ADB:Pott, Johann Heinrich
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Pott: Johann Heinrich P., Chemiker. Geb. 1692 zu Halberstadt, studirte er zunächst in Halle Theologie, ging aber dann zur Medicin und zur Chemie über, wozu er namentlich durch den damals als Professor wirkenden berühmten Chemiker Stahl veranlaßt wurde, dessen Lehre (Phlogistentheorie) er auch bis zum Ende seines Lebens (“1777) treu blieb. P. ließ sich später in Berlin nieder, wo er Mitglied der Akademie und nach Neumann’s Tod (1737) dessen Nachfolger in der Professur der Chemie an der medicinisch-chirurgischen Bildungsanstalt wurde. Durch wissenschaftliche Streitigkeiten mit seinen Colleger an der Berliner Akademie wurde ihm der letzte Theil seines Lebens sehr verbittett. Er zog sich schließlich von der Akademie gänzlich zurück, da dort seine Gegner das Uebergewicht hatten. P. ist namentlich durch eine Reihe von Schriften bekannt, welche mit einer für die damalige Zeit seltenen Klarheit und Wahrheitstrcue, die von ihm und von Anderen gesamme1ten Erfahrungen aus dem Gebiete der Chemie zusammenstellen und beschreiben. Dahin gehörten vorzüglich seine 1739 und 1741 erschienenen „0o11ectjO11es obseryzt.jo11um et:u1jm-1(1– wrsio11um 011)sn1i(r1rum welche sich namentlich mit der Untersuchung der Metalle beschäftigen, ferner „Chemische Untersuchungen, welche fürnehmlich von der 1.ith0ge0g11osi-x oder Erkenntniß und Bearbeitung der gemeinen einfacheren Steine und Erden, ingleichen von Feuer und Licht handeln“. In diesem Werk hat er seine zahlreichen Versuche zur Erforschung der Natur des Porzellans, die er im Auftrag des preußischen Königs aus führte, niedergelegt. Seine in der Berliner Akademie veröffentlichten Abhandlungen 1727–1753 hat er später gesammelt unter dem Titel -„kJ1(er0it-ttio11es cbzsmjese“ herausgegeben. Diese enthalten eine Reihe von Beobachtungen aus den verschiedensten Gebieten der Chemie, die aber nur wenig bemerkenswerthes Neues und Wichtiges enthalten. Von solchen seien übrigens hier die folgenden hervorgehoben: er hat zuerst mit Bestimmtheit die Bernsteinsäure als eine besondere, den Pflanzen- und Fruchtsäuren nahestehende Säure erkannt, er hat ferner erkannt, daß der Braunstein kein Eisen enthält, ohne aber das Mangan zu entdecken, was hauptsächlich dadurch zu erklären ist, daß er nur auf „trocknem Wege“ seine Untersuchungen ausführte. Wir verdanken ihm ferner eine nähere Beschreibung und Untersuchung des Wismuths. Schließlich mögen hier noch seine polemischen Schriften Erwähnung finden, die er mit den „L11ims(17e1–8iO11es p!1)sjoo–mec1ic-1e circa mris b)–pot11eses er e1periment.a Dr. R118rj“ eröffnete.
Kopp, Geschichte der Chemie.