ADB:Simrock, Nicolaus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Simrock, Nicolaus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), ab Seite 385, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Simrock,_Nicolaus&oldid=703243 (Version vom 25. Dezember 2009, 02:03 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Simrock, Karl
<<<Vorheriger
Simrock, Karl
Nächster>>>
Sinapius, Johann
Band 34 (1892), ab Seite 385. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Simrock: Niko laus S., der Gründer der bekannten Musikverlagshandlung in Bonn, die sich jetzt in Berlin befindet. Er war 1752 in Mainz geboren, wurde Waldhornist, diente neun Jahre im französischen Heere und wurde 1774 zweiter Waldhornist an der kurfürstl. Capelle in Bonn mit 400 Fl. jährlichem Gehalt und 1789 erster Waldhornist. Er legte sich nebenbei einen kleinen Handel mit geschriebenen Noten an, erlernte die Kupferstecherei und begann Noten in Kupfer zu stechen. Um 1783 nennt er sich Commissionär der Verleger Götz in Mannheim, Artaria in Wien und Keller in Kassel. Als die Franzosen Bonn besetzten und der Kurfürst floh, hatte sein Musikhandel schon einen solchen Umfang angenommen, daß er sich und seine Familie damit erhalten konnte und daß Waldhorn bei Seite legte. Neben gangbaren und gewinnbringenden Verlags artikeln war er stets bedacht auch die Kunst zu fördern und Werke zu verlegen, die nur wenig Gewinn vorläufig versprachen. Wenn sie dennoch gegen Erwarten sich als zugfähig erwiesen, dann honorirte er freiwillig den Künstler auf eine ehrende Weise. So hatte er z. B. Mendelssohn’s Lieder ohne Worte verlegt und für die ersten Hefte nur ein kleines Honorar gezahlt, als sie sich aber als so gewinnbringend zeigten, übersandte er Mendelssohn freiwillig 1000 Thlr. Allgem. deutsche Biographie. 1Ic117. LZ [386] (Schlesinger ist es Weber gegenüber nie eingefallen, demselben ein nachträgliches Geschenk für den Freischütz zu machen, der ihn zum reichen Manne gemacht und für den er Weber 100 Thlr.! gezahlt hatte). Simrock„ stand mit allen bedeutenden Componisten in Verbindung, von Beethoven bis auf Spohr und ebenso war er bemüht, ältere classische Werke wieder bekannt zu machen. Er starb in Bonn im Jahre 1884. Sein Sohn und Nachfolger Peter Joseph, geb. am 18. Aug. 1792 zu Bonn, sam 18. Dec. 1868, führte daß Geschäft in gleichem Sinne fort und errichtete in Köln und Brüssel Filialen. Der jetzige Besitzer, Fritz, verlegte 1870 daß Geschäft von Bonn nach Berlin. An ihm fand Brahms eine wesentliche Stütze, bis sich das Verhältniß umkehrte und nun Simrock durch Brahms geehrt wird. – Rikolaus hatte einen Bruder, Heinrich, der sich als Componist auszeichnete. Er war an derselben Capelle Violinist und schrieb Duos für 2 Hörner, Duos für Violine und Bratsche u. a. Fcztis begeht in seiner BjOgrzp11je uni7er8e11S den Fehler, diese Compositionen Nikolaus zuzuschreiben. Nach Auflösung der Bonner Capelle ging er nach Paris, wo ihn FStis kennen lernte. Er muß dort eine Filiale seines Bruders gegründet haben, denn ich kenne Duos von Joseph Haydn, die als Verleger Heinrich und Nikolaus Simrock nennen. Später soll er wieder nach Bonn zurückgekehrt sein. Vgl. Thayer’s Biogr. Beethoven’s 1f, 150. – Reichard’s Gothaer Theaterkalender von 1796, S. 156.

Rob. Eitner.
Persönliche Werkzeuge