutschland, S. 585 ff., München 1870.

Franz Muncker.
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