ADB:Krombholz, Vincenz Julius Edler von

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Artikel „Krombholz, Julius Vincenz Edler von“ von Ernst Gurlt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 184–188, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Krombholz,_Vincenz_Julius_Edler_von&oldid=1703075 (Version vom 30. Oktober 2014, 12:13 Uhr UTC)
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Krombholz: Julius Vincenz Edler v. K., k. k. Gubernialrath und Professor der Physiologie und höheren Anatomie zu Prag, war geboren am 19. December 1782 in Politz, einem Dorfe des Leitmeritzer Kreises in Böhmen, als Sohn des dortigen Schullehrers Ignaz K., der aber schon 1787 im 36. Lebensjahre starb. In dem Amtsnachfolger seines Vaters und zweiten Gatten seiner Mutter, Joseph Dominka, erhielt K. in seinem siebenten Jahre einen Stiefvater, der ihn bald so lieb wie seinen eigenen Sohn gewann und ihn nach Kräften unterrichtete. Schon früh faßte K. eine Neigung für die Botanik, lernte nicht nur eine große Zahl von nutzbaren Pflanzen kennen, sondern übte sich auch im Zeichnen solcher wie anderer Gegenstände. Der Geistliche des Ortes, auf die Talente des Knaben aufmerksam geworden, ertheilte ihm und einigen gleichalterigen Genossen unentgeltlich Unterricht und machte es durch seine Vermittlung möglich, daß K. (vom Herbst 1794 an) auch Gymnasialunterricht genießen konnte, zuerst bei den Augustinern in Böhmisch-Leipa, dann, nachdem K. in eine Kost und Wohnung bietende Chorsängerstelle bei der Theinkirche in Prag aufgenommen worden, von 1798 an auch auf dem Altstädter Gymnasium daselbst, zu dessen ausgezeichnetsten Schülern er bald gehörte. Nach Absolvirung der sogen. Humaniora begann er die philosophischen Studien unter den drückendsten Außenverhältnissen, indem er fest beschlossen hatte, keine Unterstützungen von Eltern oder Verwandten mehr anzunehmen, sondern durch Unterrichtgeben seinen Lebensunterhalt selbst zu erwerben. Noch im ersten Studienjahre begriffen, folgte er dem Aufrufe des Erzherzogs Karl zur Vertheidigung des bedrohten Vaterlandes, indem er in die in Prag errichtete Studentenlegion eintrat, die vielen vom Dienste freien Stunden aber dazu benutzte, um Italienisch und Neugriechisch zu lernen und in Budweis, wo seine Compagnie campirte, einen Professor, der das Griechische zu lehren hatte, zu vertreten. Nach Auflösung der Legion kehrte K. zu den unterbrochenen philosophischen Studien zurück, gab dieselben aber im zweiten Semester des zweiten Jahrganges in Folge einer ihm widerfahrenen Kränkung auf und da er einen immer entschiedeneren Beruf für die Heilkunde fühlte, beschloß er sich dieser zu widmen, mußte aber, da er den philosophischen Lehrcursus nicht beendet hatte, sich (1803) dem niederen Cursus der Chirurgie[WS 1] zuwenden. [185] Er machte indessen bald so schnelle Fortschritte in der Anatomie sowol als der Chirurgie, daß ihn seine Lehrer bald vor allen übrigen Schülern auszeichneten und einer derselben, der Prosector Dr. Johann Oechy, ihn als Lehrer für seine Kinder in sein Haus aufnahm und ihm zugleich die Gelegenheit bot, jede freie Stunde auf der Anatomie zubringen zu können. 1805 von dem damals herrschenden Kriegstyphus ergriffen, wurde K. in das Spital der barmherzigen Brüder gebracht, dessen Arzt, der k. k. Rath Dr. Johann Theobald Held, ihn so lieb gewann, daß er später den talentvollen jungen Chirurgen auf jede Weise förderte, namentlich ihm die Gelegenheit zu einer Menge belehrender Leichenöffnungen gewährte. – Nachdem K. in Prag Alles, was auf dem Gebiet der Chirurgie zu lernen war, erlernt hatte, ging er mit einigen anderen Chirurgen nach Wien, um daselbst bei dem berühmten Beer einen Cursus der Augenheilkunde und Staaroperationen zu hören, führte auch, nach Prag zurückgekehrt, mehrere der letzteren mit Glück aus, erwarb 1805 das Magisterium der Geburtshülfe und begann sich den medicinischen Wissenschaften in ihrem ganzen Umfange zu widmen, wobei ihm indessen lange Zeit hinderlich in den Weg trat, daß er den dritten philosophischen Jahrgang nicht zurückgelegt hatte. Nachdem er endlich die betreffende Prüfung nach privater Vorbereitung gemacht, wurde ihm, obgleich er noch Studirender der Medicin war, da kein würdigerer Bewerber sich fand, (1808) die erledigte Prosectorstelle übertragen; seine definitive Anstellung aber erfolgte erst vier Jahre später (April 1812), nachdem er auch die medicinischen Studien alle zu Ende gebracht hatte. In der Zwischenzeit (1809 bis 1811) hatte er durch Reisen ins Ausland, indem er die Universitäten und Krankenanstalten von Leipzig, Halle, Jena, Bamberg, Würzburg, Erfurt, Erlangen und Berlin besuchte, seine Kenntnisse zu erweitern getrachtet und war auch in dieser Zeit (7. April 1811) zu Erfurt (sub auspiciis Napoleonis) zum Dr. med. et chir. promovirt worden. – Nachdem K. kaum noch ein volles Jahr in seiner Prosectorstelle definitiv bestätigt war, wurde er mit der Vertretung des erledigten Lehrstuhles der theoretischen Chirurgie, Instrumenten- und Bandagenlehre beauftragt und erhielt diese Professur auch (24. August 1814), nachdem er in glänzenden Concursen um diesen Lehrstuhl sowol als um den fast gleichzeitig erledigten der gerichtlichen Medicin sich als den geeignetsten Bewerber gezeigt hatte. In demselben Jahre (5. September 1814) unterwarf er sich noch der Doctorprüfung bei dem Lehrkörper, dessen Mitglied er bereits geworden war. Schon damals war K. ein in der ganzen Stadt des besten Rufes sich erfreuender und gesuchter Arzt und Wundarzt, schon damals rühmte man ebenso wie seine Kenntnisse, so auch seine edle Uneigennützigkeit. Mit menschenfreundlicher Hingebung unterzog er sich in den Kriegsjahren 1813 und 1814 der Behandlung vieler hundert verwundeter, in Prag befindlicher österreichischer, preußischer, russischer Krieger. – Im J. 1819 wurde durch den Abgang Nadherny’s die Professur der Staatsarzneikunde, die K. schon früher erstrebt hatte, erledigt; am 3. November 1820 wurde ihm dieselbe definitiv übertragen und begann er seine Vorlesungen im Schuljahre 1821–22 mit der Herausgabe einer von ihm gefertigten Uebersetzung der Biographie des berühmten Mailänder Arztes Monteggia („Leben und Studien des Dr. J. B. Monteggia. Eine Gedächtnißrede, gehalten von Dr. Acerbi. Als Programm mitgetheilt. Aus dem Italienischen“, 1821), wozu ihn, wie er im Vorworte selbst angibt, „die Ueberzeugung von dem wohlthätigen Einflusse, den getreue Lebensbilder verdienstvoller Männer auf das für alles Schöne und Gute empfängliche Gemüth der Jugend haben“, veranlaßte. Gleichzeitig richtete er sein Augenmerk auf einen Gegenstand der Botanik, zu dem ihm die vielen durch Pilze herbeigeführten Vergiftungsfälle Anlaß gaben; er schrieb nämlich seinen „„Conspectus fungorum esculentorum, qui 1820 [186] Pragae vendebantur“; bald jedoch faßte er den Entschluß, ein ausführlicheres Werk über die Pilze überhaupt herauszugeben, das unter dem Titel „Naturgetreue Abbildungen und Beschreibungen der eßbaren, schädlichen und verdächtigen Schwämme“ in 10 Folioheften 1831–1847 (die letzten Hefte noch nach seinem Tode) erschienen ist. Längere Zeit hindurch hatte er mit den verschiedenen Pilzen Fütterungsversuche bei Thieren angestellt, um deren Wirkung näher zu prüfen. – Schon seit der Uebernahme seiner chirurgischen Professur arbeitete K. an einem Werke über Verbandlehre, von welchem jedoch erst von 1825 an „Abhandlungen aus dem Gebiete der Akologie“, Bd. I. und später Bd. II. Abthl. 1. 1834 erschienen, nachdem er schon 1821, in dasselbe Gebiet einschlagend, eine „Beschreibung und Prüfung der Tober’schen Maschinen für Chirurgie, Krankenpflege und Hippoiatrie“ als Programm seiner Wintervorlesungen 1820–21 herausgegeben hatte. – K., der sich zu dieser Zeit des höchsten Vertrauens beim Publikum und seinen Collegen erfreute, lehnte das ihm von der Staatsbehörde angetragene Protomedicat von Dalmatien ab, nachdem er sich erst kurze Zeit vorher (Februar 1820) verheirathet hatte; desgleichen später (1829) das ihm angebotene Protomedicat in Linz. – Als eine bösartige Typhusepidemie im Winter 1826 unter den zahlreichen, meist jugendlichen Opfern auch Prag’s ausgezeichneten klinischen Lehrer. Dr. J. P. Jokliczke, in der Blüthe seiner Jahre dahingerafft, fügte sich K. den dringenden Bitten der verwaisten klinischen Schüler und dem Wunsche des Studienvorstandes und übernahm, trotz seiner schon so mühevollen und zeitraubenden Geschäfte als Gerichtsarzt, Lehrer und gesuchter Praktiker die Vertretung der erledigten Lehrkanzel und erhielt 1828 diese Professur der speciellen Pathologie und Therapie sammt der damit verbundenen Stelle eines Primararztes des Allgemeinen Krankenhauses. Es war dies also Krombholz’s dritte Professur an der Prager Universität. Als dann im J. 1831 die Cholera auch Böhmen heimsuchte, wurde K., der das ungetheilte Vertrauen des ganzen Landes genoß (gleichzeitig in diesem Jahre Rector magnificus), von der Landesregierung zum Director der sämmtlichen Cholerahospitäler der Hauptstadt ernannt, nachdem er die Krankheit durch eine Reise nach Wien bereits studirt hatte. Als die Epidemie, in welcher er, ohne an sich zu denken, die größte Aufopferung gezeigt, erloschen war, konnte, in Folge seiner Bemühungen und persönlichen Opfer, eine seinen Namen tragende höchst wohlthätige Stiftung am 1. März 1832 ins Leben treten, welche den Zweck hat, unbemittelte Studirende in Erkrankungsfällen in ihrer Behausung oder im Allgemeinen Krankenhause ärztlich zu behandeln. Eine andere von K. durch eine „Einladung“ vom 5. Februar 1836 angelegte Stiftung eines Reisestipendiums an der Prager Universität für junge Aerzte hat der Universität selbst in späterer Zeit in der Person mehrerer ihrer ausgezeichnetsten Lehrer (Pitha, Bochdalek u. A.) herrliche Früchte getragen. Endlich legte K. auch den Grund zu einer klinischen Bibliothek, die sich bald eines erheblichen Umfanges zu erfreuen hatte. – Wir haben noch einige in diese Zeit fallende Publikationen Krombholz’s nachzutragen: „Anatomische Beschreibung eines sehr merkwürdigen Anencephalus“, 1830. Mit drei Kupfertafeln; „Fragmente einer Geschichte der medicinisch-praktischen Schule an der Karl-Ferdinands-Universität“, 1831, Programm zum Rectoratswechsel 1831–32; ferner „Auswahl gerichtlich-medicinischer Untersuchungen nebst Gutachten, geführt und abgegeben an die resp. Behörden“, in 3 Folioheften (1831, 1835, 1841). – Das Jahr 1836 sah K. zum vierten Male eine Professur an der Prager Universität wechseln. Er motivirte diesen höchst unerwarteten Schritt so, indem er glaube, „daß er durch seine zeitherige Praxis, die fast allein schon den ganzen Tag hindurch ihn beschäftige, außer Stand gesetzt sei, den Forderungen, die seine Lehrkanzel ihm stelle, in ihrem ganzen Umfange zu genügen“. Er beschloß daher; [187] erst die mit seinem Lehramte verbundene Verwaltung des Krankenhauses niederzulegen, dann um die Enthebung von der 11 Jahre lang bekleideten Lehrkanzel selbst und um Verleihung der erledigten Professur der Physiologie zu bitten, als einer solchen, deren Pflichten er noch zu genügen hoffte. „Aber auch dieses Amt“, sagte er, „wünsche er nur einige Jahre lang zu versehen, dann aber wolle er, jedem öffentlichen Amt und seiner ganzen Praxis entsagend, sich auf sein Politz zurückziehen, um alle ihm etwa noch übrige Zeit seines Lebens der Niederschreibung seiner in der Heilkunde gemachten Erfahrungen zu widmen.“ Seinem Verlangen wurde entsprochen; die Uebertragung der Professur der Physiologie erfolgte im Februar 1836; indessen versah er dieselbe nur noch vier Jahre, aber die Erfüllung des zweiten Theiles seiner Wünsche, auch noch in ländlicher Zurückgezogenheit durch schriftstellerische Arbeiten zu nützen, war ihm nicht mehr beschieden. – Im September 1836, bei Gelegenheit der Krönung des Kaisers Ferdinand als König von Böhmen, wurde K. in den Adelstand erhoben. Auch anderweitig hatte es ihm nicht an Ehrenbezeigungen gefehlt, da er seit Jahren Mitglied der angesehensten medicinischen Gesellschaften und Corporationen des In- und Auslandes war. Nachdem er in demselben Jahre, 1836, von Neuem mit vollster Aufopferung die Direction der Prager Cholerahospitäler geführt, ertheilte ihm die Stadt Prag, ganz ohne sein Zuthun, (20. December 1838) das Ehrenbürgerrecht und das Prager bürgerliche Scharfschützen-Corps ernannte ihn zu seinem Ehrenhauptmann. Im October 1839 wurde ihm vom Kaiser der Titel eines k. k. Gubernialrathes mit einer Gehaltszulage von 500 fl. C. M. verliehen. – Im J. 1836 noch gab er einen „Generalrapport über die asiatische Cholera zu Prag im J. 1831 und 1832 …, nebst Bemerkungen über Abweichungen dieser Krankheit bei ihrem Wiederauftreten daselbst im September 1836“ heraus. – Das Jahr 1837, in welchem im September die Wanderversammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte in Prag tagte und bei welcher er nebst dem Grafen Caspar v. Sternberg einer der Geschäftsführer war, gab K. Anlaß zu mehreren Publicationen, darunter „Topographisches Taschenbuch von Prag zunächst für Naturforscher und Aerzte“, diesen letzteren, als Gästen, gewidmet; ferner „Beobachtung zweier Fälle von inneren Brüchen“, endlich in Gemeinschaft mit seinem Mit-Geschäftsführer den 1838 erschienenen Bericht über die Versammlung. – Nachdem K. im September 1841 einen Schlaganfall erlitten, machte er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit eine Reise über Wien nach Italien, hielt sich namentlich in Rom und Neapel mehrere Monate auf und hatte am ersteren Orte noch das Unglück das linke Schlüsselbein zu zerbrechen. Im Herbst 1842 kehrte K. gestärkt zurück; ehe er jedoch seine Amtsgeschäfte wieder übernehmen konnte, traf ihn am Weihnachtstage von Neuem ein Schlaganfall und trotzdem er fast noch ein Jahr lebte, erholte er sich nicht mehr vollständig, sondern verstarb den 2. November 1843, nachdem sich in Folge eines Herzfehlers noch Brustwassersucht zu seinen Leiden hinzugesellt hatte. – Außer den von uns angeführten Schriften und einer Anzahl kleinerer Abhandlungen in den Prager Gesellschaftsschriften, verschiedenen medicinischen Journalen und im Encyklopädischen Wörterbuch der Berliner medicinischen Facultät fanden sich in Krombholz’s Nachlaß die Materialien zu manchen anderen Werken gesammelt, die nicht zur Herausgabe gelangt sind; so zu einer speciellen Pathologie, anatomisch-pathologischen Kupfertafeln, zu zwei Volksbüchern: Ueber das diätetische Verhalten in Krankheiten und Ueber den Gebrauch der Hausmittel.

Ein ausdauernder Fleiß, eine in der Erreichung ihres Zieles nie zu ermüdende rastlose Thätigkeit war bei K. einer der hervorstechendsten Züge seines Charakters; nachdem er Abends bis Mitternacht studirt, fand man ihn Morgens 4 Uhr schon wieder am Schreibtisch. Den neuen Erscheinungen seiner Zeit, dem animalischen Magnetismus, [188] der Homöopathie, der Wasserheilkunde trug er vollständig Rechnung, ohne sich von ihnen blenden zu lassen. Kein Opfer an Zeit und Mühe war ihm für seine Kranken zu groß, gleichviel ob diese es ihm vergelten konnten, oder nicht. Nicht mindere Tugenden zeigte er als Sohn seiner bejahrten Mutter gegenüber, als Familienvater, Freund und Wohlthäter seines Geburtsortes, wo er sich sein Tusculum geschaffen hatte. Seinen Schülern war er ein väterlicher Freund und Helfer in jeder Noth. Ueber alles Lob erhaben war seine Wohlthätigkeit. – Krombholz’s Verdienste um die Wissenschaft liegen vorzugsweise auf dem Gebiete der gerichtlichen Medicin, Medicinalpolizei und Botanik; sein großes Werk über die Pilze ist für alle diese Wissenschaften von Bedeutung. Im Uebrigen ist nicht zu bezweifeln, daß er einer der gelehrtesten Aerzte und edelsten Menschen Prags war. – Die medicinische Facultät ehrte sein Andenken dadurch, daß sie seine Marmorbüste in dem großen Zimmer des Allgemeinen Krankenhauses, in welchem die durch die Krombholz-Stiftung verpflegten Studirenden sich befinden, aufstellen ließ.

Vgl. Bernard Bolzano: Dr. B. J. Edler v. Krombholz nach seinem Leben und Wirken, Prag 1845 (Aus den Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. 5. Folge, Bd. IV). – K.’s Schriften s. in Callisen’s Medicin. Schriftstellerlexicon, Bd. X, 1832, S. 407; Bd. XXIX, 1841, S. 357.
E. Gurlt.


Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. Vorlage: Chiurgie