ADB:Pesarovius, Paul Pomian

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Artikel „Pesarovius, Paul Pomian“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), ab Seite 410, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pesarovius,_Paul_Pomian&oldid=666085 (Version vom 10. Dezember 2009, 21:14 Uhr UTC)
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Peslltovills: Paul Pomian P., aus adligem Geschlecht, lutherischer Theologe, geb. den 18. Februar 1650 zu Nikolaiken in Ostpreußen, als Sohn des Seniors der preußischen Geistlichkeit, Albert Pomian P., der bei seinem Tode, im 103. Jahre seines Lebens, im 72. seines Predigtamtes, 10 Kinder und 96 Enkel hinterließ. Nach theologischem Studium in Königsberg 1676 Magister, 1678 Subinspector am theologischen Convict, wurde er 1682 infolge heftigen Streitens gegen die Synkretiften seines Amtes enthoben. Einige Jahre hielt er sich theil5 auf deutschen Universitäten, theils in Holland und England auf, bis er sich in Rostock niederließ. Auch hier erregte er Streitigkeiten, so daß gegen seine Ernennung zum Professor der Theologie Widerspruch erhoben wurde, infolge dessen er im Jahre 1686, klagend über die Bedrückung der reinen Lehre, Rostock verließ. Nach kurzem Aufenthalt in Greifswald, Wittenberg und L.eipzig, hielt er sich wieder mehrere Jahre in Holland und Schweden auf. Zurückgekehrt, föhnte er sich mit den Rostocker Professoren aus, nachdem er (19 1J.Sr.retc1jsoj11ksr1151-1i der Calixtiner disputirt, und wurde 1696 zum Doctor der Theologie promovirt. In demselben Jahre wurde er erster Pfarrer am Dom in Königsberg, Mitglied des Consistoriums und außerordentlicher Professor. Am 18. Januar 1701 assiftirte er den beiden Bischöfer in der Schloßkirche bei der [411] Krönung des ersten Königs von Preußen. Heftige Ausfälle auf der Kanzel veranlaßten nach vergeblichen Vermaht1ungen seine zeiiweilige Amtsenthebung. Heimlich verließ er im August 1707 seine Gemeinde; obgleich der König ihn zur Rückkehr aufforderte, entsagte er von Hamburg aus im Februar 1708 seinem Amt. Er ging nach Schweden, wo er zehn Jahre als 19rok. r11eO1. t1o11o1–. an der Universität von Upsala besonders schriftstellerisch wirkte. Im Jahre 1718 kehrte er nach Deutschland zurück, um für seine erschütterte Gesundheit in Bädern Heilung zu suchen. Am 3. December 1723 ist er in Dresden gestorben. 24 Druckschriften, meist dogmatischen und polemischen Inhalts. Vgl. Jöcher III, 1413. – Gelehrtes Preußen 1l, 6. St. S. 410 und Ill, 4. St. S. 202. – Ranfft’s Leben sächsischer Gottesgelehrten. – Sammlung von Alten und Neuen Sachen 1724, S. 977. – Gebser, Geschichte der Domkirche S. 352.

Carl Alfr. v. Hase.
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