ADB:Kindermann, Johann Erasmus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kindermann, Johann Erasmus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), ab Seite 762, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kindermann,_Johann_Erasmus&oldid=622852 (Version vom 25. Dezember 2009, 14:03 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Kindermann von Schulstein, Ferdinand
Band 15 (1882), ab Seite 762. (Quelle)
Autor [[| in Wikisource]]
Johann Erasmus Kindermann in der Wikipedia
PND-Nummer 116172169
(Datensatz, Rohdaten, Werke)
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Kindermann: Johann Erasmus K., geb. zu Nürnberg den 29. März 1616, war einer der berühmtesten Organisten seiner Zeit und an der St. Egidienkirche seiner Geburtsstadt angestellt. Er starb daselbst bereits am 14. April 1655, erst 39 Jahre alt. Von seinen Compositionen, die in der Zeit von 1630 bis 1653 erschienen, sind uns sowol Gesangswerke mit Begleitung von einigen Instrumenten als Orgelstücke erhalten. v. Winterfeld widmet dem Autor einen besonderen Platz in seinem evangelischen Kirchengesange (II. 447). Er schreibt daselbst: Kindermann’s Satzweise strebt nach einfacher Sangbarkeit und sucht Mannigfaltigkeit und Reiz in rhythmischen Gegensätzen und wohleingeführten Mißklängen; zuweilen freilich verfällt er in einen Wortausdruck, der an das Barocke streift und den man bei dem ernsten Gegenstande nicht billigen kann. v. Winterfeld bringt dann im Anhange drei Compositionen Kindermann’s, die aber durch ihre Kürze nicht geeignet sind auch nur annähernd ein Bild der Leistungen desselben zu geben. Die königliche Bibliothek in Berlin besitzt mehrere Druckwerke von ihm. Das älteste trägt die Jahreszahl 1630, die in folgenden Versen verborgen liegt: „NVrnberg VMbgesetzt beIst frIsCh grVn Rebn, | seIn WeInberg Werth Er IeDe traVbn thV gebn.“ Es sind „musikalische Friedens- [763] Freuden“ in 14 Liedern zu ein und zwei Stimmen mit Violinen und Generalbaß begleitet, dann 1642 geistliche Concerte, die Sprüche Salomonis, deutsch von Martin Opitz enthaltend, zu 2 Singstimmen, 2 Violinen, 1 Violon und Generalbaß. Die Dedication ist mit Nürnberg den 26. April 1642 unterzeichnet. Ferner die von v. Winterfeld beschriebenen und beurtheilten „Evangelischen Schlußreime der Predigten des Herrn H. M. Dilherrn“, mit drei singenden Stimmen und einem Baß für ein „Positiv, Regal, Spinet, Clavicymbel oder Theorbe“, 1650–1652 in drei Theilen erschienen. Leider fehlt dem Exemplar eine Stimme.

Rob. Eitner.
Persönliche Werkzeuge