ADB:Philipp von Burgund

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Philipp von Burgund“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), ab Seite 69, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Philipp_von_Burgund&oldid=470805 (Version vom 10. Dezember 2009, 21:57 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Philipp Christoph von Soetern
Nächster>>>
Philipp Sigismund
Band 26 (1888), ab Seite 69. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Philipp von Burgund, Bischof von Utrecht, geb. 1464 in Brüssel, war ein Bastard des Herzogs Philipp des Guten und der Margaretha van der Post, einer Brüsseler Dame, welche ihrem Sohn eine sehr sorgfältige Erziehung zukommen ließ. Von seines Vaters Familie anerkannt, wurde er Coadjutor seines Halbbruders, des Bischofs David von Burgund, und später Admiral zur See, wie der Titel hieß. 1506 hatte er als Generalgouverneur in Gelderland (so ziemlich eine Stelle ju p:-trtibus) die österrreichische Partei zu schirmen, dann ward er als Gesandter nach Rom geschickt, wo die Bewegung der Zeit ihn mächtig ergriff und er sich an dem unsittlichen Wandel der Prälaten gewaltig ärgerte. Jedoch er blieb der Kirche treu, und hat sich mehr dem Humanismus und namentlich der Kunst zugewandt, welche letztere in ihm einen eifrigen Gönner bis zu seinem Tode fand. Als 1517 der bischöfliche Stuhl von Utrecht leer stand, wurde P. Von der Brüsseler Regierung der Utrechter Geistlichkeit und den Ständen des Stifts als ihr Candidat bezeichnet, und, wenn auch nicht ohne Sträuben, denn seine Wahl stand einer Vorbereitung der Annectirung gleich, von denselben als Bischof gewählt. Die geistlichen Weihen empfing er, wie damals so oft, rasch nach einander. Als Bischof hat P. sonst nicht schlecht regiert, seine Strenge schüchterte die vielen Bedrücker des niederen Volkes ein. DenGelehrten, auch Erasmus, blieb er wie den Künstlern, ein wahrer Mäcen. Sieben Jahre nach seiner Wahl. am 1. April 1524 ist er gestorben, einen etwas zweifelhaften Ruf hinterlassend, da er von vielen verehrt, von mehreren gehaßt wurde, namentlich von den Bürgern von Utrecht, die ihn als einen österreichischen Gouverneur betrachteten und sein weltliches Leben, seine Strenge und die schweren Lasten seiner Regierung ungern trugen. Vgl. 0ers.r(1us 1slo7io1llusus 1)11j1ippus 13urgun(1us durch A. Matthäus im 1. Band seiner Analecta herausgegeben, eine Biographie, welche fast eine Panegyrik heißen kann. durch Matthäus mit vielen Noten versehen, welche vieles anders erscheinen lassen. Sonst die gewöhnliche Litteratur über die Zeit, von den neueren namentlich Arend, .411g. 0teso11. ät-8 7a(1er12m(1S.

P. L. Müller.
Persönliche Werkzeuge