ADB:Pfau, Theodor Philipp von

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Artikel „Pfau, Theodor Philipp v.“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 610–611, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pfau,_Theodor_Philipp_von&oldid=2229288 (Version vom 28. Dezember 2014, 03:09 Uhr UTC)
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Pfau: Theodor Philipp v. P., preußischer Generalmajor, im Jahre 1727 zu Frankfurt a. M. geboren, trat 1742 beim Infanterieregiment von Kleist als Gefreitercorporal in den preußischen Dienst, machte den zweiten schlesischen, in welchem er bei Kesselsdorf verwundet wurde, und den siebenjährigen Krieg mit und ward während des letzteren, im J. 1760, als Quartiermeisterlieutenant in das Gefolge des Königs aufgenommen. Sein Avancement, welches bis dahin wenig glänzend gewesen war, besserte sich dadurch nicht. Es dauerte bis zum September 1770, daß der König ihn zum Major ernannte. Vorher hatte er als Freiwilliger mit der russischen Armee am Türkenkriege 1769/70 theil genommen. Der König setzte indessen großes Vertrauen in seine Fähigkeiten, wählte ihn 1778, bei Ausbruch des baierischen Erbfolgekrieges, zum Generalquartiermeister bei der Armee des Prinzen Heinrich und machte ihn 1779 zu seinem Flügeladjutanten von der Infanterie. Friedrichs Nachfolger, König Friedrich Wilhelm II., gab ihn für die Expedition nach Holland im J. 1787 dem Oberbefehlshaber Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig an die Seite. Er hat diesen Zug in einer reich mit Plänen ausgestatteten „Geschichte des preußischen Feldzuges in der Provinz Holland im J. 1787“, Berlin 1790, beschrieben, welche in dem nämlichen Jahre dort, durch J. W. Lombard übersetzt, in französischer und 1792 zu Amsterdam in holländischer Sprache erschien. Dann machte er die Rheincampagne gegen die französische Republik mit. Am 12. Juli 1794 ward er in seiner Stellung am Schänzel, einer 1½ Meilen südwestlich von Neustadt an der Hardt belegenenen Bergkuppe, deren Besitz für die Behauptung einer von den preußischen Truppen eingenommenen Gebirgsposition von entscheidender Wichtigkeit war, mit Uebermacht angegriffen. An der Spitze von 8 Bataillonen, im Ganzen etwa 4500 Mann mit 9 Geschützen, vertheidigte er sich tapfer gegen 7000 Gegner. Am Nachmittage des 13. erhielt er eine tödtliche Wunde, welcher er, in feindliche Gefangenschaft gerathen, alsbald erlag. Das Schänzel ging verloren (vgl. Militär-Wochenblatt, Berlin 1825, Nr. 485, 1841, Nr. 29; Lufft, das Schänzel, Karlsruhe 1885). Sein Freund und Waffenbruder, der österreichische Feldmarschall Graf Wurmser, ließ dort 1796 „dem Helden und Biedermann“ P. ein Denkmal errichten. P. schrieb ferner: „Der geschickte Angriff und die [611] glückliche Abhaltung des Feindes bei Belagerungen“, Köthen 1757; auch gab er eine Karte von Polen heraus. Die Bibliothek des Großen Generalstabes zu Berlin besitzt eine Handschrift Pfau’s über „Manövres, welche von den kaiserlich österreichischen Truppen ohnweit Prag gemacht worden, 1777.“

Poten.