ADB:Lazius, Wolfgang
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Lazius: Wolfgang L., Mediciner und Historiker, wurde zu Wien am 31. October 1514 geboren. Er stammte aus einem schwäbischen Geschlechte, sein Vater Simon (aus Stuttgart), Doctor der Medicin und Philosophie, hatte mit Veatus Rhenanus als dessen intimer Freund unter Crato in Schlettstadt studirt und war auch mit Reuchlin im besten Einvernehmen (Geiger, Reuchlin’s – Briefwechsel S. 167). 1511 zog er nach Wien, wo er als Professor der Me- “ dicin wirkte und natürlich mit allen Humanisten im Verkehre stand. Die Mutter Ottilie, eine geborene Schallautzer, aus einem angesehenen Wiener Bürgerhause, überkebtes den Sohn lange, sie wird noch 1571 erwähnt. Der frühreife Knabe studirte unter Georg Ritheymer zu Wien, wie sein Handexemplar der Briefe des Filelfo zeigt, daß er mit reichlichen Marginalien bedeckte. Sie sind auch für den Lehrvorgang des Gräciften Ritheymer lehrreich. Mit 16 Jahren erwarb er das philosophische Magisterium, studirte dann zu Wien und zu Ingolstadt, dem er später noch gerne gefällig ward (vgl. Prantk, Geschichte d. Universität L.-J., München 1, 279), reiste als Begleiter eines jungen Barons von Starhemberg durch Niederdeutschland, Belgien, Frankreich und erlangte endlich in Ingolstadt den medicinischen Doctorgrad. In Wiener Neustadt begann er 1530 seine ärztliche Praxis, 1536 wurdeer Lector humanistischer Fächer in Wien, wandte sich aber bald darauf ganz und gar zur Medicin. Doch ging er wol finanzieller Gründe halber als Militärarzt nach Ungarn, bis ihn dringende Bitten seiner sehr besorgIen Gattin (f0:k“. O0(I. 1?A1. Kj11c10b. 9472) bewogen, 1541 wieder nach Wien zu kommen. Jahre war er nun an dieser Hochschule thätig, er bekkeidete die Professur der Theorie, der Practica und außerdem der Anatomie und Chirurgie. Als 1)1s0t’sO1s j11te1–Os18,1–js (sd. i. als Lehrer der letzteren Fächer) hatte er auch die Verpflichtung anatOmischer Demonstrationen, versprach ein Collegium über Dioscorides zu lesen, womit er die Rolle eines 1R1e1gjstsi“ 8z11jts.tjs und die in Pestzeiten gefährliche Thätigkeit eines Spitalarztes verband. Die Facultät ehrte den überaus emsigen und sehr angesehenen Mann durch achtmalige Wahl zum Decan; zweimal wurde er Rector der Universität (si546 und 1561s). Es fehlte aber auch nicht an ärgerlichen Zwistigkeiten; besonderis durch die confessionellen Gegensätze erhitzten sich die Gemüther. L.. stand stets auf Seiten seines Landesfürsten. Hatte ihn dieser ja doch in den Adelstand erhoben, ihn zu seinem L.eibarzt und zum sehr gut gezahlten Hofhistoriographen und geheimen Rath gemacht! I553 wurde er Universitätssuperintendent. – Vielleicht eben diese Parteinahme Lazius’ für des Kaiseks inkimste Wünsche und der Nutzen, der ihm daraus erfloß, brachten ihn mit seinen Collegen in Collisionen, vornehmlich aber mit den reformatorisch Gesinnten. Im fünften Deco.nate (155O) wurde ihm seine Stellung so Verleidet. daß er ab-dankte, hauptsächlich wol, weil er sich mit seinem speciellen Amtsgenossen, dem Italiener Giuseppe Salandi so gar nicht vertragen konnte. – Neben den zahlreichen Bemühungen, die den Gelehrten in Athem“hielten, entwickelte als Frucht seiner Lieblingsbeschäftigung, der historischen Forschung eine unglaubliche Rührigkeit als Schriftsteller. Diesen antiquarischen Neigungen zu Liebe unternahm er viele Reisen durch die jetzt deutsch-österreichischen Lande, die Schweiz, Elsaß, Breisgau und Schwaben, um die Klöster zu besuchen, die Urkunden und Inschriften zu besehen und abzuschreiben und – was auch eine seiner Pasfionen bildete, – Münzen, Wappen und Alterthümer zu sammeln oder wenigstens abzuzeichnen. Es versteht sich von selbst, daß er auch eine große Bibliothek anlegte, die nach seinem Tode mit der kaiserlichen vereinigt wurde. [90] o L. (dessen Porträt u. A. vor der Ausgabe seiner 1sc-r11111 Ares03.rumi1. angebracht ist) war stets von schwächlicher Gesundheit, die er gar nicht schonte, das Uebermaß der Berufspflichten und litterarischen Arbeiten brach endlich seine Kraft, er starb zu Wien am 19. Juli 1565 im 51. Lebensjahre. Zu St. Peter wurde Per begraben, wo ihm auch ein Grabmonument errichtet wurde. Die Vermögensumstände des Hofhistoriographen waren sehr günstig geworden, der Lazzenhof in Wien, in dem er gern seine Freunde zu gelehrten Symposien vereinigte, war sein Eigenthum. L. war am meisten auf dem Gebiete der alten und der österreichischen Geschichte thätig, Geographie, Numismatik, Epigraphik , zogen ihn an, nicht minder beschäftigte ihn auch die Chronologie des habsburgischen Hauses und die Geschichte des Mittelalters. Wenn er auch an Johann Jordanus, dem kaiserlichen Rathe und Franz Jgelshofer, zwei sehr eifrige Collaboratoren hatte, so wird man doch nicht zweifeln, die letzte Reduction etwaiger Collectiomn stets ihm zuzuschreiben. Im allgemeinen wird man dem Urtheile Aschbach’ß beipflichten können, der vielfach ein gemeinsames Arbeitsfeld mit L. bebaute, wenn er schreibt: Allerdings läßt sich manches an der Methode und den Leistungen des aussetzen. Seine Eilfertigkeit und ungeduldige Ueberstürzung bei der Behandlung und Herausgabe von Stoffen, die eine ruhige und gründliche Untersuchung erheischt hätten, führten ihn zu manchen unrichtigen Urtheilen und Schlüsfen, zu falschen Behauptungen und Zusammenstellungen. Seine Conjecturen und Verbesserungen sind häufig willkürlich und entbehren der gehörigen Begründung, man vermißt nicht selten tieferc–ß Studium und eine gesunde Kritik. Scaliger beurtheilte ihn scharf mit den Worten: 0’stojt uu g1–a11(i 1se1tjsenr: j1 fsijs0jt tout j11z1Jrj111e1– 8A11S „jugs91r1S11t„ c:0mi110 (3rut91–. Es ist aber doch nicht zu leugnen, daß er für die Behandkung mancher Zweige der historischen Wissenschaft höchst vortheilhafte erste Anregungen gab und zuerst auf Manches hingewiesen, was früher zur Erklärung unbekannter oder schwieriger Dinge nicht beachtet worden war. Sein erstes und bekanntestesB Werk erschien unter dem Titel ..sjesi111er .z11Strj:1e kl91–un1 ’cjen11e0Sjun1 (J0N1111911– 7:.“5t1–ji j11 (zuatuo1– 1jb;–0S (ljstj11crj. ju quj1Jus c:8I8b91si–ime1.Es j11jus .zustrj:1„9 0jyjts.tjs eJ10r(1i:x. scer11Sr;1S. 110bj1jtt1S. 1118gjsträtus 1?’A111j!js,e(1us wi 1t1911un1 (quOc1 -Jsunt) e1p1jes.x1t.u1s–-, Be-.Sj!. 15-s. 4“–-. entschuldigt sich in dem mit Prolog-Gedichten eingeleiteten Werke wegen der Druckkt–hltr und läßt den Brief des Oporinus beidrucken, der ais Grund derselben seincKrankheit angiebt. Daß Buch ist dem Gemeinderath v9n Wien gewidmet. In der 1’r:-1.OkNsjO nennt er Beatus Rhenanus seinen Lehrer. Wenn man bedenkt, mit welchem Unsinn er aufzuräumen hatte, so wird man nachsichtsger gegen seine Irrthümer werden, die er übrigens selbst einfah und durch späte1.e Auflagen, zu denen er nie kam, zu verbessern trachtete. Der Schwabe Heinrich Abermann, Rector der Bürgerschule zu St. Stephan in Wien gab Lazius’ „Vienna“ in deutscherUebersetzung mit eingehenden Anmerkungen 1614 heras Lauch in einer Ausgabe von 1692 zu Frankfurt a. M.). Uebrigens sind Viele Mittheilungen ganz werthvoll, so z. B. die über die Wiener Magistratc und Geschlechter. L. gab aber auch alte Handschriften kirchlichen Juhalts heraus , so 1547 daß ..1?1s9„g11si1t11m fstjaJj11jj (In„jus(15tm 1s let110elij1siJjs00sj““„ 1522 „lJ1100mjum ’sj1–gj11it:1tjs des .ZIOj111US .“Ujsus von Vie1me, 1560 zu.A11twerpen „Kr8„gN1ents (1ux-1e(1x1111 Oc1r01j I1. et1jo1–un1(;u9. j1109rlj11Olllj1ü8 j11 7etsijs 90O1esjs 1–jtjbus Sr 0.:tsij111011jjs A, W0IfgAngO I.stsjo erum A ti11ejs Ste:.-, daß dem Wiener Bischof Anton von Müglitz gewidmet ist u. v. A. (vgl. darüber J. v. Aschbach, Geschichte der Wiener Universität III. B.,). Weitaus wichtiger sind seine Bemühungen auf dem Gebiete der römischen und griechischen Alterthum-Skunde. Sein Hauptwerk hat den Titel: „Reipub1jc-ste R0111a11A0 j11 6J(terjs x-r0s.sj11Ojjs b011o c011Stitutze OO111menw.rjorum 1jb1–j F11 etO.“„ B-9–8j1S00 1551. Fol. Zweite nach einem Manuscripte des L. verbesserte und vermehrte Auflage Frankfurt 1593. [91] Fol. In der Dedication des Buches an König Ferdinand I. klagt L., daß des Aventinus, Stabis und Manlis Forschungen über diesen Stoff entweder verloren oder so verborgen seien, daß sie mit Motten und Schaben ums Dasein kämpfen; was aber Veatus Rhenanus zu seiner Zeit in Angriff genommen, sei durch des trefflichen Mannes unzeitigen Tod unterbrochen worden. Schwierig seiihm dann dies Werk geworden, den Erwerb habe er dieser Arbeit nachgesetzt und dadurch Schaden gelitten, nicht zuletzt an seiner Gesundheit. Wie gewöhnlich kommt er auch hier auf sonstige Arbeiten seiner Feder zu sprechen, begründet in der weitschweifigsten, ihm überhaupt eigenen Weise, die Wahl der Dedication, preist den Alciat und fällt dabei in sehr vorsichtiger Art (clOOtosOmp9r ezccjpiO) gegen die Bartolisten aus. Er unterläßt es nicht, seiner Verdienste und Verbesserungen auf dem Gebiete der Inscriptionen wie deck- Rechtes zu gedenken, und in deutlichen Anspielungen an die Liberalität Ferdinands zu appelliren. Daß er Citate gebe, begründet er damit, daß dadurch Alles besser bewiesen werde und daß die ersten Mäunerin seinemFache, Alciat und Beatus Rhenanus es so gehalten hätten. Wie in allen Werken ist auch in diesem die Diction des Gelehrten ungemein schwerfällig und breit, man kann nicht sagen, daß seine Darstellung anziehend oder lebendig wäre. Dennoch hat er in gelehrter Materialiensammlung sich wesentliche Verdienste erworben und sich u. a. ähnlich wie in unseren Tagen Mommsen bemüht, die römischen Ausdrücke durch Verdeutschung deutlicher zu machen (“Ok. 180. 184. 186. 189 2c.). Dazu kommt noch die Aufmerksamkeit, welche er den Münzen und Inscriptionen zuwandte; seine Belefenheit in den Alten ist aber wirklich eine sehr bedeutende. Neben diesen benutzte er auch spätere, z. B. Claudian, Sidonius Apollinaris, die Byzantiner (u. A. Prokopios und Agathias), Jordanis, Cassiodor, selbst Zeitgenossen, wie er denn auch den Erasmuß citirt. Uebrigens scheint er nach Zetteln gearbeitet und Materienregifter gehabt zu haben, die er dann bei der Herausgabe benützte; die beigegebenen Abbildungen (z. V. 124) sollen erläutern. Dieses Werk gab aber auch Anlaß zu einer Mystification. citirt nämlich is. 85) ein Fragment des Vellejus, daß in der Wiener Hofbibliothek bewahrt wurde. Welch’ glücklicher Fund, nachdem die einzige Vellejus Handschrift (des Klosters Murbach) nach der Edition des Beatrs Rhenanus verschwunden war! M. Hertz aber (Haupt’s Zeitschrift für deutsches Alterthum IL, 293 f.) wies nach, daß dieses Fragmentum eine „systematische nicht ohne eine gewisse Summe von Kenntnissen unter11ommene Fabrikation" sei, die für die Geschichte der nachkarolingischenseit nicht ohne Interesse wäre. – In mancher Hinsicht noch werthvoller ist sein Werk: „k1ist0rjOa1–un1 (I0111111S11tstjO11un1 r9run1 gretscA1–un1 1j1Jrj c1uo er(z.“„ Basel. Auch diese Schrift ist König Ferdinand gewidmet. Die 19r8.8katjo beginnt mit den üblichen Klagen über das den Musen abgewendete Zeitalter, Alles scharre Gold zusammen und setze die Studien hintan, hauptsächlich wol, weil man wisse, daß für die gelehrte Arbeit kein hinlänglicher Lohn zu erhalten sei. Er aber halte sich au den Satz des Themistokles: clssi(1ie1n1 98SO110mj11js 3–iyj S8p111t111–8.n1; der Durst nach Wissen habe ihn zur Erforschung des Alterthums getrieben und so komme er nunmehr zu jener Partie, die er eigentlich vor Rom und Deutschland hätte behandeln sollen. Die beigegebenen Kupfer und Karten entschuldigte er damit, der Kaiser möge Verzeihung gewähren n1ea9 :t1–ti- c;11an1 ju S0u1– penäo Here tjtuba:1tjbus 1118js 1118,11jb08 non 8si„tjs ksijcjte1– 0011SS(3utusun1 Ob j1si– 8jg11e.111 Ver–0 1si1u1sj2mi e01sum 8r`cjf1Oumj11 .4ust1–is. 8u10ire 11018ns v01ens co-1ocus Sum. Mit großer Sorgfalt sucht er alle Quellen in den Bereich seiner Betrachtungen zu ziehen, selbst Ausgrabungen und Münzen in Siebenbürgen und Rumänien, auch Infcriptionen schreibt er ab. Häufig citirte er auch Dichter mitten unter den Historikern, wie denn überhaupt keine rechte Scheidung und Kritik besteht; Geschichte, Numismatik, Geographie und Mythologie laufen bunt [92] durcheinander. Das II. Buch ist Maximilian (1l„). gewidmet; in der Dedicatio1 spricht der Verfasser die Hoffnung aus, die Habsburger werden Griechenland de“ f Türkei entreißen. Auch hier rühmter sich wieder, viele Schwierigkeiten uni Dunkles in den Poeten erklärt zu haben. Daß zweite Buch ist eine Geschichte von Athen mit besonderer Berücksichtigung der Feste und Bräuche, der Colonien 2c. vielfach natürlich nach Pausanias; Homer citirt er in der lateinischen Uebersetzung des Eoban Hesse. Wol mas man aber Wachler Recht geben, wenn dieser das Hauptverdienst des Buches in der Anwend„;mg der Numismatik auf historische Untersuchungen sieht. „L. war der erste musterhafte Ausleger alter Münzen. Dies zeigte er besonders in dem Werke: „(J’on1mentsi–jo1–un1 ystust0rum 1111mismCmin1 ms„z(i111j Scj1j(:et O1zerjs er (1u:-tt–uo1 8SOtjO11jbus mu1tzrun1 rerum pnb1j0zrum Ver .sjs.n1- tzp111si0ot1n er 1i’.uro1Jer.111 z-11cjquit–8-tjs 11jstOrjM1 110c1Os(1ue 4 0rorc1jsi1js (1jkkjOi1j0res 0Omp1sebenä811tis ..... „ R’jsi111-.19 1558. Fol. Epigraphischer Art ist das Werk: „1?J1e1–t11Jr1 A1jqu0t 8. kerustAtjs Rom. j11 8si1js e quibusä-:t111 0VO1-A 1–tobi1is yjri I). kle1–metis SO118„11emeserj CMS. ICA-j. O0118i1. et. 8.rObjtHO0tu1s:1e V1–ä6ksOtj 11je ’ssjO111r1e 9rutis un3„ cum i11te1–1Jr9esti011c–z U’O1k– g-t11gj I.A„2jjs–- ’t’jen11-1e 1560. Fol. Die Erklärungen sind nach Aschbach’s Urtheil nicht als gelungen zu betrachten. Für die deutsche Geschichte ist daß beinahe am meisten citirte Werk ds L.: „1)S g911tjun1 a1i(1uot mig1–8tiO11i1)us SOc1i– bus’ 1sij(1ujjs 1jngu:t1–imiqu9 j11jtjjs er jmmuts„tj011jbus C20 cj1jA1eetis 1jbrj ITll 13e18j1es.6 per .I. 0p0ri11un1 1557. Fo!. daß wichtigste. „Obwol nun Beatus Rhenanus den Fleiß des L. sehr rühmt, wären ihm die ICjg1sutj0:2es wol kaum besonders werthvoll erschienen. Sie sind auch jetzt ganz veraltet. Jedenfalls viel dankenswerther sind Feine Beschreibung des Türkenkrieges Csi556 in Ungarn) unter dem Titel: ..Re1–un1 c013trA ’ru1–Oas j11 19z1m0nisi. . . . g0StA1–un1 n:11–:“:ttjO-–„ seine noch ungedruckte Geschichte des §chmalkaldischen Krieges (0Ocj. 1981. ’sj11c1o1z. 7959 und 7688, ck. Chmel, Handschriften der Wiener HofbibliOthek1, 662 ff.,), eine Reihe von historischen Darstellungen zur Geschichte Ungarns CmäOk. Aschbach, Geschichte der Wiener Universität III). Mit großer Vorliebe setzte er des Stabius und Cuspinian Arbeiten über das habsburgische Haus fort, diesem Studium entstammen: -.(Jo111111enfzrjO1–11m j11 0O1J9810gjsi11 Austrjs(:8.n1 1jbrj c1uO etc:. B5tsj1. 11er J. 0V01sjt1un1 er Rio. IJpisO01Jjun1 1564 Fol. Daß Werk war die Frucht großer Anstrengungen und mannigfacher Reisen, in fieberhafter Eile arbeitete er daran; man kann wol sagen, er schrieb es mit dem Aufwande seiner letzten Kraft, inmitten der Arbeit schloß er ab, den ursprünglich weiter führenden Pkan aufgebend, weil er sich sagen mußte, es sei ihm nicht mehr so Viel Lebensdauer gegönnt. Ncbenher geht die Bemühung für die Geographie Oesterreichs und Ungarns, die Vorarbeit einer geJolanten österreichischen Geschichte war, Materialiensammlungen dazu finden sich auf den Hofbibliotheken zu München (cHalm, Deutsche Handschriften d. Münchner Hofbibl. Nr. 1184) und Wien (OOc’1. 19m. l’j11(1. 7996, 7894,?961, 8664). Ein sehr merkwürdiges Werk sind seine ’IzVj 011orogrA1z11jOj- die mit Abbildungen der verschiedensten Volkstrachten und einem sehr genauen, bis ins Einzelnfte gehenden, allerdings; hie und da auch Fehlerhaftes bringenden Atls versehen sind. Außer diesen massenhaften Schriften giebt es aber noch manches Handschriftliche von L., daß in den Codices (der Wiener Hofbibliothek,) Nr. 78ts, 7864, 9472, 11229 1c. enthalten ist, dazu kommen Reden, Gelegenheitsgedichte (s00(1. 7960s), .–1c:1ye1si–js. und dgl. (ck. darüber Aschbach a. a. O.). Mehrfach kam der rührige Mann in Controversen, so mit Catz-par Bruschius, den er des Plagiates anklagt (Of. Horawitz, Caspar Bruschius, 134 ff., 168 und mit J. A. Brasficanus, mit dem er wegen Carnuntum in eine gelehrte Fehde gerieth, der er in einer sehr ausführlichen, an den von ihm hochverehrten B. Rhenanus gerichteten APologie Ausdruck gab, [93] einer Schrift, die ich demnächst publiciren werde; Rhenanus bedauerte die letztere Fehde, schrieb aber: Otj118111 (30r111a11js. mu1tOs tui Simj18S 118bsret. 1?’18.c9t mj11j O: (19 0zrnunt0 er cls I11zsi–jeo S9ntentjs U18.. Schließlich sei noch des Antheilts dets L. an der Entdeckung der Nibelungenlieder (Ok. Dümmler, Piligrim von Passau S. 97) und des sog. Qttokar von Horneck gedacht. Ueber L. Ol. außer den Angaben bei Khautz und Deniz: Rofas, Geschichte der Wiener Universität 1l, S. 51 ff.; Camefina in den Berichten des Alterthums Bereins (namentlich über Familie und Personalien), vor Allem Aschbach’s dritten nachgelassenen Band seiner Universitätsgeschichte.