ADB:Mosqua, Friedrich Wilhelm

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Artikel „Mosqua, Friedrich Wilhelm“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), ab Seite 403, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mosqua,_Friedrich_Wilhelm&oldid=561310 (Version vom 24. Dezember 2009, 03:12 Uhr UTC)
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Band 22 (1885), ab Seite 403. (Quelle)
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Mosqua: Friedrich Wilhelm M., ein preußischer Gerichtsbeamter, der herkömmlich, aber mit Unrecht für den Stifter des Tugendvereins, des sogenannten Tugendbundes, gehalten wird, geb. zu Danzig und daselbst am 2. August1759 getauft, † zu Berlin im April 1826. Nachdem M. im Laufe von zehn Jahren die niederen gerichtlichen Aemter in der gesetzlichen Stufenfolge an verschiedenen westpreußischen Gerichten durchgemacht hatte, wurde er 1793 Director des Stadtgerichts und Obersiscal in Posen und im Juni 1796 111(1ujsjtor pub1j0us und Oberfi-5cal in Warschaus von hier flüchtete er 1807 bei der Annäherung der 26* [404] Franzosen nach Königsberg, wo er eine ähnliche Stellung erhielt, als Oberfiscal und Assessor beim Stadtgericht. Zu Weihnachten 1811 endlich wurde er als Inquirent und Criminalrath an das Berliner Kammergericht versetzt. Im März und April 1808 bemühte sich M., dem daß Unglück der Zeit schwer zu Herzen ging, im Vereine mit mehreren Logenbrüdern einen Bund zu stiften, der sich die Befreiung und Ausrichtung des Vaterlandes zum Ziele setzen sollte. Aber die Statuten, welche er für den „Deutschen Bund“, wie man ihn nennen wollte, entworfen hatte, mißfielen den Genossen so sehr, daß man schon bei der ersten Berathung (7. April) unverrichteter Sache auseinanderging und diesen Bund noch vor seiner Eröffnung völlig aufgab. Der Tugendverein selbst wurde von gleichgesinnten Männern, jedoch ohne Mitwirkung Mosqua’s, am 16. April 1808 gestiftet, und M. trat in denselben erst am Tage darauf ein. . Gelehrtes Berlin im J. 1825 (Berlin 1826), wo auch die kleinen (theilts juristischen, theils sprachlichen) Schriften M.’ß verzeichnet sind. – Der Tugendbund. Aus den hinterlassenen Papieren des Mitstifters H. F. G. Lehmann, herausgeg. Von A. Lehmann, Berlin 1867.

Lohmeyer.
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