ADB:Lottum Graf von Wylich, Philipp Karl

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Artikel „Lottum, Philipp Karl Reichsgraf von Wylich und“ von Ernst Friedländer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 284–285, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lottum_Graf_von_Wylich,_Philipp_Karl&oldid=1706704 (Version vom 23. Juli 2014, 13:10 Uhr UTC)
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Lottum: Philipp Karl Reichsgraf von Wylich und Lottum, war am 27. August 1650 geboren als Sohn des Freiherrr Johann Sigismund Wylich von L. und der Josina von Wittenhorst-Sonsfeld; er widmete sich dem Kriegsdienst und machte in den siebziger und achtziger Jahren in holländischen Diensten die Feldzüge am Rhein und in den Niederlanden gegen Frankreich mit. Am 1. August 1688 wurde er Oberst, 1690 Generalmajor und 1694 Generallieutenant, Chef eines Regiments, welches der Stamm der späteren (seit 1740) Leibgarde war, und Gouverneur von Spandau, am 15. Februar 1695 wurde er Oberhofmarschall und 17./27. Mai 1698 Oberdirector der Domänen in allen kurfürstlichen Provinzen. Er bewohnte in Berlin das für 15500 Thlr. erkaufte Schomberg’sche Haus, das jetzige kronprinzliche Palais. Am 20. Januar 1701 erhob ihn der Kaiser in den Reichsgrafenstand, was König Friedrich I. am 14. Juni desselben Jahres bestätigte. Beim Ausbruch des spanischen Erbfolgekrieges erhielt L. das Commando über die preußischen Truppen in holländischen Diensten, nahm 1703 Rheinbergen und Geldern ein und wurde 1704 General der Infanterie. Am 18. April 1705 zum Obergouverneur der westfälischen [285] Festungen ernannt, blieb er zugleich in seiner Oberbefehlshaberstelle bei der Feldarmee, schlug am 11. Juli 1708 die Schlacht bei Oudenarde mit, belagerte 1709 Tournay und betheiligte sich am 11. September desselben Jahres am Siege bei Malplaquet, wo der Kronprinz Friedrich Wilhelm Zeuge der vorzüglichen Leistungen der preußischen Truppen unter Lottum’s Führung war. Gleich nach seiner am 25. Februar erfolgten Thronbesteigung beförderte König Friedrich Wilhelm I. den ausgezeichneten Truppenführer zum Generalfeldmarschall (am 27. Februar). L. starb am 14./24. Februar 1719. Er war zwei Mal vermählt: 1) mit Maria Dorothea Freiin von Schwerin (1679), 2) mit Albertine Charlotte Freiin von Quadt-Wickerad, und hinterließ 6 Söhne und 7 Töchter. L. war Generalfeldmarschall, Ritter des schwarzen Adlerordens, wirklicher geheimer Kriegsrath, Oberpräsident der cleve-märkischen Regierung, Gouverneur von Wesel, Chef eines Regiments, Drost mehrerer Aemter, Curator der Universität Duisburg etc.

Acten des geh. Staatsarchivs. (König) Biograph. Lexikon, II. S. 434. Carl Edzard Bödiker, Prediger zu Wriezen: „Der rechte und echte Kriegsmann, nach erhaltener siegreicher Schlacht wider die Frantzen bei Oudenarde 1708, 11. Juli.“
Ernst Friedlaender.