ADB:Raglovich, Clemens von

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Artikel „Raglovich, Clemens von“ von Carl von Landmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 27 (1888), S. 165, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Raglovich,_Clemens_von&oldid=2046750 (Version vom 29. Juli 2014, 18:50 Uhr UTC)
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Raglovich: Clemens v. R., geb. am 29. Juni 1766 zu Dillingen als Sohn eines Majors, zählt mit zu den tüchtigsten Generalen des baierischen Heeres in der Napoleonischen Kriegszeit. Zuerst Officier im Reichscontingent des schwäbischen Kreises nahm er als solcher an den Kriegen gegen Frankreich 1793 bis 1796 am Rhein und 1799 in Italien unter österreichischer Führung theil und wurde bei Novi schwer verwundet. Als infolge des Friedens von Luneville Dillingen an Baiern kam, wurde R. als Oberst in baierische Dienste übernommen und zeichnete sich wiederholt in den Feldzügen 1805, 1806–7 und 1809 aus, in letzterem Jahre als Generalstabschef der 1. Division. Im J. 1812 befand er sich mit bei der großen Armee, entging aber dem Schicksal der Vielen, die in Rußland ihren Tod fanden, da er gleich zu Anfang des Feldzuges bei Polozk verwundet wurde und in die Heimath zurückgebracht werden konnte. Im Kriege 1813 befehligte er die für Frankreich neu aufgestellte baierische Division in Preußen und bewährte sich insbesondere in den Schlachten von Bautzen und Dennewitz als hervorragender Truppenführer. Im folgenden Jahre leitete R. die Bildung der baierischen Reserve-Armee, im J. 1815 commandirte er die 1. Division. Seine vielseitigen Kenntnisse und seine reichen Erfahrungen als Generalstabsofficier ließen R. vor allen Anderen dazu berufen erscheinen, in den nun folgenden Friedensjahren für die Pflege des wissenschaftlichen Geistes im Heere Sorge zu tragen. Seit 1817 Director des topographischen Bureaus verwandelte er dasselbe in eine militärische Anstalt um und veranlaßte die Gründung des Hauptconservatoriums als Bibliothek für die Armee. 1820 zum Chef des Generalstabes ernannt gab er demselben eine erweiterte zeitgemäße Organisation. Er starb am 3. Januar 1836 als General der Infanterie zu München.

Poten, Handwörterbuch der Militärwissenschaften. VIII, Leipzig 1880. – Schrettinger, der bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder, München 1882.
Landmann.