ADB:Lusi, Spiridion Graf von
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Lusi*): Spiridion Graf von L., geb. 1741 auf der Jnsel Cephalonia, erhielt seine Bildung in dem griechischen Collegium zu Venedig, später auf der Universität Padua. Von 176Z biz 1765 veröffentlichte er 4 Bände einer Uebersetzung Lucian’Z. Einige Jahre später ging er nach Wien, wo er besonderS zu dem Grafen Dietrichstein und Wenzel Zinzendorf in nähere Beziehungen trat. Nachdem er bereitS im Jahre 1775 in Breslau die Bekanntschaft Friedrich dez Großen gemacht hatte, kam er 1777 nach Berlin, wo ihn der öfterreichische Gesandte van Swieten in die Gesellschaft einführte und dem Könige in PotsSdam vorstellte. Während deS baierifchen ErbfolgekriegeS trat er alS Hauptmann in ein Freicorp8 ein, kämpfte mit Auszeichnung gegen die Oesterreiche1: und wurde bald zum Major befördert. Jm Jahre 1780 zum preußischen Gesandten in London ernannt, welchen Posten er im Februar 1781 antrat, zeigte er anfang?- keine besondere diplomatische Geschicklichkeit, sodaß Friedrich ihm feine Unzufriedenheit nicht verhehlte. Mit der Besserung der Beziehungen Preußen5 zu England, die in den letzten Jahren Friedrich8 eintrat, gelang e5 ihm jedoch, eine erfprießlichere gefandtfchaftliche Thätigkeit auszuüben. 1784 wurde er zum Obersten ernannt. Jm October 1788 aus London abberufen, begkeitete er im Jahre 1790 den König Friedrich Wilhelm 1l., alS derselbe in [826] Schlesien ein Heer gegen Oesterreich zusammenzog. Noch vor Abschluß der Verträge von Reichenbach wurde er mit dem später so bekannt gewordenen Geh. Cabinet8feeretär Lombard nach Wien geschickt, um für4den Fall der Verständigung mit Oesterreich eine Reise in das türkische Lager zu unternehmen und den Großvezier zum Eingehen eines- WassenftillstandeS mit den Oesterreichern zu bestimmen. Am Z. August, nach Unterzeichnung der Reichenbacher Declarationen, verließ er Wien und erreichte in Giurgewo den Großvezier, der sich erst nach einer langwierigen Unterhandlung zum Abschluß eines WaffenftillstandeS bequemte. Nach einem längeren Aufenthalte in Silistria und Schumla, wobei er beständig zwischen Türken und Oefterreichern vermittelnd und auSgleichend thätig sein mußte, traf L. erst im Jahre 1791 wieder in Berlin ein. 1792 erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor, 1798 zum Generallieutenant. Jm Jahre 180O wurde er von König Friedrich Wilhelm 1l1., mit dem er in Potsdam häufig verkehrte, zum Gesandten in Peter8burg ernannt, jedoch bereitS zwei Jahre später auf seinen Wunsch wieder abberufen. Er lebte dann still und zurückgezogen in Potsdam, wo er im Jahre 1815 starb. Sein Sohn, Friedrich Wilhelm Ludwig August Spiridion, geb. am 7. Januar 1792, Hauptmann im 1. Garderegiment, mit dem Charakter alS Major entlassen, 1817 bis 1819 bei W. von Humboldt in London, 1823 bis 1829 LegationSSecretär in Stuttgart, 18Z8 biz 1886 Minister-Resident in Griechenland, starb in der Nacht vom 15. zum 16. Decbr. -1847 in London.
- Denina, La Prusse littéraire sous Frédéric II. Akten deS Geh. StaatZarchivS zu Berlin.