ADB:Lavater, Ludwig

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Artikel „Lavater, Ludwig“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), ab Seite 83, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lavater,_Ludwig&oldid=558253 (Version vom 24. Dezember 2009, 18:40 Uhr UTC)
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Lt1Vater: Ludwig L., Antisteß- in Zürich; geb. am 1. März 1527, –f am 15. Juli 1586. – Im Schlosse Kiburg geboren, als Sohn des dortigen Landvogtes, nachmals zürcherischen Bürgermeistexs Hans Rudolf L. (f. oben), wurde L. schon frühe dem geistlichen Stande bestimmt. 1538 Zögling der K1ofterschule in Kappel, 1543 des Carolinums in Zürich, wo Bullinger sich seiner annahm, setzte er seine Studien 1545 in Straßburg, später in Paris unter Pierre Ramu und in Lausanne unter P. Viret fort, besuchte dann noch Italien und trat nach seiner Heimkehr in den Dienst der zijrcherischen Kirche. Durch *) Der Artikel wird am Schlusse dieses Bandes nachgeIiefert werden. 6)?“ [84] vorzügliches Talent als Prediger und sein ganzes Wesen erwarb er sich rasch allgemeine Anerkennung, so daß er schon 1550 zum Archidiakou am Groß- münster, d. h. zu einem der beiden nächststehenden Gehülfen des Oberstpfarrers oder Antistes ernannt wurde. Dem Freunde seines Vaters, seinem eigenen hochverdienten Gönner, Bullinger, stand er also jetzt zur Seite und ihn verband nun auch engere äußere Verwandtschaft mit demselben; Bullinger’s Tochter Margaretha ward am 8. Mai 1550 Lavater’s Gattin. 35 Jahre lang wirkte L. in diesem Amte, als Prediger und zugleich als fruchtbarer Schriftsteller, als ihn beim Rücktrittr von Antiftes Gwaltther (Bd. 1c, S. 289) der Große Rath am 29. Decbr. 1585 zu der erledigten Würde des Vorstandes der zürcherischen Kirche berief. Nur wenige Monate lang bekleidete er dieselbe; denn schon im Juli des folgenden Jahres machte eine kurze heftige Krankheit seinem Leben ein Ende. Unter den zahlreichen Schriften Lavater`8, meist Kanzelreden oder Commentaren zu Büchern der h. Schrift, auch deutschen Uebersetzungen von Werken von Vullinger, sind vorzüglich hervorzuheben: ein „Leben Bullinger’s in deutscher Sprache, 1576, ein „Leben Pellikan’s", lateinisch, als Einleitung zu des letztem Commentarien zum Alten Testament, 1582; eine „Geschichte des Abendmahlsstreites, lateinisch und deutsch, 1568 und 1564; eine vortreffliche lateinische Beschreibung der Einrichtungen und Gebräuche der zürcherischen Kirche, 1559, und ein beliebtes, mehrfach wiederholtes Buch: „Von Gefpenfteren, Unghüren, Fälen &c. Ve Sp9ctrjs„ 1emi1rji)us St j11S01itjs krzg0rjbus er praesagitjo11jbus 8to. Zürich 1570, 1578 und Franksurt 1586, daß später auch ins Französische und Italienische übersetzt wurde. Lavater’s Leben beschrieb Johann Wilhelm Stucki in seiner nach Lavater’s Tode veranstalteten A11sgabe von 58 Homilien des Letztem zur Erklärung des Buches Nehemia, Zürich 1586.

l.:1ye1tsius I..- 1.j1Jer dsenemix1S I10mj1jis ’11l 9J(1JOsjt118. cum 1J1–a(-k:1t. J. 0Uj1. 8tuc–1-:jj. 1’igulj 1586. J. Hottinger, 80110r1 ’ljgu1–j110run1 caro- 1jns.. Tkjgu1–j 1664. – Leu, Held. Lexikon Jil. 380 ff., Zürich 1756. – NeujahrsbL. der Gesellschaft der Chorherren in Zürich auf das Jahr 1832 (flüchtig). – G. R. Zimmermann, Die Zürcher Kirche von der Reformation bis zum dritten Rekormationsjubiläum, I, 104. Zürich 1877.

G. v. Wyß.
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