ADB:Rettich, Karl

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Artikel „Rettich, Karl“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), ab Seite 72, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rettich,_Karl&oldid=476660 (Version vom 24. Dezember 2009, 16:57 Uhr UTC)
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Rettich *): Karl R., geboren zu Wien am 3. Febr. 1805, † am 18. Nov. 1878, war der Sohn des Hossecretärs und ehemaligen Hofschauspielers Franz R. 17 Jahre alt wurde er Mitglied des Hofburgtheaters. Ein eisriger Besucher desselben, Rosenbaum, spricht sich in handschriftlich erhaltenen Memoiren sehr abfällig über den Debutanten aus, auch Costenoble findet ihn sehr unfertig. Er geht nach Graz, wie er selbst sagt, als „Grätzer Schreyvqgel“, 1828 kommt er nach Cassel, 1882 kehrt er ans Burgtheater zurück, ohne besondere Fortschritte gemacht zu haben. Seine schöne Figur wird durch Steifheit, sein volltönendes Organ durch Monotonie beeinträchtigt. 1833 vermählt er sich mit Julie R. und theilt ihre Lebensschicksale. Er wird ein äußerst verwendbarer Schauspieler, besondere Verdienste erwirbt er sich als Regisseur seit 1865. Er wurde mit dem Franz-Josephsorden bei seinem 50jährigen Schauspielerjubiläum decorirt, und zog sich 1872 von der Bühne zurück.

Wurzbach R17, 337–389. – Wlassak, Chronik 156. – Costenoble, Tagebücher.

A. v. Weilen.
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