ADB:Lichnowsky, Eduard Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Lichnowsky, Eduard Fürst“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), ab Seite 533, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lichnowsky,_Eduard_F%C3%BCrst&oldid=558466 (Version vom 24. Dezember 2009, 04:24 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Liber, Antonius
<<<Vorheriger
Liber, Antonius
Band 18 (1883), ab Seite 533. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Lichnowski: Eduard Maria Fürst v. L., geb. am 19.September 1’s9, † am 1. Januar 1845, der Abkömmling eines in Oesterreich und Preußen heimischen Adelsgeschlechtes, das unter Anderem auch die Schloßhetrschaft Gräz bei Troppau erworben, Sohn des Fürsten Karl aus dessen Ehe mit der Gräfin Christiane Thun. Nachdem der junge Fürst seineuniversitätsstudien in Göttingen und Leipzig beendet, trat er als Erbe des 1814 verstorbenen Baters die Verwaktung seiner Güter an und widmete sich der Landwirthschaft mit allem Eifer; insbesondere galt er als rationeller Schafzüchter. Aber nicht minder stark regte sich in ihm der Schriftsteller, zunächst der Kunsthistoriker und Belletrist. Schon seit 1817 gab er die „Denkmale der Baukunst und Bildnerei deck- Mittelalters in dem österreichischen Kaiserthum“ von bedeutenden Künstlern illustrirt und von ihm mit Text begleitet heraus doch blieb daß groß angelegte Werk schon im vierten Hefte, das ohne Text erschien (1824), stecken. 1822 lieferte er eine Uebersetzung des Werkes von Lamennais, kJ8S-ti Sur 1’jn(1jkk(zren(:e: „Versuch über die Gleichgültigkeit"; doch erschien nur der erste Band (zu Wien). Für seine poetische Ader spricht daß Trauerspiel „Roderich“, daß in Breä-lau (1821) gedruckt wurde. Auch sprach man von der Herausgabe seiner gesammelten Gedichte. – Für die GeschichtschreibunL; Oesterreichs erwarb sich L. ein Verdienst durch die Bearbeitung des ausführlichen, im Geleise der vormärzlichen Geschichtschreibung Oesterreichs sich bewegenden, stofflich bedeutenden Werkes: „Geschichte des Hauses Habsburg“, dessen Anregung vom Staatsminister Metternich aus gegangen sein soll. Dasselbe erschien 1836–1844 in 8 Bänden und umfaßt die ganze mittelalterliche Epoche der Habsburger vonRudolf1. bis zum TodeKaiser Friedrich III. (1218–1493). Die Zusammenstellung des dankeneswerthen Quellenanhanges und der reichhaltigen Urkundenregesten zu jedem Bande rührt von dem Mitarbeiter (dem jetzigen Vorstande der Wiener Hofbibliotheth, E. v. Birk, her. Fürst L., seit 1842 immer leidender, hielt sich längere Zeit in Rom auf und nahm dann seinen Wohnsitz in München. 1844 suchte er Heilung im Bade Gastein, ohne sie zu finden, und starb bakd darauf zu München. Sein Sohn aus: der Ehe mit der Gräfin Eleonore Zichy, Felix, wurde gemeinsam mit dem General v. Auerswald am 18. September 1848 das Opfer der Wuth des Frankfurter Pöbels. Oesterr. Nationalencyclop. III. 422. Wurzbach, Oesterr. bibliogr. Lex. ICs. 71–77.

Krones.
Persönliche Werkzeuge