ADB:Kampf, Theodor
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Kampf: Theodor geb. im Bisthum Osnabrück, war während der
Regierungszeit deiz protestantischen Bischofs, des englischen Prinzen Ernst August II. (1716–28), luthBrischer Prediger in dessen Residenz Jburg und erhielt nachher das Pastorat zu Uffeln. Er glaubte fest an Leichem–rscheinungen, Vorbedeutungen u. dgl. und beschäftigte sich angelegentlich in seinen Predigten mit der Ausbeutung der Offenbarung Johanniis auf das baldige Kommen des Antichrist, dessen Jahresbestimmung er zu ermitteln suchte. 17:28 ließ er zu Lemgo seinen „Wunderbaren Todes23boten“ erscheinen, der sich mit allerlei Vorspuk beschäftigte. In seiner Gemeinde Uffeln hatte er große Schwärmerei verbreitet, und als nun 1741 die Franzosen als „Papisten“ im ersten schlesischen Kriege in Westfalen erschienen, sah er mit seinen Anhängern darin das Hereinbrechen des Strafgerichts. Er verließ, gefolgt von ca. 60 Anhängern, seine Stelle, letztere entlicfen zum Theil ihren Vätern, ließen auch theilweise ihren Grundbesitz im Stich; sie gingen nach Schweden und fanden als stille, arbeitsame Leute in Stockholm gute Aufnahme. In den Unruhen aber nach dem verlustreichen Frieden zu Abo 1743 wanderten sie wieder fort nach Wolgast, endlich nach Küstrin; der größte Theil seiner kleinen Gemeinde blieb ihm auch hier treu, wo er seine Prophezeihungen [60] fortsetzte, nur die Minderzahl kehrte nach Uffeln zurück, wo die üblichen Streitigkeitsn um die verlassenen Liegenschaften folgten. K. wurde in Küstrin geduldet, er hielt eine Privatschule, von der er lebte, und starb blutarm 1753. Hier hat K. auch 1743 und 1744 seine johanneischen Prophezeiungen herausgegeben. Rotermund, Gel. Hannover, II. 499, wo er seine „Ergänzungen“ zum Jöcher berichtigt.