ADB:Schaum, Hermann Rudolf
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Schaum: Hermann Rudolf S., einer der bedeutendsten Entomologen der Neuzeit, wurde am 29. April 1819 zu Glauchau geboren. Entscheidend für seine späteren Studien war der Umstand, daß S. nach dem Verluste seiner Eltern im Alter von fünf Jahren in das Haus seines Onkelz, des berühmten Entomologen Germar in Halle kam. Unter der Leitung desselben begann er bald .Infecten zu sammeln und sich mit dem Leben derselben bekannt zu machen. Seine Vorbildung erhielt er auf dem Pädagogium zu Halle und bezog nach tühmlichst btstandenem Maturitätsexamen 1886 die Universität Leipzig, welche er später mit Berlin, wo er die Entomologen Erichson und Klug kennen lernte, Wien und Paris vertauschte. Zu seiner Doctor-Arbeit wählte er ein entomologisches Thema: „.4nsie0tu S11t0m010gjos o. tab. usn.“ kI8.13e 1841. Schon vor Beendigung seiner – Studien begann S. eine rege litterarische Thätigkeit zu entwickeln und veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen in verschiedenen entomologischen Zeitschriften. Ich erwähne nur: „Kritische Revision der I.:-mienio0r11is msiitop11518“„ welche er in Verbindung mit Burmeister in Germar’s Zeitschrift 1840 und 1841 erscheinen “ ließ; ferner: „Beiträge zur Kenntniß norddeutscher Salzkäfer“ ebenfalls in Germar’s Zeitschrift 1843; „0bsSr78tiov8 crjrj(1ues Sur 18. k9.mj11e (1es 001(8optö1–os 1nsijtopbj1es in Ann. 8oO. Svtom. (1e k’rsi1(:e 1844, 1845, 1849. Nach bestandenem Staatsexamen ließ sich S. in Stettin als praktischer Arzt nieder und fand hier in dem Präsidenten des entomologischen Vereins, Dol)rn, einen eifrigen Förderer seiner entomologischen Studien. Im J. 1847 gab er jedoch seine Praxis wieder auf und unternahm eine Reihe von größeren Reisen nach England, Nordamerika und Aegypten. Mit entomologischen Schätzen reich beladen kehrte er nach Deutschland zurück und begann nun sich ganz seinem Lieblingsstudium zu widmen und übernahm für Troschel´s Archiv für Naturgeschichte die Berichte über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Entomologie 1848–1852, in denen er seine umfassenden Kenntnisse documentitte. Zum Professor an der Universität in Berlin ernannt, hielt S. Vorträge über Entomologie und medicinische Zoologie. Sein bedeutendstes Werk ist die Fortsetzung der von Crichson begonnenen „Naturgeschichte der Insecten Deutschlands“ , von dem et jedoch nur den ersten Band, welcher die Laufküfer enthält, beendigte; in Lieferungen erschienen 1856–1860. Nach langwietiger Krankheit starb S. in Folge eines Schlaganfalls in Bonn am 15. September 1865.