ADB:Karpe, Franz Samuel

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Artikel „Karpe, Franz Samuel“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), ab Seite 418, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Karpe,_Franz_Samuel&oldid=556959 (Version vom 24. Dezember 2009, 21:18 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Karolyi, Anton Graf von
Band 15 (1882), ab Seite 418. (Quelle)
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Karpe: Franz Samuel K., Sohn eines unbemittelten Bürgers zu Laibach in Krain, geb. 17. November 1747, † am 4. September 1806. Er besuchte daß Lycäum seiner Baterstadt und errang sich am 26. Juni 1768 die philosophische Doctorwürde. Bald erhielt er eine Stelle in Wien als Erzieher beim Münzmeister von Cronenberg und verlegte sich daselbst vom J. 1769 bis 1778 auf juridische, historische, philologische und ästhetische Studien und auf die Leibnitz-Wolff’sche Philosophie. Während er sich mit dem Plane trug, durch Ablegung der strengen Prüfungen aus der Rechtswissenschaft sich ganz diesem Fache zu widmen, bestimmte ihn Hofrath von Martini, daßelbe mit der Philosophie zu vertauschen, in welcher er berrits Privatunterricht ertheilt hatte. Nachdem er dieselbe kurze Zeit in Wien supplirt hatte, erhielt er im J. 1774 nach abgelegter mündlicher und schriftlicher Concursprüfung die Lehrkanzel der Logik, Metaphysik und Moralphilosophie an der Universität zu Olmütz, ward bald Assessor des akademischen Senates und der mährischen Studienkommission und Director des philosophischen Studiums. Als solchem gaben ihm die von Maria Theresia an diese Universität abgeordneten Commissäre Wittola und Heinke das ehrenvolle Zeugniß, „daß sie ihn für den Mann halten müssen, dem der verbesserte Zustand der ganzen Olmützer Universität am meisten zu danken sei." Vom J. 1778, in welchem er mit der Universität nach Brünn überwanderte, bis zum J. 1782 hielt er auch unentgeltliche Vorlesungen über Pädagogik. Als 1TSotOr mz3-11jk1Ous im J. 1781 führte er den Religionsunterricht und akademischen Gottesdienst ein. Im J. 1786 ward er als Professor der Philosophie an die Wiener Universität übersetzt, wo er sich bis zu seinem Tode, am 4. September 1806, der Gunst und des Vertrauens der Regierung und der Studentenschaft erfreute. Letztere stellte am 9. September des letztgenannten Jahres unter entsprechender Feierlichkeit sein gemaltes Porträt im philosophischen Hörsaale auf, während gleichzeitig ein Stich desselben an alle Anwesenden vertheilt wurde. Seine zum Druck gelangten Werke sind: „1si1–gun1011tum t911t9.mj11js OJ: p11j108O– 1z11jz r5ttjo11z1j i11 Oor18p9otu ts.1J811s tri e)(11jbjt.um“„ 1776; „k’j1u1r1 U-lltsmij11js e1 1J11j1os0x-11j:-1. 81JsOur-ttjvs r. 1776; „Darstellung der Philosophie ohne Beinamen in einem Lehrbegriffe als Leitfaden zum liberalen Philo’sophiren“, 1802 und 1803, 6 Thle. „ll1Stjcutj01Jes p11j108op11js.O (jogmztj0s„ 1804- 2 tOmi. „111– StitutiO11es p11i1osOp11i:-1S m0rä1js„ 1804„ 3 tomi.

Vgl. (de Luca) Das gelehrte Oesterreich, Wien 1776, 1. Bd., 1. St., S. 227. Meusel, Gel. Teutschl. Neue Annalen der Litteratur des österr. Kaiserthums, Wien, Doll, 1. Jahrg., Bd. I. Intelligenzblatt des Monats [419] Februar, Sp.61–64 (nach diesem gest. 19. Sept. 1806). Krug, Allgemeins Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaften, Leipzig, Brockhaus, 1832–34, Bd.11, S. 581; Oesterreichische National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann, Wien, Beck, 1835, Bd. III, S. 155. Wurzbach, Biograph. Lex., Bd. K1, S. 14).
P. Ant. Weis.
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