ADB:Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von

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Artikel „Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von“ von Adolf Schinzl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 660–662, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Langenau,_Friedrich_Karl_Gustav_Freiherr_von&oldid=1704841 (Version vom 25. Oktober 2014, 04:11 Uhr UTC)
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Langenau: Friedrich Karl Gustav Freiherr von L., k. k. Feldmarschall-Lieutenant; geb. am 7. Novbr. 1782 zu Dresden, † am 4. Juli 1840 zu Gratz, war der Sohn eines sächsischen General-Lieutenants und trat bereits im Alter von 13 Jahren in die sächsische Armee, in welcher er die Feldzüge von 1796 [661] bis 1812 mitmachte. Namentlich der Kampf gegen Rußland 1812 bot ihm als Chef des Generalstabes der sächsischen Truppen vollen Anlaß, sich durch wirksame Thätigkeit hervorzuthun. Nach der Rückkehr des sächsischen Corps aus Rußland zum General-Adjutanten des Königs ernannt, war L. bei den Unterhandlungen über die Verbindung Sachsens mit Oesterreich patriotisch und überzeugungstreu thätig und hatte bereits eine Uebereinkunft zwischen den genannten Staaten zu Stande gebracht, als eine Wendung in der sächsischen Politik Alles wieder vernichtete und General L. aus diesem Anlasse um seine Entlassung bat, die ihm der König auch ertheilte. Mehrfache Verdächtigungen, die damals gegen L. erhoben wurden, hat die Folgezeit als vollständig grundlos erwiesen; vorzugsweise geschah dies durch die Mittheilungen aus den Papieren eines sächsischen Staatsmannes [Josef Friedrich von Zezschwitz). L. suchte nun eine Verwendung im österreichischen Heere, in welchem er auch am 27. Juli 1813 als Generalmajor Aufnahme fand und gleich dem Generalstabe zugetheilt wurde. Schon bei Dresden, 26. August 1813 glückte es ihm, in Vertretung des verwundeten Feldartilleriedirectors Generalmajor v. Frierenberger die Batterien in einer für den Erfolg des Tages verdienstvollen Weise zu leiten. Bei Leipzig, den 16. Octbr. 1813, wo des ausgedehnten Raumes wegen Feld-Artillerie-Director Feldm.-Lieut. Reisner die Aufstellung der Artillerie allein nicht überwachen konnte, übernahm L. freiwillig die Colonnen des Centrums und des linken Flügels, vereinigte aus eigenem Entschlusse die Batterien auf zwei Punkten und brachte so das feindliche Geschütz fast gänzlich zum Schweigen. Am 18. Octbr. war L. der Erste, welcher den Abzug des Gegners von Wachau entdeckte und die Veranlassung zu rechtzeitiger Verfolgung desselben gab. Gleichfalls vom besten Erfolge begleitet erwies sich die wieder freiwillig von L. bewirkte Aufstellung und Leitung der Artillerie im Gefechte bei Hochheim (am 9. Novbr. 1813). Auch seine Thätigkeit als Generalquartiermeister der Rheinarmee 1815 errang ihm allseitige Anerkennung. Im schönsten Einklange mit Langenau’s Umsicht, Tapferkeit, Entschiedenheit stand sein bei Verfassung eines Theiles der Feldzugsentwürfe, sowie bei mehreren diplomatischen Missionen bekundete weitblickende Auffassung und sein klares, scharfes Urtheil. L., welcher schon bei Leipzig mit dem Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet worden war, erhielt 1815 nach einstimmigem Ausspruch des Ordenscapitels das Ritterkreuz des Milität-Maria-Theresien-Ordens, auf Grund dessen er später in den Freiherrnstand erhoben wurde. 1817 kam L. als Brigadier nach Linz, 1819 entwarf er als österreichischer Bevollmächtigter und demnach Vorsitzender bei der Militär-Commission der deutschen Bundesversammlung zu Frankfurt a. M. die Grundzüge zur Feststellung der Bundes-Kriegsverfassung und zum Baue der Bundesfestungen; 1824 erfolgte seine Ernennung zum Inhaber des 49. Linien-Infanterie-Regiments, 1827 avancirte er zum Feldmarschall-Lieutenant und übernahm von Frankfurt zurückgekehrt, eine Division zu Ofen; 1833 erhielt er die geheime Rathswürde und wurde als Adlatus dem General-Gouverneur in Galizien beigegeben; 1835 fand seine Ernennung zum commandirenden General in Illyrien, Tirol- und Inner-Oesterreich statt, in welcher Stellung er zu Gratz starb. Dort ist auch seine letzte Ruhestätte, geziert mit dem Grabdenkmale, welches die Offiziere der Garnison Gratz „ihrem unvergeßlichen kommandirenden Generale“ gewidmet haben. – Von L., der kurz nach Beendigung der französischen Kriege die Darstellung jener Feldzüge begann, an welchen er ruhmvollen Antheil genommen, soll das Werk: „Der deutsche Krieg im Jahre 1813 nach Oesterreichs Beitritt“ geschrieben worden sein.

Wurzbach, Biographisches Lexikon etc., 14. Bd., Wien 1865. Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresien-Orden etc., Wien 1857. Schweigerd, Oesterreichs [662] Helden und Heerführer, 3. Bd., Wien 1854. Feldzüge der Sachsen 1812 und 1813 etc., Dresden 1821. Funk, Erinnerungen aus dem Feldzuge des sächs. Corps etc. im J. 1812, Dresden 1829. Sachsen und seine Krieger 1812 und 1813, Leipzig 1822). Geschichte der sächsischen Armee etc., Leipzig 1858. Mittheilungen aus den Papieren eines sächsischen Staatsmannes. Camenz 1858. Relation der Kriegsereignisse vom 22. bis 30. August 1813 bei Dresden und Kulm, Wien 1813. Hiller, Erinnerungen aus den Freiheitskriegen, Stuttgart 1864. Prokesch, Denkwürdigkeiten aus dem Leben des FM. Fst. Karl zu Schwarzenberg, Wien 1828. Heller, Der k. k. österr. FM. Gf. Radetzky, Stuttgart und Augsburg 1858.
Schinzl.