ADB:Kalckhoven, Jost
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Klllco11eu2 Jodocus K. (Calcov en, Jodocus CalcoviuH: Jo st), kölnischer Buchhändler und Buchdrucker im 17. Jahrhundert. Sein Geburtsjahr sowie sein Vorlcben sind unbekannt, als Ort seiner Geburt darf aber unbeanstandet Köln angenommen werden. Sein Name galt lange Zeit, und noch Adelung in seinem Gelehrten-Lexikon 1l, 32 theilt diesen ,Irrthum, als ein fingirter, als welcher er lediglich für niederländische Buchdrucker und Buchhändler den Vertrieb katholischer Artikel in Deutschland besorgt habe. Neuere Forschungen haben das Gegentheil gelehrt und so wie von 14.is-–1655 Cornelias von Cgmond in Köln eine Art von Verlags Commanditgeschäft für die Amsterdamer Elzevirs, so führte K. in Köln von 1641–1666 ein ähnliches für die beiden Amsterdamer Wilhelm und Johaunes Blaeu (Blaeuw). Allerdings gab es bereits seit Begimidi-S 17. Jahrhundc–rts in Köln einige in der That fingirte Firmen, wie „c010g11e 011e2 19jer1e 1dia1–tc-:1u“ und in „Köln bei Peter Hammer", aber auch diese verdanken, wie die ächte des K. nicht einem reinen Zufall ihre Entstehung, sondern haben einen historischen Hintergrund. Manche Autoren nämlich, deren Werke in Belgien von der spanischen Censur beanstandet wurden, wandten sich mit ihnen nach Köln und es geht dies ziemlich deutlich aus einem Briest- des Moretus (Baljhasar Moerentorffs) an Justus Lipsius vom J. 1605 hervor. Moretus schreibt lhsij über den beanftaudeten Druck cins Theils der Annalen desCardinal Baromus und er habe diesem mitgetht–ilt: (Io1onien8en1 1(1itjo11(-111 1I1ant.j11iz11Ae 118,u(1 (;O1Jv0sijre„ ut11ot(z :11te1–jus kOrm:-1e er cllm–8(:terjs; sttque i1r1m jpsun 1)ub1j00 1H1–1110g“1um (1ee1–0t–0 (neun .jsi111 :tllts im vo1uerunt) j11terc1ici. I’0rr0 (ls Ace er (1i– 11gsutrt- quer i11 1ibrjs:1c1–js e1cu(1en(1is utimu1–- 11unius 110S cenSu1–81ll 8ubter– k1;gere etc. (8)*11og0S epjsto1. t–0mj 7 c011ectj per 1’. Bur1118n11un1. ls. l„ 739 b1S 740s). Die Geschäftsverbindung des K. aber als Buchhändler mit den beiden .)s: [20] Blaeu war eine sehr lebhafte und .eigenthümliche. Johannes Blaeu nämlich, dessen Vater Wilhelm Janson Blaeu († 18. Octbr. 1638s) sowohl als Buchdrucker durch seine eleganten Typen, wie als gelehrters geographischer Schriftsteller (er war ein Schüler und Freund des Tycho de Brahe) bekannt geworden war, hatte das väterliche Geschäft übernommen und führte daßelbe, weil „01zu1en– tjsjmus noch weit glänzender fort, war aber, obgleich öffentlich Protestant, doch im Geheimen ein eifriger Katholik und hatte K. zum Vertrauten dieser seiner Gesinnung gemacht. Unter seinen zahlreichen anderweitigen Druckwerken war er ganz besonders mit der Herstellung von römischen Missalen und Breviarien jeder Art beschäftigt, die er jedoch sämmtlich unter dem Namen seines Kölner Geschäftsfreundes K. ausgehen ließ. Den Untergang seiner Werkstätte mit zehn Pressen, im J. 1673 durch eine Feuersbrunst verursacht, verfehlten dann freilich nicht die Protestanten als eine wohlverdiente Strafe dafür zu erklären, daß er, obgleich ihres Glaubens, so viele papistische Bücher gedruckt und der Abgötterei der Messe Vorschub geleistet habe. Aber auch mit anderen Kölnischen Buchdruckern und Verlegern außer K. stand Joh. Blaeu in Verbindung, so in den Jahren 1641–1644 mit dem erwähnten Corn. von Egmond und dem Heinrich Hond. Nach Blaeu’s Tode, aber auch schon während dessen Lebzeit war K. als selbständiger Kölnischer Drucker ausgetreten. Auf der Nürnberger Stadtbibliothek befindet sich ein Sammelband mit neun kleinen katholischen Streitschriften, deren Typen und Papier so greulich schlecht sind, daß sie nimmermehr als Amsterdamer zu jener Zeit durch seine Eleganz sich auszeichnender Verlag sondern als daß Produkt der Presse des selbst zu erklären sind; unter diesen Schriften- befinden sich u. A. -.R’:11(zrj:111j I13.g11j kr:tt1–js (I:1pucj11j 1)1sj11cjpiu et S13ecj111en 1z11i1Oso1-11j:1e 1652; „Ant. Vehoff handgreiffl. Kenzeichen der Seeligmachenden Kirchen“, 1652 und ..1–J1–119Stj. 1lusii1e I.än(lgrm–jj e1(1 S. 0u1j1t„un1 epjst. psi–emt0rju*“. 1654. Im J. 16s.s erscheint K. auch lAnnalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein IR);, 32) in Verbindung mit dem letzten Sprößling der berühmten Joh. Gymnischen Firma zu Köln (Bd. I, 244), Gerwin G. als „0. S. er .10cloc–us li:11c0u–jus– und für daß J. 16tL;s erwähnt seiner auch Geßner in seiner Buchdruckergesch. rR’, 100. Aber nicht nur in Köln sondern auch in Hildesheim besaß K. eine Buchhandlung. Hier hatten nämlich seit 1618 die Jesuiten durch einen Buchdruckergehilfen, Johann Blankenberg aus Köln eine bischöf1iche Druckerei mit einem den Interessen des Katholicismui.5 dienenden Buchladen angelegt, welche aber 16ks4 durch die Bürger der Stadt zerstört wurde. Darauf crtheilte der Fürstbischof Ferdinand dem unter demis. Mai 1646 ein Privilegium zur Errichtung einer neuen Buchhandlung in Hildesßheim, welche von einem Factor, Hermann Cramer aus Köln administrirt wurde. K. aber trat in der Folge an diesen seine Rechte auf die Handlung ab, welcher sodann und nach ihm seine Erben von 1651–1670 auch eine Druckerei daselbst besaßen. In welchem Jahre K. gestorben ist, hat sich nicht ermitteln lassen. Ein Johann Christian Kalchos aus Cassel, Medicus, lebte nach Moller’s (Jjn1– bris 1l, 404 im J. 1680 in Eiderstedt.
Foppens, Bjb1j0t11. be!s. 1’ 408. 582. Beitr. zur Hildesheim. Gesch. 111, 89 Serapeum 1867, 303–304.