ADB:Maximilian Emanuel

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Artikel „Maximilian Emanuel“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), ab Seite 76, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Maximilian_Emanuel&oldid=465267 (Version vom 25. Dezember 2009, 20:27 Uhr UTC)
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Maximilian Emanuel, Prinz von Württemberg, geb. zu Stuttgart den 27. Februar 1689 als Sohn des Friedrich Karl von Württemberg- Winnenthal, hat ein ebenso kurzes wie thatenreiches Leben gesührt. Nach seiner Au;)-bildung zu Tübingen und Genf zog es ihn in seinem 14. Jahre zu König Karl R11. Von Schweden, der ihn aus seine Bitte als Waffengefährten annahm. Ihm folgte der „kleine Prinz“ auf allen seinen Zügen, so beschwerlich es ihm anfangs wurde. Bei Pultusk verrichtete er seine erste Waffenthat, nahm Theil au der Eroberung von Thorn und Elbing, erstürmte unter den Ersten Lemberg, machte den Marsch nach Litthauen, Polesien, Volhynien, Polen und Sachsen mit. Häufig kam er in die größte Lebensgefahr; einmal glückte es ihm, Karl selbst vom Ertrinken zu retten. Nach dem Friedensschlusse 1706 kehrte er nach Stuttgart zurück; aber schon nach fünf Wochen brach er wieder auf. Kctrllll. wandte sich gegen den Czaren; M. E. blieb in seiner Begleitung und ertrug standhaft Entbehrung und Anstrengung. An der Beresina schwer verwundet, ließ er sich dem Könige nachtragen und kämpfte, ehe er ganz geheilt war, bei Holowszin tapfer mit. Während des Marsches in die Ukraine wurde er zum Obersten eines Dragonerregiments bestellt. In der Schlacht bei Pultawa focht er auf dem linken Flügel der Reitetei; mehrmals durchbrach er die feindlichen Linien, wurde aber zuletzt umzingelt und gefangen. Hätten alle in dieser Schlacht ihre Schuldigkeit gethan, wie der kleine Prinz mit seinem Regimente, so hätten es die Russen nimmer gewonnen, rühmte Karl von ihm. Der Prinz wurde von dem Czaren freundlich behandelt und erhielt die Erlaubniß, nach Württemberg zurückzukehren. Aber seine Kräfte waren gebrochen; er erlag einem Fieberanfalle zu Dubno am 25. September 1709 und wurde zu Pitschen in Schlesien beigesetzt. Karl Jill. klagte, er habe seinen besten Freund verloren. Vgl. Leichensermon und Personalien. (Bardili,) Des Prinzen M. E. Reisen u. Campagnen u. f. w. 1730. Schott, M. E., Prinz von W. und sein Freund Karl I(II., König von Schweden. 1839. Pfaff, Württemb. Heldenbuch. 1840.

Eugen Schneider.
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