ADB:Nemnich, Philipp Andreas

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Artikel „Nemnich, Philipp Andreas“ von Friedrich Ratzel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 426–427, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nemnich,_Philipp_Andreas&oldid=1958771 (Version vom 30. Oktober 2014, 15:10 Uhr UTC)
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Nemnich: Philipp Andreas, Reiseschriftsteller und Encyklopädiker, geb. zu Dillenburg in Nassau 1764, † zu Hamburg 1822. Als Licentiat der Rechte und Tagesschriftsteller lebte N. in Hamburg und schrieb mehrere encyklopädische Werke, in denen die praktische volkswirthschaftliche und handelsgeographische Richtung der Büsching, Busch und Normann in populärer Verdünnung sich wirksam zeigt, so unter dem Titel: „Catholikon“, ein allgemeines Polyglottenlexikon der Naturgeschichte (1793–95), ein Waarenlexikon in 12 Sprachen (1797), 1800 ein Wörterbuch der Naturgeschichte in acht Sprachen. 1799 unternahm er eine Reise nach England, auf welcher er der Industrie ein besonderes Augenmerk zuwandte und die ihm das Material zu einer vorwiegend aus nationalökonomischem Gesichtspunkt schildernden Reisebeschreibung lieferte, welche 1800 erschien. Besser vorbereitet, mit Fragen, zu denen er selbst öffentlich aufgefordert, und, wie er selbst rühmt, mit 1200 Empfehlungsbriefen ausgestattet, nahm er 1805–6 einen neuen Aufenthalt in England und gab 1807 seine „Neueste Reise … hauptsächlich mit Bezug auf Producte, Fabriken und Handlung“ heraus. Aehnliche Werke seiner fruchtbaren Feder folgten bald über die Niederlande, Frankreich, Italien als „Tagebuch einer der Cultur und Industrie gewidmeten [427] Reise“. Dann wandte er sich wieder der Veröffentlichung von Waarenlexicis und Wörterbüchern der Handelscorrespondenz zu. 1820 gab er auch eine Uebersetzung der Roß’schen Nordpolarfahrt heraus. Seit 1819 wirkte er als Censor der kleinen und Damenschriften zu Hamburg. N. war ein fleißiger Sammler und Beobachter von Thatsachen, jedoch ohne Tiefe und Originalität. Man kann ihn als einen der Vorläufer der modernen Publicistik bezeichnen.

Meusel.
F. Ratzel.