ADB:Mittermüller, Rupert

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Artikel „Mittermüller, Rupert“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 52 (1906), ab Seite 421, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mitterm%C3%BCller,_Rupert&oldid=893685 (Version vom 24. Dezember 2009, 01:54 Uhr UTC)
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Mittetmiiller: Rupert M., Benedietiner, Historiker, geboren am 7.Juni 1814 zu Mainburg in Niederbaiern, † am 11. December 1893 zu Metten. M. war der Sohn eines Schuhmachers. Sein Taufname war Anton. Die humanistische Vorbildung erhielt er in München, wo er nach einjährigem Vorunterricht im Herbst 1826 in die zweite höhere Vorbereitungselasse eintrat, dann 1827 das alte (jetzt Wilhelms ) Gymnasium bezog, daß er 1832 mit Note l absolvirte. Die philosophischen und theologischen Studien begann er 1832–1883 auf dem Lyceum zu Landshut und setzte sie 1833–1836 an der Universität München fort, die letzte Zeit als Alumnus des Georgianums. 1836 trat er in das Clericalseminar zu Regensburg ein, wo er am 27. Juli 1837 die Priesterweihe empfing. Nachdem er hierauf während der nächsten Jahre im Weltpriesterstande als Cooperator in Asenkofen, Neuessing und Sandsbach in der Seelsorge gewirkt hatte, trat er am 16. November 184O im Stift Metten in den Venedictinerorden und legte am 20. Februar 1842 [422] Profeß ab; Dann war er zuerst als Seelsorger und Lehrer zu Metten thätig,. si843–44K am neuen (Ludwigs-) Gymnasium in München, 1846–49 als Administrator und Seelsorger in Andechs. Von 1849–69 wirkte er als Professor der Geschichte am Gymnasium desstiftes Metten. Der von ihm sverfaßtetmund als Lehrbuch verwendete „Leitfaden zur bairischen Geschichte fürs Mtttelschulen“ (Landshut 1857, 8. Aufl. 1867), der das Mißfallen des Negierungsliberalismus erregte und gegen den man auch geltend machte, daß die Approbation des Ministeriums nicht nachgesucht worden sei, veranlaßte I1869 seine Enthebung von diesem Lehramte. Später wirkte er als Lehrer –!der Theologie für die Ordenscleriker und bekleidete viele Jahre das Amt des Bibliothekars; 1875–84 war er Prior. “

Aus der reichen wissenschaftlichen Thätigkeit Mittermüller’s auf historischem Gebiete sind als seine Hauptwerke zuerst zu nennen: „Das Kloster Mctten und seine Aebte (Straubing 1856) und „Leben und Wirken des frommen Bischofs Michael Wittmann von Regensburg. Aus Actenstücken und den hinterlassenen Papieren des Dahingeschiedenen zusammengetragen“ (Land-Shut 1859). An die große Wittmann-Biographie schlossen sich später die Schriften an: „Erbauliche Züge aus dem Leben und Wirken des gottseligen Bischofs Michael Wittmann in Regensburg“ (Landshut 1863) und „Georg Michael Wittmann, ein priefterliches Musterbild“ (Münster 1873, Zeitgemäße Broschüren, 8. Bd., 6. Heft). Als Gymnasialprogramme von Metten erschienen die Schriften: „Die bischöflichen Seminarien und ihre Gegner“ (1849); „Historische Erläuterungen über einige controverse Thaten und Lebensumstände Karls des Großen“ (1850); „Das Zeitalter des heiligen Rupert“ (1854; 2. Aufl. Straubing 1855); „Winke und Erinnerungen zum Studium der Geschichte für Gymnasial-Schüler“ (l u. ll, 1859 u. 1860); „Herzog Arnulf Von Bajoarien“ (1863); „Albert der Dritte, Herzog von München-Straubing“ (l u. ll, 1867 u. 1869). Zum Theil aus Arbeiten, die vorher in den Studien und Mittheilungen aus.? tem Benedictiner-Orden (5. Jahrg. 1884) erschienen waren, ging seine letzte größere Schrift hervor: „Beiträge zu einer Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität in Salzburg“ (´salzburg 1889). Von seinen in verschiedenen Zeitschriften erschienenen kleineren historischen Arbeiten seien noch genannt: „Protestantische Elemente in Giesebrecht’s Kaisergeschichte“ (Katholik 1868, 1l, S. 221–230, 318–331, 439–460; 1864, ll, S. 329–858, 538–584; 1865, l, 191–209; 1866, l, S. 838–346);„ „Arno, Erzbischof von Salzburg“ (Chilianeum [Würzburg], ts. Bd., 1865, S. 209–219, 256–268); „War Bischof Piligrim von Passau (971–991) ein Urkundenfälscher?“ (Katholik 1867, l, S. 337–362); „Die religiösen und kirchlichen Beziehungen Herzog Albrechts III. von Bayern“ (Histor.-polit. Blätter, 60. Bd. 1867, S. 365–375); „Erzbischof Wilhelm von Mainz“ (Katholik 1868, l, 563–583); „Johannes Trithemius als Geschichtschreiber“ (Histor.-polit. Blätter, 62. Bd. 1868, S. 837–855; nach Silbernagl);, „Conrad Wimpina“ (Katholik 1869, l, S. 641–681; ll, S. 1––20, 129–165, 257–285, 385–403); „Ludwig der Baier und Papst Johann )0c11.“ (Katholik 1872, l, S. 207–225); „Ergänzungen zur Biographie und litterarischen Thätigkeit des Abtets Rupert Kornmann von Prüfening“ (Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner-Orden, 4. Jahrg. 1883, Bd. l, S. 107–114, 835–356); „Correspondenz König Ludwig’s 1. Von Bayern mit Eduard v. Schenk“ (Histor.-polit. Blätter, 94. Bd. 1884, S. 576–593, 688–657); „Mehrere Briefe des Fürsten Alexander v. Hohenlohe aus der Zeit seiner Thätigkeit in Bamberg (1817–1821)“ (Studien und Mittheilungen,. 6. Jahrg. 1885,-Bd. 1l, S.122–134). Dogmatisches J: „Nachklänge zu dem

[423] vaticanischen Decrete von der Unfehlbarkeitsdes päpstlichen Lehrprimates (Katholik 1873, 1, S. 50–68); „Thomistische Aphorismen über Freiheit und Gnade“ (Katholik 1874, 1l, S. 641– 665); „Die lehramtliche Unfehlbarkeit des Papstes und deren Ausdehnung oder Einengung“ (Studien und Mittheilungen, 7. Jahrg. 1886, Bd. l, S. 79–87); „Heiligkeit der Kirche“ (ebd., 10. Jahrg. 1890, S. 1.75–184). Auf dem Gebiete des Kirchenrechts ließ er erscheinen: „Kanonisches Recht der Regularen nach Bouix. In einen deutschen Auszug gebracht und mit Zusätzen Versehen“ (Landshut 1861); die Abhandlung „Ueber das Alter des Gesetzes, das die Geistlichen zur Ehelosigkeit oder ehelichen Enthaltsamkeit verpflichtet“ (Katholik 1866, l, S. 528–551); zwei kleinere Beiträge zur Geschichte des Cölibats im Archiv für katholisches Kirchenrecht, 16. Bd. (1866), Sonstiges im Archiv, 26. Bd. (1871), 47. Bd. (1882). Kleinere Beiträge verschiedenen Inhalts, außer den genannten, in den Studien und Mittheilungen 1882–1889. Die 2. Auflage des Kirchenlexikons von Wetzer Hund Welte enthält von ihm mehrere Beiträge zur Ordensgeschichte, besonders zur Gelehrtengeschichte des Benedictinerordenos. Als Festschriften zum Ordensjubiläum veröffentlichte er die Ausgaben: „8. 0rsg0rji I1-tg11j 1)iA1Og0rum 1ibsi“ 1l c1S –7jts. er mirs(:u1is. BS11Säjct;j“ und „1J1pOsiti0 rs– gulusb llj1äemsr0 traäita er 11une primum tgypis ms.11äatA“ (beide Regensburg 1880). Die genaueren biographischen Daten verdanke ich der gütigen Mittheilung des Herrn Prof. I?. Bernhard Ponschab 0. 8. B. in Metten. – Vgl. auch Lindner, Die Schriftsteller des Benedictiner-Ordens in Baiern, Bd. ll (1880), S. 50 f.; Nachträge (1884), S. 45. – l). B. Ponschab, Gesch. d. humanist. Gymnasiums im Benedictinerstifte Metten (Progr. Von Metten 1901), S. 25 f., 29 f.

Lauchert.
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