ADB:Musculus, Balthasar

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Artikel „Musculus, Balthasar“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), ab Seite 94, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Musculus,_Balthasar&oldid=467066 (Version vom 11. Dezember 2009, 04:53 Uhr UTC)
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Nkuse1lllls: Balthasar M., ein fleißigtr Componist geistlicher Lieder des 16. Jahrhunderts. Die einzige Nachricht dies uns über ihn erhalten, sindct man in der zweiten Ausgabe seiner „40 schönen geistlichen Lieder mit vier stimmen der lieben Jugend zum besten in druck verfertiget“ und hier bezeichnet er sich als „Schulmeister zu Ziegenrück“, dem Walther in seinem Lexicon hinzufügt, „einer Stadt zwischen Schleitz und Pöfem-ck im Vogtlande liegend“. Alle übrigen Nachrichten über seine herausgegebenen Werke, sowohl in deu Musiklexica als bei von Winterfeld (ev. Kirchenges. ll, 593) sind mehr oder weniger irrthümlich, da dabei die Werke nicht selbst vorlagen. Die Ausgabe der obigen 40 geistlichen Lieder von 1597 ist bereits die zweite und wurde von Georg Körber in Nürnberg besorgt und bei Alexander Philipp Dieterich in Nürnberg gedruckt. Da in den in späteren Jahren (1622 und 1625H) erschienenen Samtnelwerken, die ebenfalls in Nürnberg gedruckt sind und zwar daß von 1622 von Erasmus Widmann, Cantor und Organist zu Rotenburg „auf der Tauber“ heran-Bgegrben, während daß von 1625 sich nur als ein Nachdruck vom Drucker und Verleger Abraham Wagenmann in Nürnberg obigen Werkes von 1597 erweist, immer wieder dieselben vierzig Lieder von M. onthallen sind, so läßt sich daraus der sichere Schluß ziehen, daß M. 15K-7 schon nicht mehr am Leben war und seine Wirksamkeit hiermit ins 16. Jahrhundert zu setzen ist. Noch 1659 nahm Lorenz Erhardi in sein großes „Harmonischees Chor- und Figuralgesangbuch Augsburgischer Confession“ einige der obigen vierzig Lieder auf. v. Winterfeld äußert sich über diese dort aufgenommenen Lieder (1. O.) sehr.günstig und schreibt: In seinen Gesängen scheint er den Satz italienischer Meister sich als Vorbild genommen zu haben, dem er sich nicht ohne Erfolg nähert; so in dem Motett über die Worte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, daß einrs der vorzüglicheren in Erhardi’s Sammlung ist, nur daß es durch viele Druckfehler entstellt wird. Lied oder Motett wie es v. Winterfeld nennt, befindet sich in derAusgabe von 1597 unter Nr. 36 und in zweiter Bearbeitung unter Nr. 39, in der 1622 aber unter Nr. 21. Da mir keins seiner Lieder in Partitur vorliegt und die –Originaldrucke zerstreut in weitauseinanderliegenden Bibliotheken nur in einem Exemplar sich vorfinden, so ist mir eine nähere Beleuchtung der Leistungen Muß-culus’ vorläufig versagt. Bibliographie der Musik-Sammelwerke des 143. und 17. Jahrhunderts, Berlin 1877, vom Unterzeichneten.

Rob. Eitner.
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