ADB:Moritz, Josef
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Moritz: Joseph (Venedikt) M. (Moriz), geb. am 16. Februar 1769 zu Ensdorf in der Oberpfalz, trat mit 20 Jahren in daß dortige Benedictinerkloster und bekleidete daselbst die Aemter des Bibliothekars und Archivars. Seine 20* [308] Bearbeitung einer von der litterarischen Gesellschaft der baierischen Benedictinercongregation gestellten Preis frage über den Pfalzgrafen Rapoto (f 1099) fand Aufnahme in die Abhandlungen der kurbaierischen Akademie der Wissenschaften (1798), in Folge der Lösung einer Preisaufgabe letzterer über die Grafen von Vornbach wurde er akademisches Mitglied (1800). Nach der Klosteraufhebung. übertrug man ihm die Organisirung und Verwaltung einer aus den Bibliotheken der oberpfälzischen Klöster in Amberg zu bildenden Provinzialbibliothek und, als dieselbe im J. 1815 theilweise verbrannte, die Professur des Kirchenrechtes am Lyceum daselbst, 1824 an jenem zu Dillingen. Seiner Lieblingsneigung, der mittelalterlichen Quellenforschung, konnte er aber an diesen Orten nicht leben, nur Untergeordnetes, wie daß Register zu Ried’ß 0o(1er (1ip1omatjOus epjs(:opztus 138tjsb0ntnsjs (1816), vermochte er da zu leisten. Deshalb gab M. endlich daß Lehramt auf und ging nach München. Dort fand er einen Gönner an dem Reichsarchivdirector Freiherrn v. Freyberg, in dessen „Sammlung historischer Schriften und Urkunden“ daß Bestedirte, die Traditionsbüchet von Passau und Ensdorf (im 1. und 2. Bande), durch M. bearbeitet sind. AufFreyberg’s Verwendung erhielt er zu Anfang des Jahres 1827 eine Functionärstelle am königlichen Reichsarchive, während ihn die Akademie der Wissenschaften mit der Redigirung der Kaiserurkunden für die 1y“1omiment:t B0jc:8. betraute. Was er sodann in den Bänden I(Ic7111 und OLIX dieses Werkes an Text und kritischem Apparate geliefert hat, zeugt allerdings von tüchtigen Kenntnissen sowie bedeutender Arbeitzkraft und läßt bedauern, daß man ihn nicht früher zu dem Unternehmen heranzog; er hat wol auch (1831) mit unverkennbarem Scharfsinn die Unächtheit des größeren österreichischen Freiheitsbriefes und die Aechtheit des kleineren gegen Hormayr verfochten: aber „Baierns Mabillon“ konnte ihn doch nur freundschaftliche Ueberschätzung benennen. Nicht frei von unhaltbaren Hypothesen und überhaupt zu breit geschrieben ist seine „Geschichte der Graf-en von Sulzbach“, deren Druckvollendung (bis auf daß Register) er noch erlebte, während sie erst nach seinem am 1J. März 1834 zu München erfolgten Tode in den Abhandlungen der historischen Klasse der Akademie (1. Bd. 1833) erschien. Nekrolog auf M. Von G(andershofer) in den baierischen Annalen, Blatt für VaterlandskuUde, 1834, Nr.J(I(I1, S. 523–-–526. Lindner, Die Schriftsteller des Benedictinerordens im Königreiche Baiern, Bd. 1, S. 284–286 und Nachträge S. 34.