ADB:Kramp, Christian
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OlüMp: Christian K., Mathematiker, geb. den 10. Juli 1760 in Straßburg, den 13. Mai 1826 in Straßburg. In feiner Baterstadt genoß dersclbe den ersten lnterricht und ebenda beendete er seine Universitätsstudien, welche in erster Linie ): r Medicin gewidmet waren. In Straßburg begann er auch zu pralticiren, occh siedelte er schon im Alter von 28 Jahren als Arzt nach Paris über und - vird alsdann 1794 als Physitus und Lehrer der Geburtshülfe für das Fürsten» l?i!M Zweibrücken nach Meifenheim verfetzt, 1796 ward er zweiter Physitus in - oeier. Während feiner Wanderungen hatte K. nicht aufgehört, sich litterarisch bllannt zu machen; feiner Dissertation „De vi vitali arteriarum a,Iä!w nov«, äs edrimn inäale Muerali eouie<:tur>i" (Straßburg 1786) solgte ein Lehrbuch der Geburtshülfe und ein „Versuch, die Sterblichkeitstafeln durch einfache Gleichungen , 2 bestimmen" (Leipziger Magazin 1787). Schon hieraus ist ersichtlich, daß K. stets eracte Methoden auf die Heilkunde anzuwenden fachte, wie denn Hinden» " urg auch von ihm erzählt, er habe die Physiologie des Blutumlauses mathematisch und experimentell zu fördern gestrebt. Unter diefen Umständen, da Mathematik und Nllturforschung ihn mehr und mehr anzogen, dachte er daran feinen alten 6eruf aufzugeben, und nahm die Professur sür Physik und Chemie an der Central» schule zu Köln an. Schließlich ward er ordentlicher Professor der Mathematik n der Universität seiner Vaterstadt und Coriessiondent der Pariser Akademie. [32] Mit den großen Geometern, welche während dieser Zeit an der Akademie wirkten stand K. ausnahmslos auf freundschaftlichem Fuße. Seine Leistungen sind äußersi mannichfaltigei Natur. Er lieferte u. A, eine erweiterte und abgerundete Theorie der Kettenbrüche (Nova ota .oaä. Noßimt., 1799), bestimmte zuerst den Schwerpunkt des sphärischen Dreieckes (Hindenburg/s Archiv. 2. Bd.), erfand eine neue genäherte Auflösungsmethode sür Zahlengleichungen („KaMiionz 6c> nombres", Köln 1820) und verhalf der von Hindenburg reformirten combina torischen Analyse zu raschen Fortschritten. Hauptsächlich vervollkommnete er die sogenannte Facultatenrechnung und machte von dieser eine geistvolle Anwendung auf die Berechnung des in der angewandten Mathematik so häusig auftretende» Integrales von e ' ät. Gerade diefe Untersuchungen erwiefen sich ihm nützlich. als er an die Lösung eines Problems ging, in welchem er selbst ausgesprochener» maßen die Hauptaufgabe seines Lebens sah, nämlich eine genaue Vorausbeftimmunz der astronomischen Strahlenbrechung. Seine nalvse äe« i-straotion« »«troiw' illiyuez et terrestre»" (Leipzig und Straßburg 1798) bezeichnet denn auch in der Thllt einen wesentlichen Fortschritt; unter Anderem ist darin die Constiuctioi, eines neuen, zweckentsprechenden Manometers gelehrt. Erwähnung verdient nicht minder die zweibändige „Geschichte der Aerostatik" (Straßburg 1784–86), in welcher jedoch nicht blos historische, sondern auch alle auf das Gleichgewicht und die Bewegung der Luftballons bezüglichen Fragen erörtert werden. Endlich wandte K. auch noch auf die mathematische Seite der Mineralogie großen Fleiß Im Vereine mit Bekterhin gab er eine „.Krystallographie des Mineralreiches ( Wien 1793) heraus. Die beiden Abhandlungen „Geometrische Analysis dce Krystlllles Hyodon" (Hindenburg's Archiv, 2. Bd.) und „8m- la äoubls retrüction, äe la en»ux earbouatse" (Abhandl. d. Straßb. Societät, 1811) sind wesentlich dazu bestimmt, eine von derjenigen Hauy's abweichende Krystallphysil zu begründen. – In Kramp's Bliesen, deren eine gute Anzahl vorliegt, spricht sich durchweg ein großes Selbstvertrauen, wo nicht eine gewisse Ruhmredigkeit aus, jedoch wird im Hinblick auf die vielen bedeutenden Schöpfungen des unermüdlichen Mannes darüber hinweggefehen werden können.
Meusel. O. T. – Zahlreiche Bliese und Originalmittheilungen in Hin» denburg's „Archiv" und dessen „Sammlung combinatorisch » analytischer Abhandlungen".